31.03.2009 von Daniel Erk
Vor einigen Wochen ging durch dieses Blog als Reaktion auf eine kleine Geschichtsstunde (“Vier langweilige Stunden pro Woche … was das wieder lange her ist oder immer ohne ein’ passiert…”) ein sogenannter “Flamewar”, in dem – augenscheinlich – jugendliche Fans Samy Deluxe für die Textzeilen “Und wir haben kein Nationalstolz und das alles bloß wegen Adolf – ja toll schöne Scheiße der Typ war doch eigentlich ‘n Österreicher” sowie “Ein Monat waren wir kurz stolz dann mussten wir uns wieder schämen denn es heißt wir haben beide Weltkriege gestartet” bejubelten und gegen jegliche, auch gut begründete, Kritik mit verbalen Entgleisungen und Bedrohungen ins Feld zogen.
In einem Interview mit dem Stern wurde Samy Deluxe nun kürzlich auf seine nationalistischen Texte angesprochen:
Gerade haben Sie Ihr neues Album vorgestellt. Für den Song “Dis wo ich herkomm” haben Sie jüngst im Hitlerblog der “taz” ordentlich Häme bezogen. Die Zeile “Wir haben keinen
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30.03.2009 von Daniel Erk
Eine gleichsam unterhaltsame, eigenwillige, bildende wie antifaschistische Reihe startet in Berlin ab dem 1. April im Babylon Mitte: Die “Freunde des schrägen Films” laden ein zu “Hitlers Resterampe – The Nazi Horror Picture Show” und passend zum Titel haben die beiden Historiker Philipp Stiasny und Jürgen Dittrich eine interessante Mischung an Filmen geschnürt: Das Programm reicht von der Kurzdokumentation “Hitler lives” (beachtlicherweise schon aus dem Jahr 1946!), über “Shock Waves” (Vorsicht, Spoiler!), Mel Brooks’ “Producers – Frühling für Hitler” und “Tarzan und die Nazis” bis zum ersten der “Ilsa”-Filme – letzterer mit einer Einführung von Sonja Schultz. Auch wenn “Night of the SS Zombies”, siehe oben, nicht zu sehen sein wird, wird es reichlich Anlaß für weniger untote Nazizombies geben, sich zu ärgern.
(via/Dank an Rochus)
27.03.2009 von Daniel Erk

Neben der Weltkriegspointe ist hier vor allem interessant, dass bereits der britische Cartoonist Fougasse in seiner “Careless talk costs lives“-Propagandapostern für das britische Informationsministerium Hitler als einerseits als pars pro toto verwendete (was natürlich auf die Inszenierung Hitlers durch die Nazis selbst zurückzuführen ist) und andererseits, dass Hitlers Ikonenhaftigkeit in keiner Weise in einem distanziert-popkulturellen Kontext bereits üblich zu sein scheint.
(Vielen Dank, Peter!)
26.03.2009 von Daniel Erk
“Unsere Beziehung hält damit schon länger als das Dritte Reich und ist meistens auch lustiger.“
Der Typ, der plump Ricky Gervais’ “The Office” kopiert hat (und dafür nicht einmal Lizenzgebühren gezahlt hat, wie Ricky Gervais in einem Interview mit Neon erzählt: “Die Show läuft in einem halben Dutzend Ländern. Von Frankreich bis Brasilien. Nur die Deutschen wollen nicht bezahlen. Die haben das Format einfach geklaut. Seltsam. Es ist eigentlich nicht die Art der Deutschen, sich etwas zu nehmen, was ihnen nicht gehört.”), hat eine neue Serie im Fernsehen. Sie heißt “Der kleine Mann” und übt sich in Hohoho-Witzen.
24.03.2009 von Daniel Erk

George Tabori hat über sein Stück “Mein Kampf” einmal gesagt: »Es gibt Tabus, die zerstört werden müssen, wenn wir nicht ewig daran würgen sollen.« Diesem Ziele ist auch dieses Blog verpflichtet. Weshalb die Nachricht, dass Taboris Stück alsbald mit Götz George als Schlomo und Tom Schilling als junger Adolf Hitler in die Kinos kommen wird, hier natürlich besonders große Freude auslöste.
Der Film basiert, was immer das dann heißt, auf Taboris 1987 in Wien uraufgeführten Farce, in der der junge Hitler zwecks Kunststudium nach Wien kommt und seiner Unterbringung, einem Männerasyl, den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl kennen und schätzen lernt. Es kommt wie in der Weltgeschichte: Hitler wird von der Kunstakademie abgelehnt wird. Und ausgerechnet Herzl rät Hitler zu einer Karriere als Politiker. Und ganz nebenbei entwickeln die Herren im Männerasyl den Titel von Hitlers wirrem Werk “Mein Kampf”. Dass die Dreharbeiten, wie man im Blog zur “Mein… weiter lesen
18.03.2009 von Daniel Erk

Um die beste Meldung des letzten Tages gibt es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: Ist es die NPD, die ihr Geld vor Jahren auf mysteriöse Weise verdoppelt hatte, ihrem ehemaligen Schatzmeister ein Taschengeld spendiert hatte – und die jetzt verloren wäre, ohne die Finanzhilfe der doch ach so verhassten “BRD”, diesem schlimmen, schlechten System, das alles alles Deutsche doch ausrotten will und überhaupt dem ach so aufrechten deutsch-nationalen Widerstand nur Böses will?
Oder geht der Preis für die größte ideologische Hanswurstigkeit an Thor Steinar, die geschmacklose, ostdeutsche Rechtsradikalen- und Faschomarke, die gerne bei den durch Vorstädte rumpelnden Aufmärschen von 100% deutsche Würstchen spazieren getragen wird – und die jetzt von einem arabischen Investor übernommen wurden (ist damit der Ausländerhaß passé? Ist Thor Steinar damit ab sofort “nur noch” eine antisemitische Marke?)?
Den geistig-organisatorischen Zustand der deutschen Faschisten geben beide Meldungen auf’s Schönste wieder. Eine schwierige Entscheidung.
(via/Bild)
13.03.2009 von Daniel Erk

“Unfortunately we do show repeats” wirbt der History Channel unter einem Bild von Adolf Hitler und einem Bild von Robert Mugabe. Und das, das ist natürlich dämlich und spricht nicht unbedingt dafür, dass die Zuständigen beim History Channel und die “Kreativen” in der Agentur auch nur einen Schimmer von Politik und Gesellschaft und Geschichte haben. Denn während die Ähnlichkeit der Bartbehaarung offensichtlich ist, sind die Unterschiede zwischen dem deutschen Diktator und dem simbabwischen Autokraten doch entscheidend. Von einem vernichtenden, für Millionen Menschen tödlichen Krieg im südlichen Afrika und von ideologische gerechtfertigten Todeslagern für bestimmte Ethnien weiß man jedenfalls soweit nichts. Was nichts daran ändert, dass Mugabes Regime brutal, menschenrechtsverletzend und im Zweifelsfall ein mordendes ist.
Andere Frage: Was ist das eigentlich für ein komisches Backpapier im Hintergrund der Reklame?
(Danke, Friederike)
08.03.2009 von Daniel Erk
Deutschland, speziell der Westen, inszeniert sich sehr gerne als humanistisch aufgeklärt, christlich moralisch und vom Nationalsozialismus geläutert. Aber der Lack der Zivilisation ist dünn, sehr dünn. Nicht nur dort, wo kulturelle Verwahrlosung herrscht, sind faschistoide Tendenzen in Deutschland an der Tagesordnung – auch in vermeintlich ganz normalen Dörfern und Ortschaften entpuppen sich die ach so anständigen Deutschen oftmals als hinterhältige, unchristliche, rachsüchtige und überhaupt weder sonderlich demokratische noch menschenrechtsrespektierende Meute.
Jüngstes Beispiel sind die Bewohner von Randerath, einem Ortschaft bei Aachen. In ihren Ort war ein Mann gezogen, der vor über 20 Jahren drei Vergewaltigungen an Schülerinnen begangen hatte und nach Ende seiner Haftzeit in Randerath vorläufige Unterkunft bei seinem Bruder gesucht hatte. Das reicht, bei allen ja verständlichen Vermutungen und Ängsten, für die Bevölkerung von Randerath offenbar, alle Regeln des “Christentums”, des Anstands, der Aufklärung und der Rechtsstaatlichkeit über Bord zu werfen. Auf Spiegel Online äußern sich die… weiter lesen
03.03.2009 von Daniel Erk

Die Front Deutscher Äpfel macht sich und ihrer geistigen Most auf ihrer “Weltnetzseite” bekannt, was aber der ganz dringend müssende Brezelhitler, der am Admiralspalast an der Berliner Friedrichstraße etwas versteckt an einem Bauzaun klebt, da macht – das scheint keiner so genau zu wissen – nicht einmal Google.
(via/via)