Das Führerphone: Ein Anschluss unter dieser Nummer

von Daniel Erk

Dass man mit Profilen in Onlinecommunities allerlei Schabernack veranstalten kann, ist hinlänglich bekannt und spätestens wenn einen ein gewisser Karl Marx fragt, ob man sein Freund wollen werde, auch schon wieder langweilig. Viele der Communities haben unterdessen Regeln, als wer man sich unter welchen Umständen ausgeben darf und kann – und als wer nicht. Es dauerte nur Stunden, da hatte MySpace etwa das Profil eines Adolf Hitler wieder entfernt.

Munter den Adolf Hitler tanzen, dass kann man – wie Christoph Wesemann in seinem Blog beschreibt – allerdings beim Internettelefondienst Skype, der allein über 30 Hitlers unter anderem in Bulgarien, Litauen, Polen, Algerien, den USA, Tschechien und natürlich Argentinien zulässt. Zudem finden sich einige der virtuellen Möchtegernhitlers auch in Deutschland, was möglicherweise sogar strafrechtlich relevant sein könnte.

Dass Skype Christoph Wesemann nach seiner Anfrage mit einem kopiert und eingefügten Aussschnitt aus den AGBs belehrt und das Problem bislang noch gar nicht im Auge gehabt haben mag, das ist das Eine. Dass man Skype 2008 auf eine solche Problematik überhaupt noch hinweisen muss und dass im Gegenzug kein “Dankeschön, wir kümmern uns augenblicklich” als Antwort kommt, dass ist beinahe ärgerlich.

UPDATE.

Die Netzeitung hat bei diversen Skype-Hitlers einfach mal angerufen, das ist unterhaltsam und aufschlußreich. Außerdem scheint man bei Skype die Problematik unterdessen ernster zu nehmen, einerseits meldete sich heute (10.12.) deren PR-Agentur bei mir, andererseits vermeldet wiederum die Netzeitung derartiges.

(Danke Stefan/via)


4 Kommentare zu "Das Führerphone: Ein Anschluss unter dieser Nummer"

  1. Jo mei – scheißegal, such mal bei Xing nach “Hitler”, oder in dasoertliche.de

    Ist wieder mal eine Sau die durchs Dorf getrieben wird.

    Mir doch egal wieviele Hitler es gibt. So lange “Switch reloaded” ihren “Obersalzberg” machen darf und Hakenkreuze inflationär gebraucht, und sich keiner aufregt, ist’s eh nur um im Gespräch zu bleiben.

  2. Ach Uwe! Keine Sau – ein Nazischwein soll durch’s Dorf und raus aus dem Dorf getrieben werden!

  3. Das Nazischwein treibt man am besten aus dem Dorf indem man erst die Angst und den Respekt vor ihm nimmt. Ansonsten traut sch nämlich keiner die Sau – pardon: das Nazischwein- anzufassen.
    In diesem Sinne: Ein Hoch auf Switch reloaded (und Konsorten)!

  4. mh, bei dasoertliche.de gäbe es aber nur Hitlers, die tatsächlich so heißen. die sind dann wohl mehr zu bedauern als zu beschimpfen. die Skype-Hitlers heißen ja freiwillig und bewusst so…

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