Hakenkreuzzüge: Das Futhark* der Rechten
von Daniel Erk“Rechtsextremistische Symbole und Kennzeichen tauchen in unserem Alltag öfter auf als uns lieb sein kann: Graffitis an
Wänden, auf Schulhöfen kursierende CDs oder rechtsextremistische Web-Seiten sind keine Seltenheit” schreiben die Verfassungsschützer Berlins und Brandenburgs in der Broschüre “Symbole und Kennzeichen des Rechtsextremismus” (Pdf) und haben tatsächlich leider recht.
Was der vielleicht-doch-nicht “Faschoschutz” (Göttinger Wendung) da so auftut, ist manchmal beunruhigend, aber immer: bizarr. Das semiotische Versteckespiel der Nazis hart derart abstruse Züge angenommen, dass es das ideologische Grundgerüst gleich mit ad absurdum führt.
Zwei Drei Beispiele:
“Die von 1935 bis 1945 verwendete Reichskriegsflagge des „Dritten Reiches“ ist heute verboten. Auf der Suche nach einem Ersatz nutzen Rechtsextremisten bei ihren Aufmärschen häufig Flaggen anderer Epochen, die nicht mit dem nationalsozialistischen Regime und seiner Ideologie verbunden sind.
Insbesondere die Flagge des Norddeutschen Bundes und des deutschen Kaiserreiches sowie die Fahne der Reichswehr ab 1933 – vor der Bildung der Deutschen Wehrmacht 1935 und noch ohne Hakenkreuz – dienen häufig als Ersatzsymbole.”
Zu Deutsch: Die Rechten nutzen Fahnen des Hitler verhassten Kaiserreiches, um für Hitler Partei zu beziehen
“Darüber hinaus verwendet die rechtsextremistische Szene häufig interne, aus Zahlen- oder Buchstabenkombinationen
bestehende Codes:14 Words ist die Abkürzung der Parole des amerikanischen Neonazi-Führers David Lane („American Nazi Party“) „We must secure the existence of our people and a future for white children“ – von deutschen Rechtsextremisten übernommen und häufig zitiert: „Wir müssen den Erhalt unserer Rasse sichern und eine Zukunft für weiße Kinder“.
ZOG bedeutet „Zionist Occupied Government“ („zionistisch okkupierte Regierung“).
WAR bedeutet „White Arian Resistance“ („weißer arischer Widerstand“).”
Zu Deutsch: Die deutsche Rechte kopiert billig die Codes und abwegigen Abkürzungen der US-Nazis. Hitler würde sich im Grabe umdrehen!
ERGÄNZEND
“Unter der Vielzahl überlieferter Runen aus germanischer Zeit wurden jedoch nur wenige tatsächlich im Nationalsozialismus verwendet und instrumentalisiert. Am bekanntesten ist die „Sig“-Rune als Kennzeichen des „Deutschen Jungvolks“ (DJ) und – als doppelte „Sig“-Rune – auch Kennzeichen der „Schutzstaffel“ (SS) der NSDAP.
Der Ursprung der „Sig“-Rune ist umstritten, wahrscheinlich entspricht sie der „Sowulo“-Rune (auch „Sol“-Rune genannt) als Symbol für die Sonne. Die „Schutzstaffel“ (SS) verwendete die doppelte „Sig“-Rune in ihrem Abzeichen und machte sich damit die aggressive dynamische Form (Blitz) und die Assoziation mit dem Wort „Sieg“ zu Eigen.”
Zu Deutsch: Das Heidentum der Rechten ist oftmals wenig fundiert, räubert im kulturellen Schatz der germanischen Heiden (eben im Futhark genannten Runen-”Alphabet”) und verquarkt die Symbole mit NS-Bezügen und konstruiert eine Suppe, die letztlich weder NS-konform ist, noch sonderlich viel mit germanischem Heidentum am Hut hat.
Immerhin: So unterhaltsam und zugleich informativ sind staatliche Informationsmaterialien ja auch selten.
(* Futhark bezeichnet übrigens das germanische Runensystem, quasi ein Art Alphabet)
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ich kann nur den anfang des kommentars zum artikel slogans der rechten lesen und stimme insofern der/m verfasserIn zu: taz such die intelligentere autoren, soviel dual-farbbmalerei kann auf die dauer nichtgut gehen.
Liebe/r Heide/Heidin,
wenn Sie den Impuls verspüren hier Details Ihres Glaubens zu debattieren: Bitte nicht. Lesen Sie erst den Kommentar IM “Alte Sitte” Blog. Verbrennen Sie dann einige Ausgaben der Taz, nehme Sie dies auf Video auf und stellen es bitte auf YouTube der allgemeinen Ergötzung zur Verfügung. Und falls Sie tatsächlich etwas zu sagen haben: Machen Sie es nicht wie Frau Luh-Schülein der Herr von “Alte Sitte” und lesen Sie bitte erst, ehe Sie einen vermeintlichen Kommentar zur Sache abzugeben versuchen.
Unterkomplexe Anmerkungen werden nicht veröffentlicht.
Ich bitte um Verständnis.
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Werter Herr Erk,
vielleicht hätten SIE zunächst etwas genauer lesen sollen, ehe Sie hier rumpolemisieren. Die auf “Alte Sitte” vorgebrachte Kritik bezog sich auf die Verwendung des Begriffes “Futhark” als Titel Ihres Beitrags.
Die verlinkte Broschüre verwendet diesen Begriff lediglich einmal in erläuterndem Kontext und liefert zusätzlich folgenden Hinweis:
“Unter der Vielzahl überlieferter Runen aus germanischer Zeit wurden jedoch nur wenige tatsächlich im Nationalsozialismus verwendet und instrumentalisiert.” (Seite 12)
Ihr Titel stellt jedoch – ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt – den kompletten Inhalt der Broschüre des VS in diesen Kontext. Was jedoch Codes, Flaggen oder Logos mit dem Futhark zu tun haben sollen, bleibt offen. Davon abgesehen, um welches Futhark soll es sich eigentlich handeln? Es gibt ja nun, wie Ihnen sicherlich bekannt ist, mehrere davon.
Dass sich davon Leute belästigt fühlen, die in Runen etwas anderes sehen als nur Symbole des NS, ist durchaus nachvollziehbar. “Symbole” oder “Bildsprache” als Begriff wäre da durchaus angebrachter gewesen.
Kopfschüttelnde Grüße
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Ich weiß gar nicht was ihr habt. Der ganze Artikel ist Scheiße. Weder dient die Kriegsflagge des Kaiserreiches als Ersatz für die Reichskriegsflagge und überhaubt “…verhasstes Kaiserreich, für Hitler Partei…” Man ich hab noch nie so ein Schwachsinn gelesen den Politzer-Preis bekommst du dafür garantiert nicht
Den “Politzer-Preis”? Sehr lustig, also: wirklich! Nur leider, wie so oft, unfreiwillig komisch.