
Ein (hier längst behandeltes) Werbeplakat, das mit Hitler für einen Textmarker wirbt, hat nun einerseits einen “Löwen” in Cannes (einen Werbepreis) gewonnen und andererseits den Antifaschismusreflex der Kommentatoren auf Off-the-record (einem Werbeblog) geweckt. Auf eine Weise ist das unterhaltsam zu verfolgen: Im Beitrag selbst ist von “völliger Inkompetenz” die Rede, in den Kommentaren geht es recht fix kulturrealtivierende zur Sache und am Ende geht es vor allem um die Frage, ob das Motiv eine Anzeige oder ein Plakat sei – als ob das zur moralischen Bewertung etwas beitrage.
Interessant in all dieser reflexhaften Ablehnung Hitlers ist, wie sehr dieses “Hitler! Oh mein Gott: Hitler!” anscheinend jede reflektierte Auseinandersetzung verhindert. Zunächst einmal das abwegigste aller Mißverständnisse: In Cannes würde die richtige politische Gesinnung bewertet und die nicht der Einfallsreichtum. Hitler hin oder her, die Idee, in einem Text den zum Inhalt gehörenden Kopf – Caput, das Wichtige –… weiter lesen
