Archive for Juni, 2007

28.06.2007 von Daniel Erk
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Fragen an die Leser

von Daniel Erk

Katharina Gruendig, Examenskandidatin am Institut für Journalistik & Kommunikationswissenschaften Uni Hamburg, schreibt folgendes:

“Im Rahmen meiner Magisterarbeit führe ich eine anonyme Befragung zur Nutzung von Weblogs, die von Printmedien angeboten werden, durch (z.B. stern, Vanity Fair, Handelsblatt, Die Welt, Die Zeit u.a.). Es geht nicht um private Weblogs oder Blogs anderer Organisationen. Die Blogleser sollen erklären, warum sie Blogs aus Medienhäusern lesen und ob sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen Blogs erkennen. Die Beantwortung des Fragebogens wird die Blogleser etwa 8 Minuten dauern.

Die Ergebnisse werden nur für wissenschaftliche Zwecke am Institut für Journalistik der Universität Hamburg verwendet. Auf Anfrage lasse ich Ihnen gerne eine Zusammenfassung der Ergebnisse zukommen, sobald meine Magisterarbeit beendet ist.”

Hier findet sich die Umfrage.

27.06.2007 von Daniel Erk
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“Udo ist ein schwuler Nazificker ohne Eier”

von Daniel Erk

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“Udo* is schwuler Nazificker ohne Eier” steht in Berlin-Kreuzberg, Ecke Glogauer Straße/Reichenberger Straße, auf der heruntergleassenen Jalousie eines Imbisses. Es dürfte, darf man vermuten, weniger um eine korrekte medizinisch-sexuell-politische Zuschreibung eines Mitbürgers handeln, als vielmehr um einen politisch unkorrekten Beleidigungsversuch, der – wenn man so will – auf eine Weise multikulturell ist, da er die Feindbilder gleich mehrerer Subkulturen vereint.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem homosexuellenfeindlichen Protest in Polen, der gerade jetzt auf taz.de erklärt wird. Beleidigungen sind, man sollte es den Damen und Herren auf der Demonstration sagen, eine hohe Kunst – brachial jedwedes Feindbild zu rekombinieren ist eben noch keine Beleidgung. Eine Kunst, die von den Protestierenden offenbar nicht beherrscht wird.

* In Wirklichkeit steht da Titus, pardon

27.06.2007 von Daniel Erk
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Zurückgeschossen

von Daniel Erk

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Sagen wir es so: Dass Deutschland größere Freunde hat als Polen, dürfte keinen der auch nur einmal ein Geschichtsbuch, Schwerpunkt Europa, 20. Jahrhundert, in der Hand hielt, verwundern. Komplexe, Ängste, komplexe Ängste und dergleichen belasten das Verhälnis östlich der Oder; Vorurteile, Ängste und Arroganz tun westlicher der Oder das ihrige, ja nur keine zu freundschaftliche Nachbarschaft zu führen.

Das ist äußerst schade. Nicht nur, weil Polen ein schönes Land ist, sondern auch weil unter guten Freunden auch mal ein derber Scherz galant wirken kann. Selbst ein derber Scherz auf sehr niedrigem Niveau, möglicherweise. Doch egal, wie freundschaftlich und freundlich das deutsch-polnische Verhältnis je werden mag: Solange der polnischen Presse zu Deutschland nichts besseres einfällt, als der stets hinkende, falsche, verharmlosende und Opfer, Politiker und Intelligenz beleidigende Nazivergleich, sollte man einfach nur: schweigen. So wie eine geschmacksichere Runde einfach schweigt und den Tölpel ins Leere laufen… weiter lesen

25.06.2007 von Daniel Erk
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Unsere Ehre heißt Reue

von Daniel Erk

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“Hitler lieben” ist der Titel eines Buches von Peter Roos, das die vielleicht häufigst gestellte Frage an der Hitlerblog formuliert, die da wäre: “Hitler lebt. Warum kann ich Hitler nicht sterben lassen?”. Darüber hinaus gibt das Buch Denkanstöße, zum Teil gar Antworten auf den sogenannten Fetischismus, der dem Faschismus wohl immer, also auch posthum, innewohnt. … weiter lesen

21.06.2007 von Daniel Erk
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Die Banalisierung des Bösen (Bild berichtete)

von Daniel Erk

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(Symbolphoto)

Im Grunde macht es für die Bild-Zeitung keinen Unterschied, ob sie über Dieter Bohlen oder Adolf Hitler schreibt. Und wenn doch, dann nur insofern, als dass es von Adolf Hitler kaum noch wirklich aufregende Neuigkeiten (neue Freundin, neue Single, neue Ausfälligkeiten) zu vermelden gibt.

So gesehen ist es überhaupt schon etwas verwunderlich, dass Bild in ihrer Berliner Ausgabe der letzten Woche (leider nicht online zu finden) eine zweiteilige, jeweils halbseitige Serie anlässlich eines neuen Buches über Hitlers Verhältnis zu Berlin (Thomas Friedrich: „Die missbrauchte Hauptstadt“, Propyläen Verlag) veröffentlicht. Verwunderlich ist auch, dass das bestimmt interessante, aber eben nicht bahnbrechende Buch in Bild nur am Rande eine Rolle spielt und äußerst knapp abgehandelt wird:

„Hitlers Weg zur Macht in der STADT Berlin – eine Mischung aus Metropolen-Fanatismus („wunderbar“), eiskalter Berechnung und gnadenloser Strategie.“

Noch verwunderlicher als das ist aber, wie Bild den „Führer“ porträtiert und deutsche Geschichte abhandelt. Hitlers… weiter lesen

20.06.2007 von Daniel Erk
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Der Filmfilm der Woche: Werewolf Women of the SS

von Daniel Erk

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Hitlerblog proudly presents: Christian “Alltag” Ihle of Popblog-fame

Naziploitation – ein in Vergessenheit geratenes Filmgenre. Nicht jedoch bei Horror-Nerds in den USA wie obiger Trailer beweist. Dieser wäre schon für sich genommen absurd und trashig genug, um mit einigen Hitlerblog-Zeilen bedacht zu werden, doch die Hintergrundgeschichte macht „Werewolf Women Of The SS” erst wirklich interessant.

… weiter lesen

18.06.2007 von Daniel Erk
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Wir bau’n eine U-Bahn nach Stalingrad

von Daniel Erk

Stalingrad.jpg.JPG

Wo bitte geht’s nach Stalingrad? Ein Platz und ein U-Bahnhof in Paris sind nach der schwersten Schlacht des zweiten Weltkrieges benannt – und offenbaren weite Unterschiede in der Erinnerungskultur.

Dass die Darstellung der Geschichte immer eine Frage der Gegenwart ist – ja, klar, zumindest theoretisch. Praktisch verwirrt das durchaus, vor alle, dam, wenn die Erinnerungskultur auch Zeuge einer vergangenen Gegenwart ist. Wie etwa der Paris Platz und U-Bahnhof Stalingrad, der selbstredend ausgeschildert ist, wie ein Bilder der Streetart-Bloggerin Caro vom Place de la Republique zeigt. Dass im Hintergrund eine Statue zu sehen ist, die die französische Republik personifiziert ist das nur folgerichtig.

Ps. Die Überschrift spielt natürlich auf einen populären Stadiongesang an; mehr dazu hier und da)

15.06.2007 von Daniel Erk
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Freibier vom Muthaführer

von Daniel Erk

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Hitlers Hunde, Kameraden, Krankheiten, Frauen, Guido Knopp ist in den Jahren um die Jahrtausendwende wenig entgangen, mag man denken. Denn über Hitlers Familienverhältnisse weiß man überraschend wenig, wie auch über die ersten dreißig Jahre des “Führers”. Dies ist weder Ignoranz noch Desinteresse geschuldet, denn vielmehr Unwissen – und das nicht ganz zufällig. Denn zum einen hat Hitler in “Mein Kampf” gelogen und geschwindelt. Und zum anderen scheint der feine Herr Hitler als einen der ersten Staatsakte nach dem Anschluss’ Österreichs die Heimatdörfer seiner Eltern vernichtet haben zu lassen. Nicht ganz die feine Art – und ein dezenter Hinweis auf zu Verbergendes. Für Spekulationen über jüdische Vorfahren, Inzest et. al. bietet dies natürlich hübschen Spielraum.

Und auch für Parodien, wie etwa dem unten zu sehenden Ausschnitt aus der US-Cartoon-Serie “Family Guy” ist Hitler kurzzeitig, was der Serienname verspricht: Hilfloser Familienmensch, der sich neben den historisch verbürgten Brüdern und Stiefbrüdern… weiter lesen

14.06.2007 von Daniel Erk
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Ex-Kanzler, schwer zu vermitteln

von Daniel Erk

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Ex-Toppolitiker bzw. Ex-Führungskraft (bekannt aus dem Dritten Reich u. Geschichte) bittet um Chance auf dem dritten Arbeitsmarkt. Bietet: Kreativität (u.a. Malerei, Geschichtsklitterung), Durchsetzungfähigkeit (Gesetze, Kriege), Erfahrung auf internationalem Niveau, “Persönlichkeit” und “Idealist”.

Diese hübsche Anzeigenparodie von “Media Blöd” weißt – bei aller Albernheit – auf ein, zwei tatsächlich interessante Aspekte hin: Sowohl die Kategorisierung Hitlers als “Monster” ist – wie auch in Hannah Arendts “Banalität des Bösen” anhand Adolf Eichmanns ausgeführt – äußerst unzureichend. Der Name “Monster” für ein Karrierepotential spricht nicht unbedingt für einen sonderlich normativen Begriff von beruflichem Fortkommen sondern impliziert überraschend offenherzig, was heutzutage essentieller Bestandteil von Ehrgeiz zu sein scheint: Rücksichtslosigkeit, vielleicht sogar Grausamkeit. Und letztlich: Viele der Qualitäten, die 2007 von High Potentials verlangt werden, sind sehr weitgehend, eventuell nicht ganz zufällig von jeder moralischen Integrität abgekoppelt. Oder, wie es Oskar Lafontaine in seinen helleren Zeiten einmal gegenüber Helmut Schmidt formulierte: “Helmut… weiter lesen

12.06.2007 von Daniel Erk
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Der Hitlerspiegel

von Daniel Erk

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“Irgendwann auf dem Cover des Spiegels – wie Adolf Hitler” rappen K.I.Z. aus Berlin-Kreuzberg (hier und da).
Und fürwahr: Der Verdacht, dass ein beträchtlicher Anteil der Spiegel-Cover der vergangenen Jahre auf die Kappe des “Führers” ging, kann einen bisweilen schon beschleichen. Um so interessanter, dass das Projekt Spiegelstudien die oft gelobten und in der Vergangenheit sogar museal ausgestellten Spiegel-Cover thematisch ordnet und so einen hübschen Überblick über zwei Dutzend Spiegel-Cover mit Adolf Hitler zusammenträgt – allein aus den Jahren 1994 bis 2004.

Ganz nebenbei ist auch interessant, dass das Rot des Spiegels über die Jahre doch recht deutlich zu variieren scheint. Zumindest im Gegensatz zum Braun des Lieblingstestimonial. Bleiben nur diese Frageb: Wie wirkt sich der Führer auf die Auflage aus? Ist Hitler dem Spiegel ein gutes Maskottchen?