01.03.2010 von Daniel Erk

Da schreibt man einen unter Journalisten sogenannten “Riemen” über den Hitler-Fetischismus, müht sich ab die These zu untermauern, zu belegen und verständlich zu machen – und dann veröffentlicht “Bild” einen Artikel, der jeden einzelnen Satz eben jenes Riemens belegt und untermalt. Man kann es kaum anders formulieren: Diese neue Qualität der Hitlermanie hat beinahe die Züge eines Heldenkultes.
Was aber findet sich auf Hitlers Nachttisch: Unter anderem Shakespeare, Ibsen, die Bibel, „Max und Moritz“, „Gullivers Reisen“, „Robinson Crusoe“ und „Meyer’s Universallexikon“. Macht das Hitler nicht viel mehr zu einem recht normalen Mitglied seiner Kohorte, einem Kind seiner Zeit? Oder sind all diese Bücher nun auch nazifiziert und stehen alsbald unter dem Verdacht, aus ehrbaren, kleinen Kindern böse Diktatoren zu machen? Ist ja durchaus vorstellbar dass im Falle eine Amoklaufs “Robinson Crusoe” in einem Jugendzimmer gefunden wird und eine große Boulevardzeitung titelt: “Der Mörder las die Hitler-Bücher”.
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01.03.2010 von Daniel Erk

Es gibt, zumindest aus einer eher oberflächlichen Betrachtung, natürlich geschicktere Orte als ausgerechnet ein “Hitlerblog”, um den weiter um sich greifenden Hitler-Fetischismus anzuprangern.
Bevor genau dies aber in wenigen Sätzen nichtsdestotrotz geschehen soll, einige Anmerkungen in eigener Sache (die Sie getrost auslassen können, wenn Sie nur an den aktuellen “News” interessiert sind): Als dieses Projekt hier vor mehr als 3½ Jahren seine Grundformen annahm, da gab es weder ein wirkliches Konzept noch eine wie auch immer geartete Theorie hinter diesem Blog. Es gab lediglich die Beobachtung, dass der Umgang mit Adolf Hitler, der NSDAP, dem Dritten Reich und dem Holocaust auch 60 Jahre nach deren Ende ein komplexe, Komplex behaftetes und – freiwillig wie unfreiwillig – in einer eher eigenartigen Art von Witz und Humor resultierte. Dieser Witz bestand entweder darin, sich wie die Vertreter der Neuen Frankfurter Schule, also der Titanic etc., über die Gleichzeitigkeit von Samthandschuhen, Tabuisierung… weiter lesen