25.06.2008 von Daniel Erk

Ein (hier längst behandeltes) Werbeplakat, das mit Hitler für einen Textmarker wirbt, hat nun einerseits einen “Löwen” in Cannes (einen Werbepreis) gewonnen und andererseits den Antifaschismusreflex der Kommentatoren auf Off-the-record (einem Werbeblog) geweckt. Auf eine Weise ist das unterhaltsam zu verfolgen: Im Beitrag selbst ist von “völliger Inkompetenz” die Rede, in den Kommentaren geht es recht fix kulturrealtivierende zur Sache und am Ende geht es vor allem um die Frage, ob das Motiv eine Anzeige oder ein Plakat sei – als ob das zur moralischen Bewertung etwas beitrage.
Interessant in all dieser reflexhaften Ablehnung Hitlers ist, wie sehr dieses “Hitler! Oh mein Gott: Hitler!” anscheinend jede reflektierte Auseinandersetzung verhindert. Zunächst einmal das abwegigste aller Mißverständnisse: In Cannes würde die richtige politische Gesinnung bewertet und die nicht der Einfallsreichtum. Hitler hin oder her, die Idee, in einem Text den zum Inhalt gehörenden Kopf – Caput, das Wichtige –… weiter lesen
25.06.2008 von Daniel Erk
24.06.2008 von Daniel Erk
Es sieht einfach zu bizarr aus: Die in die Alpen gereisten Hannover-96-Fans, die mit deutscher Ernsthaftigkeit ihre Hymne intonieren und darunter der Text, den alle so gerne vergessen würden: Deutschland, Deutschland, über alles.
Ein sogenannter “Skandal”, vollkommen klar. Auch wenn die Detailfragen offenbar nicht nur beim Schweizer Fernsehen, sondern auch bei der schweizerischen Zeitung “Blick” unbekannt sind. Der “Blick” schreibt nämlich nicht nur vom “schlimmen Fehler beim Euro-Knüller Deutschland – Österreich am Montagabend auf SF 2: Wer den Teletext auf Seite 777 eingeschaltet hatte, staunte, als in den eigentlich für Gehörlose gedachten Untertitelungen folgende Worte zur deutschen Nationalhymne eingeblendet wurden (…)”, sondern auch von einer “Nazihymne”. Und auch wenn man versteht, dass der gemeine Schweizer von der Nazizeit, von Nazis, der Finanzierrolle der eigenen Banken und der xenophoben Anfälligkeit des eigenen Landes lieber nichts wissen will, so spricht das Unwissen Bände.
Die deutsche Hymne ist die dritte Strophe des sogenannten “Deutschlandliedes”… weiter lesen
23.06.2008 von Daniel Erk

Die Daily Show mit Jon Stewart ist nie um einen grobschlächtigen Hitlerwitz verlegen. Als George W. Bush, der beliebte amerikanische Präsident (ob dieser sagenhafte Eurokurs ohne sein Zutun so zustande gekommen wäre?), vergangene Woche entschieden den Gerüchten, er möge speziell deutschen Spargel nicht, widersprach, erklärte Stewart: Deutscher Spargel sei wie jeder Spargel – nur eben reiner. Der Rest des Scherzes? Siehe oben.
Ach, Stewart! Hätten deine Praktikanten nur halb so fleißig gegoogelt wie die des Schweizer Fernsehens, die für die fabelhafte “Deutschland, Deutschland über alles”-Einblendung bei der EM wohl verantwortlich waren, dann hätten sie doch sehen und verstehen müssen – reiner, deutscher Spargel muss selbstverständlich weiß sein!
(Danke, Sascha Lobo!/via)
20.06.2008 von Daniel Erk

Der Trubel um die Eröffnung von Madame Tussauds in Berlin zeigt: Auch als Wachsfigur wird Adolf Hitler noch allerhand zugetraut. … weiter lesen
20.06.2008 von Daniel Erk

(Liebe Leserschaft: Wenn Sie die Pointe nicht verstehen, dann kommentieren Sie bitte nicht “Hä?”, “Faschdeh ick nich” oder dergleichen, denken Sie einfach nochmals kurz nach und machen Sie sich lieber so oder so oder so schlau.)
(Besten Dank für den Hinweis an David)
18.06.2008 von Daniel Erk

Was wie ein schlechtes Musical klingt, war tatsächlich eine der Strategien der Briten zu Kriegszeiten: Sich Hitlers Horoskop ‘berechnen’ zu lassen, um seine nächsten Schritte kalkulieren zu können. Zwar galt Ludwig von Wohl als Scharaltan, dennoch wurde er angeheuert, wie im National Archiv nun herausgefunden wurde. Die Verzweiflung muss groß gewesen sein. (via BBC)
Ähnlich verzweifelt muss der deutsche Fußballprofi Andre Gumprecht gewesen sein, der zwar mittlerweile bei australischen Club “Central Coast Mariners” kickt, dessen Herz aber weiterhin sichtbar sehr für Deutschland schlägt. Und so ließ er sich nach dem verlorenen Meisterschaftsendspiel und anläßlich des jedes Jahr närrischen Saisonabschlusses nicht nehmen, als Spielführer persönlich aufzutreten. Der jüdische Vereinspräsident fand das nicht ganz so komisch. (via Endi/Welt)
(Dank an die Leser Harmut Bohn und Martin Endemann)
17.06.2008 von Daniel Erk

Die Personalisierung des Dritten Reichs und Nazideutschland nimmt heute bislang bizarre, komische und tragische Folgen an. Zufall ist das nicht, es ist vielmehr konsistent, wie obenstehendes Weltkriegspropagandaplakat der USA zeigt: Der Hitler im Geist als Beifahrer. Da trägt es kaum Wunder, dass 60 Jahre später Umweltverbände auf den selben Wagen aufspringen. Man mag die Stilisierung Hitlers, die Personalisierung Nazideutschlands und die Mythisierung des vermeintlichen Führers falsch und widerlich finden. Konsistent ist sie allerdings doch.
(Herzlichen Dank Ruben Schneider und Michael Brake/Quelle)
10.06.2008 von Daniel Erk

Zur Abwechslung mal nicht Hitler, immerhin. Ein besonders hübsches Beispiel für Nazivergleicherei liefert derzeit ein spanischer, Pardon: katalanischer Provinzpolitiker, der sich mit dem Air-Berlin-Chef eine verbale Abreibung um den Stellenwert des Katalanischen auf den Flügen von Air Berlin liefert.
Air Berlin zeigt sich lustlos, dem Katalanischen seinen in Spanien zugesichterten Status zuzugestehen, der stolze Katalane ist empört, der Flugchef spöttelt, der Katalane greift also tiefer in die Schmutzkiste und bloggt: “Air Goebbels” nennt er die Fluglinie und bastelt ein Hakenkreuz ins Air Berlin-Logo. “Air Germania” wäre natürlich angemessener gewesen – aber das war die Realität ja schon wieder schneller.
(via/Danke, mawe!)
05.06.2008 von Daniel Erk
Robert Glashüttner vom fabelhaften Ösifunk fm4 war vor Kurzem bei der Hitlerblog-Lesung in Neukölln. Am nächsten Tag war Interviewtermin.
Das ausgestrahlte Gespräch steht auf Rapidshare zum Download bereit, eine “fm4 Webstory” über das Hitlerblog gibt es zudem.
(Dank und alle Recht an Text und Ton gebühren Robert Glashüttner)