Dafür, dass diese wunderbare Stunde Fernsehen von BBC Four sich eigentlich Musik widmen soll, haben Hitler und die Nazis hier ein paar eigenartige Auftritte. Sowohl als echte historische Figuren, als auch schon als kulturelle Zitate und Witzfiguren.
Archive for Februar, 2010
Nun, da Deutschlands Öffentlichkeit absurderweise erst anhand des iPads von den Abermillionen von Parodien des Films “Der Untergang” zu erfahren scheint (zumindest wenn ich die Kommentare bei Spreeblick richtig deute), äußert sich auch Oliver Hirschbiegel, der Regisseur des Films zum Phänomemn, wie man im New York Magazine nachlesen kann:
“Someone sends me the links every time there’s a new one,” says the director, on the phone from Vienna. “I think I’ve seen about 145 of them! Of course, I have to put the sound down when I watch. Many times the lines are so funny, I laugh out loud, and I’m laughing about the scene that I staged myself! You couldn’t get a better compliment as a director.” Some of Hirschbiegel’s favorites are the one where Hitler hears of Michael Jackson’s death, and one in which the Fuhrer can’t get Billy
Der Berlinale 2010 hat ihren Skandal und es ist, Überraschung, ein Naziskandal. Es ist Oskar Roehlers Film “Jud Süß – Film ohne Gewissen”, der Kritik und Ekel erregt und auch wenn so manche Aufregung verlogen und wohlfeil ist, was Thorsten Funke auf Critic.de schreibt, klingt absolut einleuchtend und nachvollziehbar:
Es ist ein Film wie eine Titelgeschichte des „Spiegel“. Akkurat in den Details, zugleich mit seltsamer Faszination von seinem Gegenstand geplagt.
Der gesamte Text von Funke findet sich auf Critic.de.
Dieses Bild hat Heinrich Dubel augenscheinlich in Berlin ausgenommen und freundlicherweise eingesandt. Nur: Was will der Kleber sagen, was genau fragen? Und vor allem: Wer hat ihn entworfen und verbreitet – und mit welcher Intention? Sachdienliche Hinweise bitte in die Kommentare.
“Das Böse”, huhu!, da ging der Titelbildredaktion beim Stern aber ganz ordentlich einer ab! Warum nicht gleich: der Teufel? Vom eigenartigen “Die Schöne und das Biest”-Subtext ganz zu schweigen. Vor allem aber auch, weil man nicht jeden Stuss zum Titelthema machen muss, bloß weil ein Verlag das auf Papier druckt. Franziska Augstein bringt in der Süddeutschen da schon ausreichend Licht in Dunkel, wenn Sie Braun als “Tschapperl” verspottet.
Von allen möglichen und bisweilen populären Kostümen der Welt, erfreut sich Adolf Hitler in Deutschland bis heute eher geringer Beliebtheit. Dass mit Hitler nicht zu spaßen war, dass ist auch einem Text über die Frankfurter Fastnachtsausstellung zu entnehmen:
1936 kam es in Heddernheim zu einem Eklat. Auf der Titelseite der “Heddemer Käwwern-Zeitung” waren zwei Narren abgebildet, wovon einer die Züge Adolf Hitlers trug. Die Zeitung wurde sofort eingezogen, die Redakteure verhaftet und der Heddernheimer Fastnachtszug durch “Klaa Paris” verboten.
Q.E.D.: Humorlose Arschgeigen, diese Nazis. Keine Neuigkeit. Humor hat, wer über sich selbst lacht. Und wo man nicht lacht, da lass’ dich nicht nieder.
(Danke für den Hinweis, Erik Meyer!)
Hast du Lampenfieber, wenn du vor Publikum lesen musst?
Es bereitet mir kein Vergnügen. Immerhin habe ich gelernt, dass das Publikum immer lacht, wenn man Scheiße, Schwanz oder Hitler sagt (Worte, die in meinen Texten Gottseidank reichlich vorkommen). Der Mensch im Publikum ist in der Regel 15 IQ-Punkte dümmer als er selbst, wenn er allein vor dem Rechner oder einem Buch hockt. Wusste übrigens schon Hitler. JETZT lacht darüber natürlich keiner.
Das schreibt Malte Welding und ohne Frage hat er recht. Fragt sich halt doch noch: woran liegt das? Also das, dass alle lachen, wenn man Hitler sagt?
Das waren die 90er: Mit großem komödiantischen Talent, ein klein wenig Anarchismus und wirklich wenig elaboriertem Witz konnte man nervöses Gelächter einheimsen und selbst auf RTL noch einen Grimme-Preis abräumen. Olli Dittrich, Wigald Boning, RTL Samstag Nacht.
(Danke, Florian, für den Hinweis)
Oliver Polak, der letztes Jahr mit dem Buch “Ich bin Jude, ich darf das” bekannt wurde, tritt am 15. und 17 Februar in Berlin anlässlich der, wie Polak das nennt, “Reichshauptstadtpremiere“, im Quatsch Comedy Club auf. Wenn die Show nur halb so respektlos, lustig und gesprickt mit Anspielungen ist, wie das Plakat, dann wird das sehr, sehr komisch.





