31.01.2008 von Daniel Erk
Während der Post Tomekk-Nazi-Skandal-Kater gerade noch nachlässt, hat “Pro 7 Nightloft” einen vieln dümmeren, dämlicheren und auch unfreiwillig komischeren Nazi-Skandal. Das “Joa, geht” beschreibt die Vorgänge in der nächtlichen Glückspielsendung folgendermaßen:
“Juliane Ziegler, Moderatorin Anheizerin in der Pro 7-Call-In-Show ‘Nightloft’ ist da gestern Abend etwas ‘rausgeflutscht’…
Einen Anrufer, der offenbar etwas übermüdet war und anmerkte, daß er gleich zur Arbeit müsse, versuchte Ziegler mit den Worten “Ja aber komm, aber da musst Du’n bißchen enthusiastisch – und Arbeit… – Arbeit macht frei!” zu motivieren. Auch wenn sie mit ihrem ‘Gag’ offensichtlich zufrieden war und in lautes Gelächter ausbrach, verließ Ziegler kurz darauf (vermutlich nach entsprechender Regie-Anweisung) das Set, um dann einige Minuten später mit einer etwas unbeholfenen Entschuldigung zurückzukehren.”
Aber schauen Sie sich den Quatsch selbst an, auf YouTube gibt es den relevanten Ausschnitt. Über Nazis sagt natürlich auch dieser Vorfall gar… weiter lesen
30.01.2008 von Daniel Erk

Nur um jedem Missverständnis vorzubeugen: Nein, Fler ist kein Nazi, kein Fascho, kein Rechter, dafür interessiert er sich viel zu wenig für Politik. Und dafür hat er dann auch doch, ja das geht, zu wenig Ahnung von Deutschland und lebt lieber in einem zusammenimaginierten Gangsterleben in einem erstunken und erlogenen Berliner Ghetto, alles hübsch bei den “Amis” kopiert: Blingbling, Attitüde, böse Blicke, alles nur geklaut. Fler ist hör- und sichtbar bildungsfern oder wie man dazu seit PISA auch sagt: d-d-d-deutsch. Und: Fler ist der Roland Koch des Rap, dazu aber später mehr.
Verwirrend ist es aber doch, wie Flers neues Album “Fremd im eigenen Land” die Referenzen vollkommen auf den Kopf stellt: “Fremd im eigenen Land” war 1992 schließlich der Titel der ersten Veröffentlichung von Advanced Chemistry, den politischen, kritischen Rap-Urvätern aus Heidelberg, allesamt mit Migrationshintergrund, Rapinteresse und Hirn, eine Kombination die es ja leider nicht… weiter lesen
29.01.2008 von Daniel Erk

Damit wäre wieder eine Sau durch’s Dorf gejagd. Das “Dschungelcamp” ist vorbei, DJ Tomekk ist zuhause und kein Nazi und die Umstände sich immernoch eigenartig.
Etwas eigenartig, um diese fabelhaft schlechte Überleitung zu machen, ist auch die kurze Geschichte der Firma Lego auf Gizmodo, die das Dritte Reich nämlich so zusammenfasst: “1939 – Germany and the Soviet Union invade Poland, WWII starts”, “1940 – Hitler invades Denmark and Norway”, “1945 – Germany surrenders. Hitler kills himself, ge never got to play Lego or invade Legoland (take that, sucker!)”.
Und a propos “Angriff”: Das hübsche, obenstehende Graffiti hat der Datenscheich gefunden.
Und damit zum ernsthaften Teil der Kurzmeldungen: Nico Wingert schreibt in einer sehr interessanten und sehr gut geschriebenen Reportage auf Stern.de über das KZ Birkhahn-Mötzlich bei Halle (Saale), das 1944 bis 1945 als Außenlager für Buchenwald fungierte – aber weder in der… weiter lesen
24.01.2008 von Daniel Erk

Es ist zu absurd: Nachdem gestern schon RTL und die Bild-Zeitung mit Hilfe von gleichgültigen Nachrichtenagenturen und fahrlässigen Redakteuren die vollkommen abwegige Mär vom Nazi-Skandal in die Welt setzten, schaufelt das Springer-Organ B.Z. heute nochmals Mist auf den Haufen – und leider ist sich kein geringerer als Michel Friedman nicht zu schade, den großen Mahner vor dem Nazismus zu geben.
“DJ Tomekk hebt seine rechte Hand zum Hitler-Gruß und singt die erste Strophe des Deutschlandliedes. Er ist 31, also längst volljährig, er weiß, was er tut und er will, was er tut. Dies ist kein spontaner Lausbubenstreich (auch da wäre es schon schlimm genug), sondern eine bewusste Handlung. Wer so etwas tut, muss die Verantwortung für sein Tun übernehmen und auch verantwortlich gemacht werden.”
Und später:
“Neben dem strafrechtlichen gibt es aber auch einen politischen Aspekt, der zu berücksichtigen ist. Nichts, aber auch wirklich gar nichts, was mit… weiter lesen
23.01.2008 von Daniel Erk

Deutschland hat ein Ressourcenproblem: Selbst als Nazis müssen mittlerweile “Ausländer” (Roland Koch) angestellt werden. Zum Beispiel Tomasz Kuklicz, 31, geboren in Krakau, Sohn einer Polin und eines Marokkaners, aufgewachsen im Berliner Arbeiter- und Bauern-Ausländerstadtteil Wedding. Der als DJ Tomekk bekannte Berliner ist, wie man in der zuständigen Presse (Bild, Spiegel Online) nachlesen kann, heute wegen eines “Nazi-Skandals” (Bild) aus dem RTL-Dschungelcamp geflogen.
Wie das stets gut unterrichtete Nachrichtenjournal “Jungle Camp World” schreibt, hat der Berliner DJ (“Ich lebe für Hip Hop”) bei Ankunft im australischen Hotel Hitlergruß-zeigend „Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen und am Ende grinsend angemerkt: “So viele Ausländer hier im Haus”. RTL-Sprecher Christian Körner sagt daher zu allen, die es interessiert (Spiegel Online, Bild): “Das sind schwere Vorwürfe gegen DJ Tomekk. Generell ist ein solches Verhalten für RTL nicht tolerierbar.”
Nein, tolerierbar ist es nicht, aber zumindest kommt es RTL gerade recht.… weiter lesen
21.01.2008 von Daniel Erk

Die hessische NPD hat sich bislang insgesamt nicht sonderlich mit Ruhm überschüttet – ihr Wahlkampfspot hätte der Titanic oder Extra 3 alle Ehre gemacht, einer möchtegern-stolzen, möchtegern-deutschen Möchtegernpartei stand der Spot eher schlecht zu Gesicht. Und so geht es auch im Detail weiter.
Beispielsweise fordert ein Regionalverband auf, vermutlich, selbst entworfenen Plakaten “8,88 € Mindestlohn”. Und als wäre die von der Schweizerischen Volkspartei billig geklaute Grafik (mit den weißen und schwarzen Schafen) nicht lächerlich genug und als wäre die Kombination aus diesem Bild und dieser Headline nicht sinnlos an sich, bleibt vollkommen unklar, ob die örtliche NPD tatsächlich 8,88 Euro für die exakt Höhe Mindestlohn hält und wenn ja warum und wie sich das auf den Steuerhaushalt auswirkt – oder ob es sich nicht doch um einen lächerlichen Versuchen in Sachen Nazi-Symbolik geht – “88″, “HH”, “Heil Hitler”, Sie wissen schon.
Den Gedanken, dass Nazis und Rechtsradikale… weiter lesen
13.01.2008 von Daniel Erk

Irgendwie klingt der Spiegeltitel, als wäre es von Anfang an vollkommen klar gewesen, wie das Dritte Reich enden würde. Zu dumm, dass es den Spiegel anno ’33 noch nicht gab, die prophetische Prognose von Matthias Matussek über das Ende Hitlers, er wäre sicher ein irrsinnig interessanter Text gewesen. Allerdings wäre Matussek dann auch quasi an den “Spätfolgen” des Artikels gestorben.
(Dazu: Dialog des Nachts in einer Bar: “Ich war in Control, da spielt ja auch Alexandra Maria Lara mit” – “Wer ist das?” – “Die Sekretärin von Hitler“. Gut!)
12.01.2008 von Daniel Erk

Geschmacklosigkeit und Satire schließen sich nicht aus, oft im Gegenteil. Wo Satire aber Mittel zum Zweck ist und der Zweck die Mittel heiligt, ist Geschmacklosigkeit einfach nur: Geschmacklosigkeit. Wann ein Zweck vorliegt und ob er die Geschmacklosigkeit als Mittel heiligt: Ermessenssache.
Im Falle der Raucher-Shirts jedenfalls werfen alle mit großen Worten um sich, um in Sachen Ermessen möglichst überzeugend zu wirken: “Der Judenmord wird hier knallhart missbraucht. Das ist dumm, dreist und böse,” sagt der Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, während DMP-Geschäftsführer Dennis Kramer das Ausmaß der Aufregung über sein T-Shirt noch gar nicht so recht bekannt ist.
Immerhin: Die Taz berichtet, der Wiener Kurier auch, DMP entschuldigt sich ebenso kleinlaut wie irritiert und die die Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein, ob es sich um eine Straftat handeln könnte. Soviel zu Ermessenssache. Und zum Asche mit der Asche machen. Und am Ende, wie oft: Viel Rauch um nichts.
10.01.2008 von Daniel Erk
“Rechtsextremistische Symbole und Kennzeichen tauchen in unserem Alltag öfter auf als uns lieb sein kann: Graffitis an
Wänden, auf Schulhöfen kursierende CDs oder rechtsextremistische Web-Seiten sind keine Seltenheit” schreiben die Verfassungsschützer Berlins und Brandenburgs in der Broschüre “Symbole und Kennzeichen des Rechtsextremismus” (Pdf) und haben tatsächlich leider recht.
Was der vielleicht-doch-nicht “Faschoschutz” (Göttinger Wendung) da so auftut, ist manchmal beunruhigend, aber immer: bizarr. Das semiotische Versteckespiel der Nazis hart derart abstruse Züge angenommen, dass es das ideologische Grundgerüst gleich mit ad absurdum führt.
Zwei Drei Beispiele:
“Die von 1935 bis 1945 verwendete Reichskriegsflagge des „Dritten Reiches“ ist heute verboten. Auf der Suche nach einem Ersatz nutzen Rechtsextremisten bei ihren Aufmärschen häufig Flaggen anderer Epochen, die nicht mit dem nationalsozialistischen Regime und seiner Ideologie verbunden sind.
Insbesondere die Flagge des Norddeutschen Bundes und des deutschen Kaiserreiches sowie die Fahne der Reichswehr ab 1933 – vor der Bildung der
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06.01.2008 von Daniel Erk
Der Wahlkampfspot der Hessen-NPD wurde erst vom Hesseischen Rundfunk beanstandet, dann vom Verwaltungsgericht Frankfurt verboten und auf Antrag der NPD vom Kassler Verwealtunsggericht wieder freigegeben worden – und ist auch ein Glanzstück großdeutscher Propaganda.
Die Geschichte klingt nicht nur wie ein schlechter Witz, sie ist auch einer: Drei ganz offenbar kreuzdämliche, deutsche Zwerge wühlen im Wald im Dreck und finden schließlich etwas, das glänzt. Da tritt ein, möglicherweise an Michel Friedmann gemahnender, Politiker auf, fordert den Zehnt, droht Weihnachten ausfallen zu lassen und wird dann, Gottlob, von NPD-Landeschef Marcel Wöll (der wohl gerne der Hessen-Hitler wäre) auf hohem Ross vertrieben (ganz ähnlich übrigens wie in Disney’s Film über Propaganda im Dritten Reich, siehe Minute 1:45). Darauf folgend billiger und dümmlicher Antisemitismus und Populismus und natürlich Xenophobie.
Kurzum: Die NPD macht sich damit nicht nur in großem Stil lächerlich, sondern auch noch ungewollt über Deutschland und die NPD-Wähler lustig.… weiter lesen