Onkel Adolf
von Daniel Erk
Auf Zoomer.de, dieser Onlinezeitung des Holtzbrinck Verlages, ist heute eine Anzeige der Firma Ahnenforschung Ltd. die auf “netzeituing.de” eingeblendet wurde, der große Aufreger des Tages – dem ein Interview mit mir zur Seite gestellt wurde. Dazu gibt es Diverses anzumerken und manche Frage bleibt offen.
1. Geht, wer Werbung auf “netzeituing.de” schaltet, eigentlich davon aus, dass die eigene Zielgruppe nicht ganz helle ist? Schreibfehler nicht bemerkt? “netzeituing” für ein reguläres Wort hält?
2. Ist die Empörung, von der Zoomer hier zu profitieren sucht, nicht sehr halbseiden – angesichts der Tatsache, dass Zoomer ebenso wie die Ahnenforschung Ltd. aus der Dämonisierung Hitlers Aufmerksamkeit schöpfen will? Dünnes Eis.
3. Was in Herrgottsnamen, sehr geehrte Damen und Herren der Ahnenforschung Ltd., wäre so tragisch oder besonders daran, wenn man zufällig gemeinsame Vorfahren mit Adolf Hitler hätte? Vererbt sich Schuld über gemeinsame Abstammung? Da Hitler keine Kinder hatte (meines Wissens), ist direkte Abstammung ja schwer möglich, aber selbst wenn: was wäre das Problem?
4. Von den degenerierten Idioten, die gerne Hitlers Enkel wären, einmal abgesehen.
5. Wer glaubt bei einer derartigen Anzeige noch der Subline “Wissenschaftliche Datenbank für Ahnenforschung”? Dass das ein unseriöses Angebot zu sein scheint, springt bei der Art der Aufmachung doch ins Auge – von den inhaltlichen Bedenken einmal abgesehen. Den Mormonen wird man ohnehin schwerlich Konkurrenz machen können.
6. Das dort veröffentlichte Interview ist im Übrigen weder tagesaktuell, noch wurde es zu dem Zwecke geführt, auf Zoomer.de zu erscheinen. Vielmehr hat es Nadine Lantzsch, die mittlerweile Redakteurin bei Zoomer zu sein scheint, vor einem Jahr für ihr privates Blog geführt. Ich wurde vor Veröffentlichung nicht kontaktiert.
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empört über die werbung hat sich nicht zoomer.de. wir haben lediglich berichtet, dass es diese werbung gibt und dazu die frage gestellt, ob es opportun ist, für eine kommerzielle seite mit hitlers bild und der frage nach einer möglichen verwandtschaft zu werben. das ist ein großer unterschied.
empörung gab es aber doch: von den usern von zoomer.de, die eine solche werbung in der mehrzahl zwar nicht für schlimm, aber doch für geschmacklos hielten. eine ziemlich differenzierte ansicht, wie ich finde.
was das interview angeht: wenn es dinge enthält, die sie heute nicht mehr sagen würden, bitten wir um mitteilung. wir ändern das natürlich sofort. ansonsten ist es nicht notwendig, den interviewten vor einer weiteren verwertung nochmal zu kontaktieren. es wäre unmöglich, jedes zitat oder interview, das z. b. ein politiker jemals gegeben hat, bei einer weiteren verwendung nochmal abzufragen.
Sehr geehrter Herr Neumann,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Wie Sie vielleicht wissen, hat es darüber bereits einen Austausch mit der zuständigen Zoomer-Redakteurin gegeben, der eigentlich zufriedenstellend geendet war.
Rechtlich betrachtet haben Sie möglicherweise Recht und kontaktieren ‘müssen’ hat man mich nicht – guter Stil wäre es vor allem angesichts der einfachen Machbarkeit allerdings doch gewesen. Davon abgesehen, dass Sie mir erst erklären müssen, warum Sie es journalistisch astrein finden, wenn der Eindruck erweckt wird, das Interview würde den Anlass kommentieren. Was ja ganz definitiv nicht dem Sachverhalt entspricht. Die Tagesschau kennzeichnet derartige Verwertungen mit dem Verweis “Archiv” – was macht Zoomer?
Über die journalistische Relevanz einer Anzeige eines dubiosen Anbieters, die sich lediglich auf ebenso dubiosen Homepages findet, kann man sich natürlich streiten. Und natürlich es ist eine Schwerpunkt- und Qualitätsfrage, ob man das dann als “Thema des Tages” samt Interview und Bildergalerie verwerten will, die Zoomer belassen bleibt. Es entsteht allerdings durchaus der Eindruck (unter anderem durch die Aufmachung), als würde Zoomer aufmerksamkeitspolitisch in gleichem Maße von diesem “Hitler-Effekt” profitieren wollen, wie es diese Ahnenforschung Ltd. gemacht hat. Oder pointierter: Wer mit Steinen schmeißen mag, sollte vielleicht nicht ins Glashaus gehen.
Beste Grüße,
Daniel Erk
Hallo Daniel,
über die journalistische Relevanz der Werbung kann man sicherlich streiten. Doch das war gar nicht unbedingt der Aufhänger der Sache. Allein die Werbung macht noch keine Nachricht.
Der Nachrichtenfaktor an dieser Geschichte war die Einschaltung des Werberates zu der Sache. Das macht das Ganze schon zu einer Geschichte, der man mit Um-die-Ecke-denken doch viele Aspekte abgewinnen kann. Auch Horizont.net und das Blog off-the-record haben darüber berichtet (im Artikel verlinkt).
Die Person Hitler zieht natürlich immer Aufmerksamkeit auf sich. Jedoch das Argument, man wolle nur der Publicity wegen darüber berichten, ist wohl ein wenig abgegriffen und “vielseitig einsetzbar”. Auch auf diesen Blog hier könnte man es anwenden. Bei näherer Betrachtung ist das natürlich Schwachsinn.
Liebe Grüße
meiine meinung ist das es durchaus nicht schlim ist mit hitler verwant zu sein oder herausfinden zuwollen ob man es ist !!!
es ist sogar eine art der diskreminierung der angehörigen adolf hitlers, auch das bild hitlers in seiner wohnung zuhaben oder es in büchern internet und fernsehen zu veröffentlichen kann nichts unrechtes sein denn wenn ich ein foto meines faters veröffentlichen darf dann darf man das genauso auch mit herrn adolf hitler und das ich hier herr adolf hitler sage ist auch nicht unrechtmässig denn auch verbrächer haben das recht mit herr angesprochen und ausgesprochen zu werden.
jedes deutsche gericht spricht einen täter auch nach seiner verurteilung mit herr an und auch im strafvolzug wird es so gehanthabt also sollte mir man hier keines falls nazismus unterstellen !
das bild adolf hitlers ist im ferneshen allgegenwertig warum denn so ein trubel wenn es im internett veröffentlicht wird ?
wer gibt uns das recht die verwantschaft von herrn hitler so zu demüütigen und sie sozusagen zuvervolgen, wohl möglich das so manch einer von ihnen verlangt das sie ihre herkunft und verwantschaft gefölligst verbergen sollen ?
ich bin abchasischer muslim türkischer staatsbürgerschaft und in deutschland geboren, 1,5 jahre war ich auf einer schule deren direktor jude ist und in den 1,5 jahren haben wir 80% unseres geschichtsunterichts mit den gucken von filmen über die nazis verbracht und dies ist wohl eher eine seltenheit in deutschland, daher sollte man wohl davon ausgehen das ich mich mit diesem themaa zugenüge auskenne und ich keinesfalls etwas gegen juden habe oder pro nazistisch denke, jedoch sollten sie wissen das gleiches recht für alle gilt und somit auch für die familie des herrn adolf hitlers !!!
ich finde das die die hier eine ahnenforschung im bezug auf die familie des herrn hitlers in frage gestellt haben oder sie gar verurteilt haben sich hier in aller öffentlichkeit bei den verwanten des herrn adolf hitlers entschuldigen sollten !!!
es ist auch nicht verboten gute seiten adolf hitlers zu erwähnen oder gar ihn zu lieben denn dies wäre ja somit auch der verwantschaft des herrn hitlers untersagt und ich hoffe wir sind hier in unserer gesellschaft nicht an einem punkt angelangt, an dem wir selbstjustiz an unseren mitmenschen vollziehen und angehörige von tätern vervolgen oder sie indirekt dazu zwingen sich ihrer verwantschaft zu schämen oder gar sich wegen dieser vor übergriffen zu fürchten.
wenn das hier so weiter geht dann würde ich das als nur selbstverständlich erachten wenn die familie des herrn hitlers personen schutz durch das bka oder den bnd bekommt denn wenn man bedenkt das in den niederlanden ein rechtsgesinnter politiker mitten auf der strasse erschossen wurde, könnte den familien angehörigen des herrn hitlers vielleicht das gleiche schiksal wiederfahren.
wie ist es denn mit den familien der personen die hier der meinung sind das es für die familie des herrn adolf hitlers eine andere freiheit zugeben haben muss als für andere mitmenschen, fänden sie es auch so in ordnung wenn man ihre familien verfolgen oder verachten würde ???
gleiches recht für alle, so lange man herrn hitlers verbrächen nicht für gut spricht darf man ihn lieben bewundern und auch sein bild veröffentlichen und man kann keinen menschen verbieten seinen stammbaum auswendig zumachen, dies wiederspeche den geltenden menschenrechten !!!