29.09.2007 von Daniel Erk

Die lieben Kollegen von Spiegel Online haben gestern einmal mehr ein Gebaeude ausgemacht, das von oben betrachtet ein Hakenkreuz ergibt.
Derartige Gebaeude sind so selten nun nicht, von einem aehnlichen Hafen war schon zu lesen und auch das Rathaus zu Goettingen erinnert von seiner Form an das NS-Symbol. Der Grund fuer diese Bauweise ist dabei wenig ideologisch: Moderne Blockbauten nutzen ihren Grund und ihre Stuktur vor allem oekonomisch – beides bietet die L-Form idealtypisch. Einfach L-Stukturen finden sich im modernen Plattenbau also allenthalben.
Eigentlich gibt es also nicht viel zu sagen – ausser, dass man vielleicht bei der Hexenjagd auf das Hakenkreuz auch mal kurze Verschnaufpausen einlegen und nachdenken koennte. Oder, alternativ, mit einem Architekten sprechen. Oder einfach irgendjemand, der sich damit auskennt. Irgendjemand.
Dann allerdings waere die Aufregung nicht von langer dauer. Also was tun? Spiegel Online entscheid sich Blogger und anonyme Kommentatoren zu Wort kommen zu… weiter lesen
29.09.2007 von Daniel Erk

Nachdem Dani Levy schon seine ganz persoenliche, eher gering an die historische Wirklichkeit gebundene Hitler-Biographie verfilmt hat, gibt es nun bzw. bald zwei Buecher zu lesen, die im Grunde dem gleichen Ansatz folgen.
Eines davon, und man ahnt sofort Schlimmes, kommt von Eric-Emmanuel Schmitt, dessen Amelie-eskes Buch “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” viele Herzchen hoeher schlagen liess. Mehr dazu und zu dem anderen Buch aehnlicher Machart in einem Artikel auf jetzt.de.
27.09.2007 von Daniel Erk

“Spielkarten für gesellschaftliche Randgruppe” nennt der Grafiker und Illustrator Volker Schiemann sein kleines Kartensspiel aus bösen Buben, brunhildigen Damen und einem blinden, mit Bomben hantierenden König. Fragt sich wohl nur ob, die GlatzInnen sich tatächlich an einen pinken Baseball-Schläger ranwagen würden – oder ob das schon zuviel Genderverwirrung für nach simplen Mustern dürstende Köpfe wäre.
(Gefunden und eingesandt von Linda Hintz – vielen Dank!)
25.09.2007 von Daniel Erk
[swf]http://www.youtube.com/v/lPjiLm6_Z0w, 450, 370, 6, #fff[/swf]
Der Wahlkampf der NPD in Niedersachsen hat begonnen. Extra 3 war dabei.
25.09.2007 von Daniel Erk

- ohne Worte -
(Vielen Dank an Leserin Daniela Pass, die diese wunderbare Zeichnung von BECK fand und einschickte)
23.09.2007 von Daniel Erk

Eine der verstörenden Wahrheiten über die Drittes-Reich- und dabei speziell die Holocaust-Rezeption ist, dass Erkenntnis und Wissen, Einsicht und Empathie im Allgemeinen fast ausschließlich dann angenommen und verdaut werden, wenn die Brocken des Wissens und der Einsicht in homöpathischen Dosen verabreicht oder in Rosenblätter gewickelt daherkommen. Schindlers Liste ist dafür ebenso Zeuge wie Der Untergang: Auch Holocaust und Drittes Reich sind “Produkte”, die “verkauft” werden wollen und die dafür den “Konsumenten” mundgerecht gereicht werden müssen. Dass diese Logik der Inszenierung, um die es wohl kein Drumherum gibt, der einzig gangbare Weg scheint, dass gerade bei einem derart mit Leid und Schuld, mit Schmerz und Gewalt besetzten Thema die Banalität der Weg zum Verständnis des Bösen sein soll, es kann bisweilen schon in die Rage treiben.

Und vielleicht ist dieses Gefühl ein ganz guter Hinweis darauf, was den polnischen Künstler Zbigniew Libera schon vor Jahren dazu veranlasste, ein… weiter lesen
22.09.2007 von Daniel Erk

Das Heil in Hitler zu suchen ist dem Deutschen an sich ja nicht fremd. Dem Neuseeländer, wie nun etwas verspätet zu erfahren ist, allerdings auch nicht, gerade dann, wenn er es wie die Pizzakette “Hell” auf Radau gerade angelegt hat. Aber hübsch ist die Idee dann doch: Adolf Hitler reckt stolz das dürre, recht Ärmchen und hält dem Betrachter ein saftiges, fettiges Stückerl Pizza entgegen. Daneben stehend, ein Zitat in dem Hitler die Hölle als Himmel zu verkaufen können vorgibt. Der erhoffte mediale Aufstand kam natuerlich prompt (“Oh, was mit Hitler! Toll, das machen wir auf jeden Fall!”, sagt der Chefredakteur). Das Dementi auch. Und so ist alles was bleibt ein bisschen Druckerschwärze und ein Paradebeispiel gelungener, geschmäcklerisch schwieriger PR-Arbeit. Was man vom Dritten Reich so nicht sagen kann.
20.09.2007 von Daniel Erk
Ich war bisher eigentlich ein Freund der Idee, die hinter dem Berliner “Denkmal für die ermordeten Juden Europas” von Peter Eisenman, steckte: Eben keine Kranzabladestelle, kein Ort der erzwungenen Trauer, kein Platz des billigen Pathos, kein Postkartenmotiv, das ohne Erklärung bleiben könnte. Oder wie Eisenman selbst sagte:
»Ausmaß und Maßstab des Holocaust machen jeden Versuch, ihn mit traditionellen Mitteln zu repräsentieren, unweigerlich zu einem aussichtslosen Unterfangen. [...] Unser Denkmal versucht, eine neue Idee der Erinnerung zu entwickeln, die sich deutlich von Nostalgie unterscheidet. [...] Heute können wir die Vergangenheit nur durch eine Manifestation in der Gegenwart verstehen.« (Peter Eisenman, 1998)
Wichtig war dabei, für mich, auch ein Erlebnis kurz nach der Eröffnung des Stelenfeldes, bei dem eine prekarisierte Schulklasse und ordentlich angezogene Studenten die Hauptrollen spielten. Die Jugendlichen tobten und sprangen damals in ihren teuren Turnschuhen und Armyhosen, bis einer der Studenten drei, vier Sätze mit ihnen wechselte. Dann… weiter lesen
19.09.2007 von Daniel Erk
[swf]http://www.youtube.com/watch?v=7FOiv9GKzxk, 450, 370, 6, #fff[/swf]
Die gute Nachricht lautet: “Mein Führer”, die leider verkorkste Hitler-Komödie von Dani Levy, wurde nicht für den Oscar nominiert. Nicht schon wieder Hitler, Deutschland und deutsche Geschichte als Exportschlager, das ging schon mit der Wehrmacht nicht gut. Auch wenn dieses Fundstück (danke, Michael Brake) auch nicht irrsinnig komisch ist – komischer als “Mein Führer”, das muss man gerade mit ein paar Monaten Distanz sagen, ist es allemal.