Archive for Februar, 2009

28.02.2009 von Daniel Erk
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Mein Style an Waschtagen

von Daniel Erk

Man kann sich natürlich, wie es auch die finnischen Kommentatoren auf der Fundseite obigen Leibchens tun, darüber streiten, ob der Vergleich zwischen Che, Mao und Hitler in dieser Weise gerechtfertigt sei – aber streiten kann man, so man das mag, ja immer.

Der nicht so sonderlich implizite, aber viel zu selten gemachte Hinweise des Shirts wird durch den möglicherweise falschen Vergleich nämlich natürlich nicht falsch – denn Che und Mao, das waren keine netten Jungs, keine Weltretter oder Menschenfreunde, sondern durchaus handfeste Despoten und Kriegstreiber (ja, Che) und sind somit als T-Shirt-Helden ähnlich ungeeignet wie Hitler. Zumindest dann, wenn man nicht ähnlich dämlich und menschenverachtend denkt bzw. fühlt, wie Nazis es tun.

(Dank an Natascha)

27.02.2009 von Daniel Erk
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Arbeit? Am Arsch!

von Daniel Erk

Nobody Forever Shop, Tilburg, Niederlande! Toll, dass ihr all eure Pullover und Leibchen selbst häkelt und strickt und toll, dass ihr euch immer wieder sehr sinnige Poesiealbumsprüche (“My heart is a muscle, not a toy”) ausdenkt, die man dann spazieren tragen kann – aber “Arbeit macht frei – my ass”? Ist das nicht vielleicht ein Tick zu viel postmoderne Intertextualität? Seid ihr euch sicher, dass da nicht ein bisschen arg viel Wein im Spiel war, als ihr an diesem einen Abend Roland Barthes und Daniel Goldhagen und Max Webers “protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” gelesen habt? Oder war’s nur einfach ein bisschen viel Frust, als ihr feststellen musstet, dass ihr auch mit Fleiß keinen Preis verliehen bekommen werdet? Ach, ihr seid bloß Modepüppchen, meint alles total ironisch und wollt sowieso nur rumstylen? Auch gut, na dann.

(Danke, Anja!)

26.02.2009 von Daniel Erk
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Schindlers verdammte Liste

von Daniel Erk
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Im immer fabelhaften taz-Schwesterblog “Monarchie und Alltag” schrieb Freund Ihle gestern einen Beitrag über Kate Winslet und die Oscars, der so treffend – und passend ist, dass ich ihn zumindest auszugsweise wiedergeben will:

“Kate Winslet spielt (in einer Episode der Ricky Gervais-Serie “The Extra” ) sich selbst als Darstellerin einer Nonne in einem Film über den Holocaust. Als Ricky Gervais sie für ihr Engagement bewundert, deckt Winslet aber den wahren Grund für ihre Rolle in einem Film über die Nazizeit auf: weil sie endlich mal einen Oscar gewinnen will, Holocaust-Filme nun mal immer gewinnen und spricht die unsterbliche Zeile: “Schindler’s bloody List, The Pianist: Oscars coming out their arses!”

Dass Kate Winslet Sonntag Nacht nun tatsächlich ihren ersten Oscar nach fünf erfolglosen Nominierungsrunden für “Der Vorleser”, einem Drama um eine ehemalige KZ-Wärterin (Winslet), gewann, zeigt nur mal wieder wie wahr der Spruch von life

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26.02.2009 von Daniel Erk
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Er ist Hitler! Oder der Teufel! Mindestens!

von Daniel Erk

Barack Obama ist Adolf Hitler, kein Zweifel. Zumindest bestehen solche nicht für David Manning, einen US-amerikanischen Prediger, der es dieser Tage unter anderem in Jon Stewarts “Daily Show” geschafft hat. In dem Ausschnitt vom 24. Februar sieht man Manning, wie er mit ernster Miene und ständig nickend bestätigt, dass es sich bei Barack Obama um einen Zwilling des “Fjuras” handelt.

Damit ist er nicht der Einzige. Auch der erklärte Obama-Gegner David Icke zieht den eigenwillig begründeten Vergleich:

“Obama may not look like Hitler, nor sound like Hitler, but the themes are just the same. Germany was in a terrible state economically and militarily in the 1930s in the aftermath of the First World War and the reparations inflicted on the country by the Rothschild/Illuminati-controlled Versailles ‘Peace’ Conference in 1919.

From amid the chaos came the man that Germans saw then in much the same way that so

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25.02.2009 von Daniel Erk
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…ist wie Bücher verbrennen! Nur billiger!

von Daniel Erk

Die kleine Schwester des Hitlervergleichs ist der Bücherverbrennungsvergleich. Es ist ein immer billiger, meist falscher Dreisatz, der da lautet: X = Bücherbrennung, Bücherverbrennung = Nazis, Nazis = oh Gott, oh Gott.

So auch im vorliegenden Fall. Matthias Stöbener, Chefblogger des Billigbuchhändlers (bzw. des “hochwertigen modernen Antiquariats“) “Jokers Restsellers” setzt da die Inszenierung der von Denis Scheck moderierten ARD-Literatursendung “Druckfrisch” mit den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten gleich und hängt noch ein bisschen allgemeinen Gesellschaftspessimismus (“dann ist das ein deutliches Alarmsignal, dass irgendetwas nicht mehr stimmt in dieser Gesellschaft”) dran.

Anlass ist ihm, dass Scheck in seiner Sendung aktuelle Bestsellerlisten nicht nur vorstellt, sondern auch sehr dezidiert bewertet und das symbolisch untermalt – annehmbare und gute Bücher kommen auf den Büchertisch, alles was Schecks Gefallen nicht findet, wandert in den Papiercontainer.

Konkret stört Stöbener und am von ihm vermuteten veränderten Stellenwert von Büchern:

“Das hat sich geändert. Mit Denis

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22.02.2009 von Daniel Erk
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Hitlers Manieren

von Daniel Erk

“Jeder Pups von Hitler” titelt das Bildblog angesichts der schlecht und falsch aus der englischen Daily Mail abgeschriebenen Geschichte in der Bildzeitung, wo man die Wendung “Baywindow” für Plauze offenbar nicht kennt.

Schön ist da aber auch der Gestus, mit dem die Daily Mail selbst über Hitlers Manieren spottet – Hitler mal wegen des Holocausts oder des Zweiten Weltkrieges abzulehnen ist ja wenig unegwöhnlich – den Diktator wegen seines fehlenden Kniggewissens zu verachten dagegen – sehr distinguiert. Oh these brits!

(Dank an das Bildblog!)

21.02.2009 von Daniel Erk
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Das häßliche Deutschland

von Daniel Erk

Wenn es um die dunklen Kapitel Deutschlands geht, dann war alles immer nur Hitler und der Rest unschuldig und Sonnenschein. Dass neben dem Holocaust auch der erste und der zweite Weltkrieg auf das Konto dieses Landes gehen, ebenso der deutsch-deutsche Todesstreifen und die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda und die Morde von Mölln und Solingen im Namen der Nation verübt wurden, das würde gerne ebenso vergessen werden die dem Führer so artig folgenden Deutschen. Das von Hennig Onken im überhaupt sehr guten Blog “Fenser zum Hof” gezeigte Stück Streetart, das den “Pisser von Lichtenhagen” zeigt (hier ein sehr guter Artikel in Neon zum Thema) ist genau deshalb so gut und so richtig: weil es die Erinnerung aus den Museen und Gedenkstätten in den Alltag zieht.

(Bild: Hennign Onken/Fenster zum Hof)

20.02.2009 von Daniel Erk
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“One thing, and one thing only – killing Nazis!”

von Daniel Erk

Ein Gastbeitrag von Rochus Wolff*.

Wahrscheinlich war es wirklich nur eine Frage der Zeit, bis Quentin Tarantino sich auch der Nazis annehmen würde. Schließlich gehört der Mann zu den großen Aufbereitern von Filmgeschichte: Jeder seiner Filme ist so dicht mit Verweisen auf sein persönliches filmisches Universum gespickt, dass es zu den Lieblingsbeschäftigungen seiner Jünger und Fans gehört, diese möglichst minutiös und bis ins kleinste Detail zu verfolgen.

Welche Filme sich in Inglourious Basterds wiederfinden lassen werden, seinem neuesten Werk, das im August in Deutschland starten soll und dessen erster Trailer in der vergangenen Woche publik gemacht wurde, kann man jetzt natürlich noch nicht absehen; es werden aber wohl einige Streifen darunter sein, in denen reichlich Nazis ihr Leben lassen mussten.

Und schon allein weil Tarantino ein so unermüdlicher Wiederverwerter ist, macht es stutzig, dass Tobias Kniebe im vergangenen August, als das Drehbuch zu Inglourious Basterds im Internet… weiter lesen

17.02.2009 von Daniel Erk
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“Bloß wegen Adolf”: 1001 Jahr deutscher Rap

von Daniel Erk

Und wir haben kein Nationalstolz und das alles bloß wegen Adolf -
ja toll schöne Scheiße der Typ war doch eigentlich ‘n Österreicher
Ich frag mich was soll das, als wäre ich Herbert Grönemeyer
Die Nazizeit hat unsere Zukunft versaut
die Alten sind frustriert deshalb badet die Jugend es aus
Und wir sind es Leid zu leiden, bereit zu zeigen
wir fangen gerne von vorne an, Schluss mit den alten Zeiten
Siehs mal so:

Dies hier ist unser Deutschland
Dies hier ist euer Deutschland
Dies ist das Land wo wir leben
Dies ist das neue Deutschland

Man weiß gar nicht, wo man mit der Kritik anfangen soll, so kreuzdämlich, dümmlich und einfältig ist das leider, was Samy Deluxe da von sich gibt.

Die geschichtliche Ahnungslosigkeit? Dieser platte, billige Pathos in der immer unangenehmen Kombination mit dem Ruf nach… weiter lesen

15.02.2009 von Daniel Erk
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Kein Plan

von Daniel Erk

Dass die Bildzeitung gemeinhin die Rolle der Deutschen im Dritten Reich und ihre Verantwortung für den Holocaust unumwunden anspricht, ist eines der löblicheren Kapitel. In einem Beitrag über vermeintliche Gaskammerbaupläne schrieb das Boulevardblatt etwa:

“Jeder, der mit Planung und Bau des Konzentrationslagers im Entferntesten befasst war, wusste, dass hier Menschen fabrikmäßig vergast werden sollten. Die Unterlagen widerlegen darüber hinaus auch die allerletzten Holocaust-Leugner.”

Dumm nur, dass die Damen und Herren Journalisten offenbar von Recherche wenig Schimmer oder an der Wahrheit kein Interesse haben – denn wie im Bildblog nun zu lesen ist, sind die erwähnten Pläne nicht das, was die Bildzeitung behauptet. Währenddessen tat das Bildblog das Naheliegende und befragte den renommierten Auschwitz-Forscher Robert Jan van Pelt zu seiner Meinung:

“Tatsächlich ist es der Plan – gezeichnet von Häftling 127 am 8. November 1941 – einer ECHTEN Entlausungsanlage, die für diesen Zweck gebaut und niemals für einen

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