
Geschmacklosigkeit und Satire schließen sich nicht aus, oft im Gegenteil. Wo Satire aber Mittel zum Zweck ist und der Zweck die Mittel heiligt, ist Geschmacklosigkeit einfach nur: Geschmacklosigkeit. Wann ein Zweck vorliegt und ob er die Geschmacklosigkeit als Mittel heiligt: Ermessenssache.
Im Falle der Raucher-Shirts jedenfalls werfen alle mit großen Worten um sich, um in Sachen Ermessen möglichst überzeugend zu wirken: “Der Judenmord wird hier knallhart missbraucht. Das ist dumm, dreist und böse,” sagt der Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, während DMP-Geschäftsführer Dennis Kramer das Ausmaß der Aufregung über sein T-Shirt noch gar nicht so recht bekannt ist.
Immerhin: Die Taz berichtet, der Wiener Kurier auch, DMP entschuldigt sich ebenso kleinlaut wie irritiert und die die Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein, ob es sich um eine Straftat handeln könnte. Soviel zu Ermessenssache. Und zum Asche mit der Asche machen. Und am Ende, wie oft: Viel Rauch um nichts.