63 Jahre danach, wenige Kilometer südlich.
Archive for April, 2008
Im Grunde haben sie ja Recht, die Kollegen bei der Zeit – bzw.: sie sollten Recht haben. In einem Erklärstueck über den Stern und den Skandal um die Hitler-Tagebücher wundert sich Ernst Elitz gleichsam über die journalistische Fahrlässigkeit als über die kindliche Aufregung:
“(…) ungeklärt bleibt, warum in den frühen achtziger Jahren die Figur Hitlers noch eine solche Faszination ausüben konnte, dass ein im bürgerlichen Mainstream beheimateter, der kühlen Rechnungsart verpflichteter Verlagschef wie Manfred Fischer erschaudernd ein »geradezu sinnliches Erlebnis« verspürt, als er eine der Tagebuch-Kladden in Händen hält und dieses Erlebnis noch steigert, indem er den vermeintlich historischen Fund an dem aus kaukasischem Nussbaum gefertigten Ess- und Besprechungstisch der ehemaligen Göring-Yacht Carin II im Kreise der Beteiligten gebührend feiert. Die Yacht gehörte Heidemann, dem Mann mit dem Nazitick.”
Was Elitz, als aufgeklärter Mensch, nicht sieht, ist, dass Hitler für die Nachgeborenen, die Kinder der darüber Schweigenden wie für… weiter lesen
Ja, Ben Becker “TV-Star (43)”, laut “BZ” “für sein wildes Leben bekannt”, hat wohl am vergangenen Donnerstag um “23:23 Uhr” (“BZ”) am Flughafen Tegel den versammelten Photographen das rechte Ärmchen hingestreckt, wie Springers Gossenjournallie ganz aufgeregt vermeldet. Man ist beinahe versucht, die Polizei um Einstellung der Ermittlungen zu bitten – das billige PR-Manöver und das billige Printprodukt bekommt damit nur unnötig Auftrieb und Aufmerksamkeit. Der Hitlergruss als letztes Mittel eines darstellernden Springerclowns. So rebellisch wie Campino.
Manchmal ist die Unwissenheit gerade derjenigen, die sich gerne als Elite verstehen und ausgeben, zum Aufregen. Und dann ist es beruhigend, dass es da ein Magazin gibt, das sich dann wirklich kritisch und intelligent mit dem Zeitgeist auseinandersetzt.
Dr. Andreas Thomas!
Sie sind Leser des Angeber-Periodikums Cicero, dessen Hauptbeschäftigung darin zu liegen scheint, Alt-68ern und sonstigen Ex-Linken eine Bühne für Reue und Anbiederung zu bieten, und das überhaupt als deutsches »Magazin für politische Kultur« bevorzugt der Landsleute Angst vor allem links des Seeheimer Kreises zum Thema hat; und haben gemäß dem alten Gesetz, wonach Leserbriefschreiber immer noch dümmer sind als das Blatt selbst, der Cicero-Redaktion mit diesen Worten gedankt: »Sie haben ja so recht. Es ist tatsächlich ein moralischer Skandal, daß die DDR-Sozialisten so wenige Jahre nach dem Fall der Mauer das Schicksal Deutschlands mitbestimmen. Man stelle sich einmal vor,

Mit Nazis spielt man nicht, lernen anständige Kinder von ihren Eltern – aber vielleicht muss das nochmals neu verhandelt werden. Denn das Führerquartet von “Onkel & Onkel” versammelt zwar all die bösen Buben der Weltgeschichte, dafür kann man sie mit Wucht auf den Tisch klopfen, bis man sie alle los ist. Das kann, wie man in Deutschland, Italien, Portugal und Spanien weiß, bisweilen etwas länger dauern und ärgerlich verlaufen. Aber im Gegensatz zur Historie, verliert man bei Führerquartet nicht zwangsläufig – auch dann wenn man Mussolini und Hitler auf der Hand hat.
Hier vier Karten als Vorgeschmack.
(via Zittyblog)

Werben mit Hitler (Serie, Teil 4): Cancer Patients Aid Association.
Interessanterweise wird hier eine feine Linie überschritten, im Gegensatz zu den drei Beispielen der letzten Tage.
Hier wird nämlich verglichen, die Tödlichkeit und hier erscheint Hitler, meinetwegen sogar als Pars pro toto, als die kleinere Gefahr. Die absoluten Zahlen zu vergleichen ist natürlich Blödsinn – daavon abgesehen, dass jeder jederzeit aufhören kann zu rauchen. Aus Konzentrationslagern und brennenden Kirchen war dagegen kein entkommen. Eine selten dumme Anzeige.
(via)



