Asche aus meinem Haupt (ein Stern am unrechten Fleck)
von Daniel Erk
Geschmacklosigkeit und Satire schließen sich nicht aus, oft im Gegenteil. Wo Satire aber Mittel zum Zweck ist und der Zweck die Mittel heiligt, ist Geschmacklosigkeit einfach nur: Geschmacklosigkeit. Wann ein Zweck vorliegt und ob er die Geschmacklosigkeit als Mittel heiligt: Ermessenssache.
Im Falle der Raucher-Shirts jedenfalls werfen alle mit großen Worten um sich, um in Sachen Ermessen möglichst überzeugend zu wirken: “Der Judenmord wird hier knallhart missbraucht. Das ist dumm, dreist und böse,” sagt der Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, während DMP-Geschäftsführer Dennis Kramer das Ausmaß der Aufregung über sein T-Shirt noch gar nicht so recht bekannt ist.
Immerhin: Die Taz berichtet, der Wiener Kurier auch, DMP entschuldigt sich ebenso kleinlaut wie irritiert und die die Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein, ob es sich um eine Straftat handeln könnte. Soviel zu Ermessenssache. Und zum Asche mit der Asche machen. Und am Ende, wie oft: Viel Rauch um nichts.
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Was mich wundert: Ein anderer Händler bietet solche Shirts schon einige Zeit – und sehr erfolgreich – an, ohne dass es bisher jemanden gestört hat: http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=269742137
Mir erscheinen sowohl Aufregung als auch Berichterstattung etwas zu sau-durch’s-dorfig. Persönlich finde ich das ja vor allem langweilig und dumm und deshalb geschmacklos, aber über irgendwas muss man ja auch immer schreiben.
Ich finde diese T-Shirts einfach nur furchtbar. Geschmacklosigkeit ist nicht das Problem (ich lese auch Titanic…), aber hier machen sich Raucher zu OPFERN, obwohl Rauchverbote dem SCHUTZ von Beschäftigten des Gastronomiegewerbe dienen sollen. Diese Raucher regen sich darüber auf, dass sie nicht mehr die Gesundheit ihrer Mitmenschen negativ beeinflussen dürfen und fühlen sich dann auch noch in ihren Rechten beengt…
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aber so wild ist es nun auch nicht.
“So wild” nicht, aber doch eben dämlich. Hätte man aber eben auch anders darauf reagieren können.