
Fabelhaft (via Spam, Spon – danke Rochus)

Fabelhaft (via Spam, Spon – danke Rochus)
“Die Welle” kommt ins Kino, sich nicht dazu zu äußern kommt quasi gar nicht Frage. Immerhin geht es um das, was Deutschland im Innersten zusammenhält: Den Mythos von der billigen Verführbarkeit und vom aus der braunen Asche gestiegenen, rechtstaatlichen Phoenix namens BRD.
Das Unbehagen an Buch und vielmehr noch Film in Worte zu fassen, wo die Feuilletons in Jubel aufbranden und während Spiegel Online Beitrag um Beitrag für den Staatskundeunterricht raushaut – gar nicht so einfach.
Tobias Kniebe, Feuilletonist der Süddeutschen Zeitung und zuständig für Filme, allerdings bringt die Schwächen, Denkfehler und die das eigentliche Ziel geradezu karrikaturierenden Grundannahmen sehr gut auf den Punkt.
Er schreibt:
Die Schulvorstellungen sind längst gebucht. Ein Traum, wenn man als Sozialkundelehrer mal wieder die “Aktionswoche Demokratie” bestreiten muss, oder den “Projekttag Faschismus”, oder wie solche Sachen im Lehrplan eben heißen. Der Jugendroman “Die Welle” von Morton Rhue ist da seit Jahrzehnten eine probate
Optimierungsprozesse machen ansonst eher komplexe Vorgänge, schneller und schlüssiger. Insofern ist es absolut lobenswert, dass sich die Jüdische Gemeinde Düsseldorf der in Deutschland sehr nachgefragte Dienstleistung des abwegigen Hitlervergleichs angenommen hat – immerhin hatte jüdische Gemeinden bislang das Monopol auf die Bewertung von Derartigem – wir erinnern uns an das Nazometer.
“Wenn Herr Mehdorn im Dritten Reich in derselben Position gewesen wäre wie heute, hätte er mit großer Überzeugung Deportationen angeordnet”, hat der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung über die Deportationen in Konzentrationslager gesagt und Mehdorn weiter als “Führer der neuen Reichsbahn” bezeichnet.
Nun muss man Mehdorn nicht sonderlich sympathisch finden und man muss auch den unsouveränen, schmalvollen Umgang der Bahn mit ihrer historischen Rolle als Logistikunternehmen des Holocaust nicht gutheißen. Aber beleidigend werden? Mehrdorn als potentiellen Steigbügelhalter eines eventuellen neuen Nazismus darstellen? Wozu soll das gut sein – Öffentlichkeit? Und macht man… weiter lesen