Werben mit Hitler XIV: HITLER® verhüten
von Daniel ErkSie wollen einen möglichst für jeden Deppen verständliche Versinnbildlichung des Ungenehmen, Ungewollten? Sie wollen ein bisschen Medienrummel, ein bisschen Aufruhr, den Ruf ein bisschen provoaktiv zu sein? Sie haben aber keine richtig, richtig gute Idee? Greifen Sie zu HITLER®!
HITLER® geht immer, HITLER® findet immer Beachtung, HITLER® ist die Persönlichkeit und Marke, die es so oft wie niemand anderes auf das Cover des Spiegel und in die Daily Show geschafft hat. HITLER® kostet nichts, nicht einmal mehr Mut, den alle wollen und alle mögen und alle nutzen HITLER® – zumindest in der Werbung
Nutzen Sie die die über alles in der Welt ragenden Aufmerksamkeitswerte von HITLER®! Geben Sie Gas mit HITLER®! Ob TV, Nichtrauchen, Kunstausstellungen, Wein, asiatisches Essen, Radiosender, Textmarker, Naturschutz, gegen Krebs, gegen Pelz – HITLER® wirbt gerne auch für Ihr Produkt! Neuerdings etwa, da wirbt HITLER® beispielsweise auch für Kondome mit HITLER®. Ob es nun darum geht, dass jede Schwangerschaft das Risiko bedeutet, einen kleinen Diktator in die Welt zu setzen, ob – wie für gute Katholiken und andere Verwirrte – Sex per se das Böse der Welt versinnbildlicht oder ob Kondome auch gegen Nazis schützen – man weiß es nicht. Aber hey, egal! Hauptsache Aufmerksamkeit – Hauptsache HITLER®.
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Herrje, die Chinesen sind offenbar ziemliche Angsthäschen und hypersensibel – jedenfalls hat sich die für die Motive verantwortliche Agentur mittlerweile bei den Chinesen den Kotau gemacht und sich wortreich und dienernd entschuldigt: http://www.kress.de/cont/home.php?tag=2009-04-21&rss=1#127851
Im Bezug zu:
“Herrje, die Chinesen sind offenbar ziemliche Angsthäschen und hypersensibel – jedenfalls hat sich die für die Motive verantwortliche Agentur mittlerweile bei den Chinesen den Kotau gemacht und sich wortreich und dienernd entschuldigt: http://www.kress.de/cont/home.php?tag=2009-04-21&rss=1#127851”
Es liegt ja nicht nur an dem “Führer Spermium” an sich, das sich das Böse so erfolgreich in Deutschland ausbreiten konnte, sondern an den vielen kleinen fleißigen (Irr)Lichtern die offenbar nicht in der Lage waren (und es auch heute noch nicht sind) zu erkennen das sie ihr Schicksal einem Wahnsinnigen anvertrauten.
Die Werbewirksamkeit einer solchen Kampangne ist auch deshalb fragwürdig als das sie charakterliche Ausbildung einer Persönlichkeit nur
auf den reinen Prozess einer genetischen Vererbung reduziert.
Diese Aussage war ironischerweise ein Kernpunkt der faschistischen Rassenideologie. Es stellt sich damit zusätzlich auch die Frage welche Zielgruppe mit besagter Werbung eigentlich erreicht werden sollte.
Wie Verzweifelt (oder dämlich) muss ein solcher Werbemensch sein um sich so einen “Rohrkrepierer” zu leisten? Das nachträgliche Zurückrudern im Sinne wie: “Tschuldigung, war nicht so gemeint, war nicht für das Werbevolk gedacht”, verpasst der ganzen Sache einen würdig peinlichen Abschluss.