Archive for November, 2009
Robert Misik ist ja grundsätzlich lesens- und sehenswert Autor – in der aktuellen Folge #104 von FS Misik geht es unter anderem darum, dass die österreichische Innenministerin Maria Fekter nicht wie Hitler ist und darob froh – und darum, wie man sich für einen Völkermord entschuldigt.
Es gibt zwei Dinge, von denen kleine Jungs besonders besessen sind: Soldaten und Dinosaurier. Wer beide Insignien von althergebrachter Männlichkeit, Gewalt und Macht kombiniert, so die Denke hinter folgendem Produkt, der sollte doch eigentlich alle kleinen Jungs bzw. all die Menschen, die tief in sich noch kleine Jungs sind, doch begeistern und zum Kauf Download verleiten können. Bizarr? Oh ja!
Aber sehen Sie selbst:
(via/Danke, Friedrich!)
Die Kontroverse um Hitlers Buch “Mein Kampf” ist alt und altbekannt: Die Recht am Werk liegen beim Freistaat Bayern, der Inhalt – eine Mischung aus Biographie und Ideologiebegründung – ist krude, wirr, unlogisch und schlechte geschrieben, wird aber doch als so gefährlich erachtet, dass er in Deutschland nicht in Buchform verbreitet werden darf. In Südamerika, Ägypten und der Türkei sind Plagiate in den entsprechenden Sprachen zu erhalten – ebenso wie Originalausgaben in den Kellern in vermutlich jedem zweiten deutschen Haushalt. Und Serdar Somuncu hat sich darum ja verdient gemacht wie kaum ein Zweiter, den Unsinn in “Mein Kampf” auch als solchen bekannt zu machen.
Nichtsdestotrotz überrascht es doch ein wenig, dass ausgerechnet der sonst so auf Katholizismus, Ängstlichkeit und Sauberkeit jeder Art versessene iTunes Store eine Spanisch-sprachige Version von “Mein Kampf” im Angebot hat: “Mi Lucha” kommt komplett mit Hakenkreuzcover und Altersfreigabe ab 9 Jahren.
Doch wer… weiter lesen
Der rechte Gruß, nun ja. Was der Zeichner Wulff Morgenthaler halt nicht weiß und zu faul nachzuschlagen oder zu googlen war:
Der Hitlergruß war seit etwa 1925 die übliche Grußform in den nationalsozialistischen Kreisen des Deutschen Reiches. Hitler hatte die Symbolik von Benito Mussolini kopiert, der seinen Gruß wiederum auf den Saluto romano (Römischer Gruß) aus der Zeit des Römischen Reiches zurückführte, aber auch aus seiner österreichischen Heimat mitgebracht, wo „Heil“ als Gruß unter Freunden verwendet wurde… usw. usf.
(via/Danke, Sebastian!)
“The Onion“, das amerikanische Pendant zur Titanic, ist ähnlich wie Stephen Colbert und Jon Stewart, ein Fakelträger des Nazi-Rezeptions-Sarkasmus. Dieser ist eine spezielle Spielart des Humor über das Dritte Reich in dem die Pointe darin besteht, dass man sich über den Umgang mit dem Dritten Reich in der Nachkriegszeit in den Medien belustigt.
Der aktuelle Bericht von “The Onion” über “Fallen Axis” ist ein sehr schönes Beispiel: Der Text beschreibt eine fiktive NS-amerikanische (ja!) Serie, die davon handelt, wie die Welt aussehen würde, wenn die Alliierten den Zweiten Weltkrieg tatsächlich gewonnen hätten.
Das ist gleich doppelt genial: Zum einen, weil implizit und ohne dass darum groß Aufhebens gemacht würde, vorausgesetzt wird, Deutschland habe den Krieg verloren gewonnen (argh, der Eifer des Gefechts immer!). Und Zweitens, weil der etwas billige Horror von Robert Harris’ Roman “Fatherland” umgekehrt wird. Denn so furchtbar und abwegig die Vorstellung ist, Nazideutschland… weiter lesen
Die Engländer bzw. deren Boulevardpresse liebt Umfragen, denen zu Folge die Engländer bzw. deren Kinder keine Ahnung von Geschichte, speziell von der Geschichte Deutschlands und da ganz besonders der Zeit des Dritten Reichs haben.
Schon 2004 geisterte eine Meldung durch die Gazetten (und so auch durch die FAZ), nach der die britische Zeitung „The Independent“ 2096 Briten ab 16 Jahren befragt und so herausgefunden habe, dass “elf Prozent aller Briten […] Adolf Hitler für eine Erfindung [halten]. Dagegen sind 57 Prozent davon überzeugt, dass die englische Sagengestalt König Artus wirklich gelebt hat.”
Und nun sollen, laut der immer unzuverlässigen Klatschpresse “The Sun”, 5 Prozent der jungen Briten glauben, Adolf Hitler sei ein Fußballtrainer gewesen. Wenn man den Zahlen glauben darf, dann wurden 2.000 Schulkinder befragt.
Wenn davon 5 Prozent (“one in twenty”) die Antwort “Fußballtrainer” angegeben hat, dann wären das summa summarum 100 Schüler ingsgesamt. Und auch… weiter lesen
Dass man nicht unbedingt lupenreiner Journalist sein muss und etwas Wert auf die Trennung von Bericht und Kommentar legen muss, wenn man bei Spiegel Online etwas werden will, das ist kein Geheimnis und auf den ersten Blick offenbar. Dass man aber selbst mit einem Allgemeinwissen, mit dem man bei keiner Journalistenschule Deutschlands über die erste Runde hinauskommt bei SPON und dpa Karriere machen kann, das ist doch seltsam bis peinlich. Anders aber ist nicht zu erklären, wie obiger Vorspann und der folgende Artikel über den Auftritt des Liedermachers Stefan Krawczyk bei Präsident Köhler zustande kommen konnte.
Den das, was Spiegel Online da schreibt, nämlich dass die erste Strophe der Nationalhymne verpönt sei und dass “die ersten beiden Strophen sind zwar nicht verboten, aber – nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus – weitgehend tabuisiert” sind, das ist ausgemachter Stuss. Denn die deutsche Nationalhymne hat nur eine Strophe und beginnt… weiter lesen
Garfunkel & Oates sind zwei US-amerikanische Komikerinnen, die mit hihi-lustigen Lo-Fi-Liedchen über Sex, Beziehungen, Alltag und, eh, Sex und ihrer monatlichen Bühnenshow “The Garfunkel And Oates Hour” in Hollywood auftreten.
Bei einer Sonderausgabe ihrer Show in New York waren auch Kanye West und Adolf Hitler zu Gast Thema – im Rahmen eines kleinen Zitateratespiels. Ob das nun historisch ganz korrekt ist, das möge jemand nachprüfen, der sich auf englische Versionen von Hitlerzitaten spezialisiert hat.
Dass aber durch die Show durch die Lacher am Lautesten sind, wenn Hitler erwähnt wird, argh, das sollte doch zu denken geben. Vor allem den beiden Damen auf der Bühne.
(Danke, Hendrik!)
Frau Schicklgruber war als äußerst strenge Sprtlehrerin bekannt. “Eva”, rief sie, “drück’ die Beine schön durch … ja … und schön die Hüfte im rechten Winkel lassen … sehr schön Magda … noch ein bisschen strammer … ist’s auch eine sehr gute Übung für den Rücken … ja, Mädels …”, rief Frau Schicklgruber, “so ist das sehr, sehr schön!”
(via Getty Images/danke, Ana!)









