13.12.2011 von Daniel Erk
Ich war nie ein großer Fan des Kabarettisten Serdar Somuncu. Mir erschien das meist zu laut, zu selbstverliebt und zu platt, was Somuncu von sich gab, auch wenn ich die Intention verstand und schätzte.
Das wurde nicht besser, als vor Kurzem Somuncus neues Album erschien. Schon der dem Album beigelegte Werbezettel war barer Unsinn. Da stand:
“Warum die NPD verbieten, wenn man sie auch veralbern kann, scheint das Motto zu sein, das Somuncu sich dabei gewählt hat, denn schon die ersten Textzeilen des Refrains der zweiten Singleauskopplung „Ich bin der Mann mit dem Bart, ich bin der Mann mit dem Scheitel, innen weich, aussen hart, kein wenig eitel!“, lassen keine Fragen offen, wohin die Reise auf seinem Debütalbum auch diesmal wieder gehen soll.”
Das Lied, um das es da ging, klang dann auch so:
Auch wenn man auf dererlei PR-Quark nicht allzuviel geben sollte: Ich fand,… weiter lesen
20.10.2011 von Daniel Erk

Hitler! Schwanger! Mit einem Furz! Na hoppla, da habt das chinesische Theater aber einen fabelhaften Einfall gehabt, wie man in der FAZ nachlesen kann:
Hitler als Taichi-praktizierender chinesischer Rentner mit dem Vogelkäfig an der Hand, Hitler beim Rock ’n’ Roll mit Eva Braun, Hitler schwanger: All das ist im Pekinger „Pionier-Theater des Ostens“ unweit der zentralen Einkaufsmeile Wangfujing zu sehen, aufgeführt von Meng Jinghui, einem der bekanntesten Bühnenregisseure Chinas. Doch zur Annahme, dass Peking jetzt die Berliner Volksbühne in punkto subversivem Trash womöglich überholt, besteht kein Anlass. Hitler kommt in Mengs jüngstem Stück „Hitlers Bauch“ als historische Gestalt nämlich eigentlich gar nicht vor; von Ideologie und Verbrechen ist hier überhaupt keine Rede. Es geht bloß um sein Logo – den Schattenriss mit Haartolle und Bärtchen, dessen Projektion das Bühnenbild abgibt, die Uniform, das Rumgebrülle –, und vor dieser Folie werden dann launige Scherze mit der chinesischen Gegenwart
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18.10.2011 von Daniel Erk
Quiztime! Wir schreiben das Jahr 17…, egal: Wir schreiben irgend ein Jahr vor 1933. Ein Mensch will einen anderen verunglimpfen, mit viel Schmackes und mit maximaler Beleidigung. Mit wem wir diese andere Person verglichen?
- Napoleon Bonaparte
- Der biblische Pharao (der Mose und die Juden nicht gehen lässt)
- Judas
- Pontius Pilatus
- Josef Stalin
- König Leopold II. von Belgien (verantwortlich für die Gräul im Kongo)
- Die Jungtürken (die den Genozid an den Armeniern beschlossen)
Die richtige Antwort lautet: alle bis auf Stalin, Leopold und die Jungtürken. Zumindest behauptet dies ein offenbar recht fundiert recherchierter Artikel des amerikanischen Gesellschaftsmagazins Slate.com zu eben jener Frage:
Today, the Führer is universally recognized as the embodiment of evil and the most convenient example of a truly terrible human being. Before World War II, who was the rhetorical worst person in history?
Interessant ist, dass in der Geschichte der Rhetorik bis vor recht kurzer… weiter lesen
13.10.2011 von Daniel Erk

“Wie würde der Stundenplan aussehen, wenn es alle Gaga-Schulfächer, die irgendwer fordert, wirklich gäbe” fragte sich die taz und Kollege Brake griff zum Stift. Mit dabei: Das Fach “NS-Zeit”. Mit Zeichnung! So niedlich war Hitler selten.
19.09.2011 von Daniel Erk

Ich habe ganz stark das Gefühl, das gerade die Zeiten anbrechen, in denen man zu Hitlerwitzen wirklich nur noch gähnen kann. Erwartbare Provokation – das muss man ja auch erst einmal schaffen.
(via)
12.09.2011 von Daniel Erk
»Immer sorgloser gehen wir mit Hitler um: Auf Magazinen, in der Werbung, im politischen Streit – überall sind der »Führer« und die Symbole des Dritten Reichs präsent. Daniel Erk dokumentiert und kommentiert, welche Folgen es hat, wenn das Schreckliche seinen Schrecken verliert. Ein kluges, pointiertes und sehr aktuelles Buch!« – meint der Verlag jedenfalls.
Ein Auszug aus dem Buch ist mittlerweile auf Zeit Online erschienen. Ab sofort ist es in jedem Buchladen zu kaufen oder zu bestellen.
Wenn Sie in Sachen Buch auf dem Laufenden bleiben mögen, können Sie gerne “Fan” des Buches auf Facebook werden. Dafür werde ich im Gegenzug auch nicht andauernd im Blog für das Buch werben, versprochen.
Daniel Erk: Soviel Hitler war selten. Die Banalisierung des Bösen oder warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist.
Heyne Verlag, München 2012. 240 S. 9,99 Euro.
04.09.2011 von Daniel Erk
Die Kollegen von Vice waren samt Kamera in Mecklenburg-Vorpommern, im notorischen NPD-Nazi-Dorf Jamel.
Die NPD und ihr nahestehende Organisationen haben dort die Macht über die Köpfe und Straßen erobert und betreiben in aller Öffentlichkeit einen Lager-ähnlichen Treff, samt eines Grilles mit der Aufschrift “Happy Holocaust”. Der Video-Beitrag von Vice ist bedrückend und erschreckend.
Außerdem wird heute in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dort wohnen: gehen Sie wählen. Und: Wählt keine Nazis.

(Danke Xander und Felix/auch via NPD-Blog.info)
13.08.2011 von Daniel Erk
Der Vollständigkeit halber soll Heiner Geißler hier nun auch mit einigen Tagen Verspätung nicht unter den Tisch fallen – so saubleed, wie man das im Süden formulieren würde, muss man sich ja erst einmal anstellen.
Was ist passiert? Netzpolitik beschreibt das so:
Heiner Geißler wurde heute morgen im Deutschlandfunk zu den Schlichtungsgesprächen rund um S21 interviewt. Dabei ging es auch um eine Äußerung von ihm, die am vergangenen Freitag gefallen ist: “Wollt Ihr den totalen Krieg?” hat er wohl die Teilnehmer an den Schlichtungsgesprächen gefragt und damit Joseph Goebbels zitiert. Darauf wurde er im Deutschlandfunk angesprochen und hat sich im Verlauf um Kopf und Kragen geredet.
Man kann sich das alles, alles anhören, das betreffende Interview ist beim Deutschlandfunk weiterhin abrufbar:
DLF: Verharmlosen Sie damit die Sprechweise der Nazis?
Heiner Geißler: Achwas, das ist keine Sprechweise der Nazis. Den totalen Krieg gibt es auch woanderswo. Den haben
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30.07.2011 von Daniel Erk

A propos “Kätzchen”: Diese kleine Katze namens Kitler findet in England keine Familie – wie der englische Daily Telegraph berichtet. Und zwar, behaupten, die Mitarbeiter des Pflegeheims, wegen des schwarzen Fells über Schnauze und rund um das recht Ohr, das an Adolf Hitler erinnere:
We rehome five and a half thousand animals every year but we cannot find a loving owner for Kitler. We think her unusual markings are putting people off.
Vielleicht liegt’s aber auch, wie Daily What vermutet, am Namen. Und diese sehr eindeutigen Bildern, die sind bestimmt auch sehr, sehr hilfreich.
(Danke an David, ohne den dieses Blog bestimmt nur halb so unterhaltsam wäre!)
27.07.2011 von Daniel Erk
Europa, Politik, Jugend – war da nicht was? Genau: der heldenhafte Angriff auf die norwegische Hitlerjugend.
Zumindest, wenn man dem amerikanischen Rechtsradikalen Glenn Beck glaubt, der im Radio Folgendes sprach:
“There was a shooting at a political camp, which sounds a little like, you know, the Hitler youth. I mean, who does a camp for kids that’s all about politics? Disturbing,” Beck stated in the first minute of his syndicated radio show Monday.”
Ähnlich überzeugend die Argumentation des rechtsradikalen Radiomoderators Michael Savage:
“This has all the appearances of a cover-up. They created their Reichstag fire. [… ] How could one man have blown up the downtown and then raced to the island to kill the teens?”
(via/via)