Archive for September, 2009
Wenn in Deutschland religiöse Minderheiten die Absetzung von Kulturproduktionen, von denen sie sich verunglimpft fühlen, fordern, dann ist im deutschen Feuilleton der Teufel los. Meist lassen sich die alten Männer in ihren tuckernden Glossen sogar dazu herab, die Meinungsfreiheit per se gefährdet zu sehen, wenn nicht gar mal wieder der ewige auf sich warten lassende Kampf der Kulturen begonnen hat.
Wenn aber in Hoyerswerda, der Stadt in der 1991 die häßlichen Deutschen ihre Fratze zeigten und den ersten nach-Wende-Pogrom abhielten, Neo-Faschisten qua Bombendrohung die Absetzung von “Inglorious Basterds“, dem tatsächlich sehr guten, neuen Film von Quentin Tarantino fordern, dann ist das kaum ein Aufheulen wert. Nicht einmal dann, wenn das Kino unter mehr als dubiosen Umständen den Film tatsächlich aus dem Programm nimmt. Es handelt sich dabei nicht einmal um einen Einzelfall – sondern um vom ehemaligen NPD-Funktionär Andreas Molau angestachelte Aktionen gegen den Film, den Nazis als… weiter lesen
Wenn man sehr viele, sehr langweilige Kommentare von einfältigen 17-jährigen World-of-Warcraft-Fans haben wollen würde, dann müsste man unter dieses Bild einfach nur “Hier ist der Photobeweis: Piraten (im Bild: Bodo Theissen) sind Nazis”.
Aber wer will schon eine krakeelende Meute die immer bloß “klarmachen zum Ändern” schreibt? Eben.
Also wenden wir uns der Entstehungsgeschichte dieses Bildes zu, das aus dem Flickr-Fundus des US-amerikanischen Popduos Matt and Kim stammt. Matt and Kim haben also ihren Freund Taylor offenbar auf einer Minigolfbahn namens “Peter Pan” in South Austin, Texas, photographiert. Warum aber der Pirat auf der Peter-Pan-Bahn den Hitlergruß macht, nun, das bleibt dennoch unergründbar.

Der Dame im Poster geht es ganz offenbar wie Deutschland ’45: Sie wird, Pardon, von Adolf Hitler (“Deutschland ist meine Braut”) gefickt. Eine beinahe wirklich kongeniale Verbindung von “Sex sells” und Hitlervergleichsprovokation – wenn, ja wenn sowohl Hitler- als auch Sexwerbung nicht längst der Inbegriff der Ideenlosigkeit wären.
Die intendierte Geschmacklosigkeit und das erhoffte Schockmomentum sind hier ja gar nicht das Problem – diese Werbung ist nicht schockierend und wenn doch, dann bloß schockierend peinlich. Ist ja nicht so, dass hier völlig neue Dimensionen erreicht oder Verknüpfungen gebunden würden – immerhin gab es bereits zwei Werbekampagnen für Kondome mit Hitler (nämlich hier und hier).
Der Kino- und TV-Spot, der Radiospot (“Wollt ihr alle AIDS?”) und der, ja, Raptrack zur Kampagne (geht’s Ende eventuell bloß um A.I.D.S., also Sido und B-Tight?) sind natürlich ebenso billig wie banal (bald kann man auch sein eigenes Bild… weiter lesen
‘Cause you make me smile: Dass die Summe aus Smiley + Tankdeckel auf Hitler hinauslaufen würde, achje, das konnte nun wirklich keiner ahnen.
(via Fareus)


