Besonders gespannt bin ich auf: Wiki-Governance, Digital Commons in Afrika, die Greenpeace-Internetstrategie, Advocay 2.0, dann Holm Friebes Domain-Scrabble, Stefan Niggemeiers Journalismuspodium und natürlich: Was dürfen wir bloggen? Recht im Web 2.0.
Archive for Februar, 2008
Drei kurze Meldungen aus echten Medien.
Nach drei Tagen hatte dann auch die Onlineredaktion der Süddeutschen gemerkt, dass in Norwegen Zeichnungen von Disney-Figuren aufgetaucht waren, die Adolg Hitler selbst zugeschrieben werden. Die Behäbigkeit machte die SZ durch die ebenso unfreiwillig alberne wie abstruse Überschrift zum Text locker wett: “Hitlers niedliche Helfer” stand da. Zwischenzeitlich hat jemand bei der Süddeutschen die Überschrift gelesen, folglich lautet der Titel nun: “Die Zwerge des Führers”. Kaum weniger abwegig.
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Die Neon ist gemeinhin ja Titanic-esquem Humor eher unverdächtig. Ausgerechnet in der kleinen Rubrik “Deutsche Geschichten” auf Seite 12 findet in der aktuellen Ausgabe allerdings folgende, herrliche Anekdote von Joachim Kossow:
“Rheine. Im Regionalexpress nach Osnabrück. Ein etwa dreijähriges Kind wartet auf die Abfahrt des Zuges und fragt seine Eltern: “Wo ist denn der Führer?” Darauf antwortet die Mutter stumpf: “Im Bunker.”
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Und auch in der… weiter lesen

“Darf ein Autor das? Klar darf er, es muss eben nur klappen!” (Dirk Knipphals)
Warum die derzeit ja zumindest in den Feuilletons des Landes viel diskutierten “Die Wohlgesinnten” von Jonathan Littell sich die Schublade “SS-Skandalroman” verdient hat, dass bleibt auch nach der Lektüre von Dirk Knipphals’ Beitrag in der Taz unklar. Knipphals’ Ausführungen zu historischen Hintergründen, Diskurs, Kontext und Machart von Littells Roman sind interessant und nachvollziehbar – und laufen eigentlich eher darauf hinaus, “Die Wohlgesinnten” für eine überambitonierte Schwarte zu halten denn für eine wirklich relevante Wortmeldung geschweige denn einen echten “Skandalroman”.
Zumindest solange nicht per se jeder Roman allein dadurch zum Skandal wird, dass in ihm ein Nazis zu Wort kommt.
Ps. England dagegen hat währenddessen einen klitzekleinen Holocaust-Skandal, weil der Vorsitzende der Konservativen, Cameron, die Finanzierung von Fahrten nach Auschwitz ein “Gimmick der Labour-Regierung” nannte, aber lediglich den Eigenanteil, den die Schüler… weiter lesen

Das Motiv der absurden Schwäche ist als Charakterzug der Bösen üblicherweise
minder elaborierten Hollywoodfilmen vorbehalten. Dass die deutsche Geschichte bisweilen im Hoheitsgebiet der klassischen James-Bond-Narration wildert, konnte man in der Vergangenheit bereits beobachten, jedoch selten so irritierend und komisch wie aktuell: Es sollen nämlich von Hitler selbst angefertigte Zeichnungen von Disney-Figuren aufgetaucht sein.
Die Geschichte, die gerade durch deutsche und englische Medien sowie Blogs geistert, wird dadurch abgerundet, dass die Zeichnungen, wie sollte es anders sein, hinter einem der Frühwerke des Künstlers Hitler versteckt gewesen sein sollen – und dass schon lange bekannt ist, dass der Deutschen Führer großer Fan des US-amerikanischen Kulturimperiums war.
Vielleicht war die gemeinste Waffe der Amerikaner letztlich doch der Disney-Film “The Führer’s Face” (der vor einem Jahr Thema im Hitlerblog war), ohnehin eine der schönsten, lustigsten und, ja, treffendsten Nazi-Parodien der Zeitgeschichte, in Abwegigkeit und Witz lediglich noch… weiter lesen
“Der Wahlkampf in den USA hat gerade das Stadium der Hysterie erreicht, und die Konservativen greifen zu ihrer Geheimwaffe: Hitler! Hitler in den USA ist ein Stück Popkultur. In Amerika gibt es Hitler-Fernsehparodien, Hitler-Videospiele, Hitler-Filme, Sci Fi-Romane, in denen der Führer mit der Hilfe von schwarzen Sonnen und einer Zeitmaschine den Zweiten Weltkrieg gewinnt, Hitler als Comic, Hitler-Musicals am Broadway („Springtime For Hitler“), bei jedem Star Trek-Spinoff taucht ein außerirdischer Hitler-Klon auf, und auf Ebay werde tausende von Hitler-Briefmarken und Münzen verkauft.”
Hitlervergleiche, schreibt Kolumnistin Eva C. Schweitzer auf zeit.de, sind in der US-Politik längst Kommunikationsfolklore. Wer seinen politischen Gegner ernstzunehmen attackieren will, kommt am gepflegten Hitlervergleich kaum vorbei. Und nur um etwas mehr Abwechslung in die Sache zu bringen, weicht der ein oder andere Neocon für die Schmutzschleuderei ab und an auf Mussolini aus. Natürlich irrt Frau Schweitzer, wenn sie glaubt, Hitler gehöre in Deutschland nicht zum popkulturellen… weiter lesen
Wohl nirgendwo im Internet wird Godwin’s law vermutlich derartig oft und systematisch gebrochen wie im Hitlerblog. Es gilt: Alles und jeder kann mit Hitler und den Nazis verglichen werden, nur muss am Ende des Vergleichs klar sein, dass eigentlich nur Hitler und die Deutschen Nazis waren und sonst eigentlich alle Vergleiche hinken bzw. schlicht falsch sind. Von diesen ständigen Verstößen gegen Internetregelungen abgesehe, gilt hier jedoch auch alles, was in diesem ganz hervorragenden 8-Bit-Video über richtiges Verhalten im Internet beschrieben wird. (via Spreeblick)

Und damit wären wir auch schon wieder mitten drin, im Hitlervergleichsgeschäft. Ein Foto aus der Zeitschrift “Regenwald report”, die vor einigen Tagen dem Tagesspiegel beilag, zeigt eine Demonstration von Frauen gegen das “Agrarbusiness” (gemeint ist vermutlich: Landwirtschaft) und den Besuch von “G. Busch” (sic!). Neben der seltsam tendenziösen Beschreibung des Bildes ist bemerkenswert, dass es die mit Abstand am westlichsten wirkende Demonstrantin… weiter lesen
Zwischen 19:33 und 19:45 ist das Programm in Deutschland bekanntermaßen ganz besonders spannend. Einige sehenswerte Videobeiträge haben sich in der letzten Woche angesammelt, aber schauen Sie selbst:
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Stermann und Grissemann, die schon mit einem sehr deutschen Kochstudio und einer großdeutschen Fußballmoderation zum Cordoba-Spiel in Erscheinung getreten waren, geben in einer weiteren Aufnahme die Fernsehquiz-Animörser.
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Stephen Colbert fühlt sich, wenig überraschend, vom impliziten Vergleich mit Oliver Pocher beleidigt und beleidigt angemessen zurück.
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A propos beleidigen: Große Führer haben in Nahost bisweilen keinen ganz so schlechten Ruf, unwahrscheinlich aber, dass die Irakis von folgendem Spaß sehr angetan sein werden. Wobei das als Anspielung auf den Großmufti von Jerusalem als alleinigen Verursacher des islamischen Antisemitismus beziehungsweise Islamofaschismus usw. usf.
(Dank an Säm, Sascha Lobo und Mathias Broeckers)
Hier herrscht gerade unter anderem deshalb Ruhe, weil ich meine Zeit damit verbringe Freund und Kollege Ihle bei der Berlinale-Berichterstattung unter die Arme zu greifen, beispielsweise hier. Gerade gab es übrigens die erste Nazi-Uniform meines Festivalbesuchs auf der Leinwand – in der tollen Gorillaz-Dokumentation “Bananaz“.
Die Überschrift bezieht sich übrigens auf die Verortung der Berlinale innerhalb Berlins.
Neues bald auch wieder hier, irgendwann.

Spiegel Online berichtet über “Die Suche”, einen Band des Anne-Frank-Zentrums, der die Geschichte des Dritten Reichs und von Anne Frank in, nunja: Comicform aufarbeitet. Der Begriff “Comic” ist dabei richtig, solange es um die Gattung geht – allerdings falsch, soweit die Intention gemeint ist, den komisch ist “Die Suche” natürlich nicht, eher schon das, was in den USA als “Graphic Novel” gewertet wird.
Ein Schulexperiment, wie es Spiegel Online bezeichnet, auch nicht so recht, immerhin sind bereits 37 22 Jahre vergangen seit Art Spiegelman die mit dem Purlitzer-Preis ausgezeichneten “Maus”-Bände begann – und auch das Anne-Frank-Zentrum hat mit dem Format bereits Erfahrungen gesammelt, der Vorgängerband “Die Entdeckung” behandelte das Dritte Reich aus der Sicht eines niederlänidschen Jungens, der sich, sehr klassisch, auf dem Speicher durch Geschichte wühlt.
Aufklärung für die Mangageneration – ein gutes Unterfangen. Die Kommentare zu einem Hitlerblog-Bericht von Juni… weiter lesen

Aus dem Hause Titanic/SPAM kommen noch immer die besten Kommentare zum politisch-militärischen Komplex.

