18.01.2012 von Daniel Erk
Wo immer “So viel Hitler war selten” besprochen wird, finden sich Kommentatoren, die der Meinung sind, man könne das Thema doch auch mal bei Seite schieben – ganz so, als hätten in der vergangenen Jahren nicht rechtsextremistische Terroristen dutzende Morde verübt. Und als würden da draußen nicht immer noch und immer wieder Alt- und Neonazis ihren Schwachsinn von sich geben:
(Danke, Robert!)
12.01.2012 von Daniel Erk

Hitler, ein Dicktator? Ein neuer Tumblr zeigt jedenfalls Bilder von Diktatoren, deren Köpfe durch die Eichel eines Penis’ ersetzt wurden. Natürlich auch Hitler. Warum? Weil Diktatoren erst ihren Mann stehen, dann aber meist erschöpft zusammensacken? Weil sie nicht so hart und stramm sind, wie sie tun? Ich weiß es nicht. Und finde das alles unfassbar bescheuert.
Weil aber Intertextualität nie aufhört und keine Grenzen kennt, ist die Quelle des Ursprungsbildes auch noch sehr absurd: es handelt sich um ein Werbeplakat eines italienischen Modeherstellers namens “Duce”, der vor einigen Jahren mit einem schrill geschminkten Hitler in rosa Uniform warb.
23.10.2011 von Daniel Erk
Der eben verstorbene Medientheoretiker Friedrich Kittler war offenbar ein Mann von Charisma. Einer mit Verve zudem, also jemand, der junge Studenten mit ebenso ungewöhnlichen wie überzeugenden Argumenten in seinen Bann ziehen konnte.
Aber rechtfertigt das dies?
1. Ein solch affirmatives Vorgehen hat Kulturhistorikern wie Steininger die aus der herzlichen Bösartigkeit konkurrierender Forscher herrührende Bezeichnung “Kittler-Jugend” [sic!] verschafft. (Quelle: taz)
2. “Die Fackel der Theorie haben Sie schon weitergereicht. Sie haben namhafte Schüler wie Norbert Bolz hervorgebracht, man spricht sogar von der ‘Kittlerjugend’.” (Quelle: Welt am Sonntag)
Ganz im Ernst: Ist das der respektlose Humor während der späten Jahre der Spontis und der frühen Jahre der Titanic? Ist da was dran? Ist das lustig? Oder ist möglicherweise eigentlich verharmlosende Präzedenzfall der Hitler-Analogie – weil im Umkehrschluss die Hitlerjugend halt auch nicht mehr war als die Gefolgschaft eines charismatischen Denkers?
19.10.2011 von Daniel Erk
Der gestrige Gefangenenaustausch zwischen der Regierung Israels und der Regierung von Gaza hat naturgemäß hohe Wellen geschlagen – dafür ist der Nahostkonflikt ja immer gut.
Besonders bizarr wurde die Debatte aber auf Twitter und zwar rund um den Account von Roseanne Barr – ja, exakt die Roseanne. Die Roseanne Barr, die früher einmal die Proll-Furie in einer Serie ihres Namens spielte – und die von einigen Jahren mit einem Auftritt im amerikanisch-jüdischen Magazin Heeb für einen Aufschrei sorgte.
Barr ist, was viele nicht wissen, Jüdin, aber (wie viele linke und kritische Juden in den USA) so gar nicht einverstanden mit der Politik der rechtskonservativen Regierung Israels. Und offenbar ist Frau Barr genau so dreist und vorlaut wie die Figur ihrer Serie – zumindest klingen ihre Beiträge auf Twitter so:



Interessant ist an Barrs Suada vor allem, wie sie den Begriff “Nazi” benutzt… weiter lesen
12.10.2011 von Daniel Erk
Als ich vor Kurzem zu Gast bei der Berliner Reformbühne Heim & Reich Welt war, weilte dort auch der in Leipzig geborene und in Berlin lebende Künstler K.P.M. Wulff. Den nächsten Satz schreibe ich nur, um die blödelnde Überschrift zu rechtfertigen: Bei jener Lesebühne hatte ich die Möglichkeit, vor des Künstlers Augen zu lesen während Wulff die Chance hatte mich zu zeichnen.
Die Ergebnisse sind sehr aufmerksam, hintergründig und mit spitzer Feder gezeichnet:



Ganz besonders mag ich diese Zeichnung (so fühle ich mich tatsächlich):

NB: Bitte diese Bilder, die ich geschenkt bekommen habe, nur und ausschließlich in Absprach mit Herrn Wulff verwenden.
19.09.2011 von Daniel Erk

Ich habe ganz stark das Gefühl, das gerade die Zeiten anbrechen, in denen man zu Hitlerwitzen wirklich nur noch gähnen kann. Erwartbare Provokation – das muss man ja auch erst einmal schaffen.
(via)
12.09.2011 von Daniel Erk
»Immer sorgloser gehen wir mit Hitler um: Auf Magazinen, in der Werbung, im politischen Streit – überall sind der »Führer« und die Symbole des Dritten Reichs präsent. Daniel Erk dokumentiert und kommentiert, welche Folgen es hat, wenn das Schreckliche seinen Schrecken verliert. Ein kluges, pointiertes und sehr aktuelles Buch!« – meint der Verlag jedenfalls.
Ein Auszug aus dem Buch ist mittlerweile auf Zeit Online erschienen. Ab sofort ist es in jedem Buchladen zu kaufen oder zu bestellen.
Wenn Sie in Sachen Buch auf dem Laufenden bleiben mögen, können Sie gerne “Fan” des Buches auf Facebook werden. Dafür werde ich im Gegenzug auch nicht andauernd im Blog für das Buch werben, versprochen.
Daniel Erk: Soviel Hitler war selten. Die Banalisierung des Bösen oder warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist.
Heyne Verlag, München 2012. 240 S. 9,99 Euro.
15.08.2011 von Daniel Erk

Oha! Es gibt offenbar nicht nur das Lego-KZ aus dem Jahr 1996, ein Kunstwerk des polnischen Künstlers Zbigniew Libera – sondern auch einen Lego-Reichsparteitag, wie ihn The Brick Testament zeigt. Und einen Lego-Massenmord. Was das soll? Zeigen, dass alles Gute wie Böse aus den selben Elementen besteht? Puh.
Andererseits sind die Figuren verblüffend akkurat. Ist der Lego-Himmler, zwei rechts neben Hitler in der schwarzen Uniform, aus echten Lego-Bestandteilen gebaut? Und gibt es wirklich einen Kopf mit Hitlerbart?
(Danke, Giles!)
13.08.2011 von Daniel Erk
Der Vollständigkeit halber soll Heiner Geißler hier nun auch mit einigen Tagen Verspätung nicht unter den Tisch fallen – so saubleed, wie man das im Süden formulieren würde, muss man sich ja erst einmal anstellen.
Was ist passiert? Netzpolitik beschreibt das so:
Heiner Geißler wurde heute morgen im Deutschlandfunk zu den Schlichtungsgesprächen rund um S21 interviewt. Dabei ging es auch um eine Äußerung von ihm, die am vergangenen Freitag gefallen ist: “Wollt Ihr den totalen Krieg?” hat er wohl die Teilnehmer an den Schlichtungsgesprächen gefragt und damit Joseph Goebbels zitiert. Darauf wurde er im Deutschlandfunk angesprochen und hat sich im Verlauf um Kopf und Kragen geredet.
Man kann sich das alles, alles anhören, das betreffende Interview ist beim Deutschlandfunk weiterhin abrufbar:
DLF: Verharmlosen Sie damit die Sprechweise der Nazis?
Heiner Geißler: Achwas, das ist keine Sprechweise der Nazis. Den totalen Krieg gibt es auch woanderswo. Den haben
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05.08.2011 von Daniel Erk

(von SPAM/via Rochus – Danke!)