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Beiträge für die Kategorie ‘Morgen die ganze Welt’

08.02.2010

Mehr oder minder bequeme Angebote

von Daniel Erk

Motivationsposter sind ein typisch anglo-amerikanisches Phänomen. Sie sollen der Durchsetzung einer Meinung dienen, sollen auffordern, aufmuntern und beeinflussen. Und sind offenbar oft so tumb, dass sie ein hübsches Ziel für Spott und Parodie sind. Beispielsweise in Form eines demotivierenden Posters, bei dem Adolf Hitler einen Sessel anpreist: Kampfy, compfy, oh, so bequem.

(Danke, Jones)

29.01.2010

Tanz den Adolf Hitler*

von Daniel Erk

Dank des Failblogs trudeln gerade diverse Hinweise auf dieses vermutlich koreanische Etablissement ein – und ich meine dass es sich bei diesem Gebäude um den bereits 2005 von Christain Y. Schmidt in der Riesenmaschine und schon davor in der taz beschriebenen Führerhof von Busan handelt. Was eine kurze Recherche immerhin offenbart: Das Photo wurde bereits 2002 aufgenommen, tatsächlich im koreanischen Busan. Als Dreingabe gibt es ein kurzes Interview des Photographen und Entdeckers mit dem Besitzer des “Führerhof” und einen offenen Brief des Besitzers, der den Laden schon längst umbenannt hat.

* Zur Überschrift gibt es nicht allein das großartige Lied von DAF sondern auch noch dieses abstruse Video.

(Danke Tripon, danke Uwe)

24.01.2010

Ashkenazis III

von Daniel Erk

Man hätte Nazideutschland von sich aus nicht in eine Reihe mit dem Persischen Reich, dem Imperium der Römer oder an die Seite Byzanz oder der griechischen Hochkultur gestellt und vice versa ebensowenig, aber wenn das US-amerikanisch-jüdische Touristen in jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt witzig oder richtig oder ehrenwert finden und bereit sind, dafür Geld auszugeben, dann eben auch das.

08.12.2009

Keine Ehre, scheiß Treue

von Daniel Erk

Wie Reuters berichtet, hat ein Richter im US-amerikanischen St. Petersburg, Florida, angeordnet, dass die Hakenkreuttätowierungen des Angeklagten John D. zu überdecken seien um die Jury, die im Falle dieses brutalen Mordes über Leben und Tod des Angeklagten zu entscheiden hat, nicht negativ zu beeinflussen. Ganz kurz: Auf diese Idee kam der Angeklagte nicht selbst? Und was hat das zu bedeuten, wenn ein mutmaßlicher Mörder bekennt, seine “Ehre sei Treue”? Oder ist das schon wieder zu differenziert gedacht und Hass und Stumpfsinn bleiben einfach immer Hass und Stumpfsinn, egal ob sie von oben angeordnet werden oder aus niederen Gründen gepflegten werden?

26.11.2009

Make that Tyranno-sore

von Daniel Erk

Es gibt zwei Dinge, von denen kleine Jungs besonders besessen sind: Soldaten und Dinosaurier. Wer beide Insignien von althergebrachter Männlichkeit, Gewalt und Macht kombiniert, so die Denke hinter folgendem Produkt, der sollte doch eigentlich alle kleinen Jungs bzw. all die Menschen, die tief in sich noch kleine Jungs sind, doch begeistern und zum Kauf Download verleiten können. Bizarr? Oh ja!

Aber sehen Sie selbst:

(via/Danke, Friedrich!)

19.11.2009

Angriff, Stürmer, Spielführer

von Daniel Erk

Die Engländer bzw. deren Boulevardpresse liebt Umfragen, denen zu Folge die Engländer bzw. deren Kinder keine Ahnung von Geschichte, speziell von der Geschichte Deutschlands und da ganz besonders der Zeit des Dritten Reichs haben.

Schon 2004 geisterte eine Meldung durch die Gazetten (und so auch durch die FAZ), nach der die britische Zeitung „The Independent“ 2096 Briten ab 16 Jahren befragt und so herausgefunden habe, dass “elf Prozent aller Briten […] Adolf Hitler für eine Erfindung [halten]. Dagegen sind 57 Prozent davon überzeugt, dass die englische Sagengestalt König Artus wirklich gelebt hat.”

Und nun sollen, laut der immer unzuverlässigen Klatschpresse “The Sun”, 5 Prozent der jungen Briten glauben, Adolf Hitler sei ein Fußballtrainer gewesen. Wenn man den Zahlen glauben darf, dann wurden 2.000 Schulkinder befragt.

Wenn davon 5 Prozent (“one in twenty”) die Antwort “Fußballtrainer” angegeben hat, dann wären das summa summarum 100 Schüler ingsgesamt. Und auch wenn man ein gerüttelt Maß an Dummheit voraussetzt, ist es unwahrscheinlich, dass ganze hundert Schüler von sich aus diese Antwort aufgeschrieben haben. Wahrscheinlicher scheint da, dass es sich bei der Befragung um einen Multiple-Choice-Test handelte, bei dem “Fußballtrainer” einer der möglichen Antworten war.

Und nun Hands auf Herz: Wieviele von Ihnen hätten als 15-Jährige aus Jux und Provokation diese Antwort angekreuzt, wenn sie zur Auswahl gestanden hätte und sei es nur, weil allein diese Möglichkeit zu dumm, zu beleidigend und zu bizarr erscheint, als dass man sie unangekreuzt hätte vorbeiziehen lassen können?

Und so bekommen eben alles, was sie brauchen: Die Schüler ihren Spaß, die Presse ihren Skandal. Und was haben wir gelernt: nichts. Denn jenes Churchill zugeschriebene Zitat, das kannten ja alle schon.

22.10.2009

Thai Hitler

von Daniel Erk

Schon als die Berliner Dependance von Madame Tussauds samt eine Wachs-Hitlers eröffnete, war das Geschrei groß: Der Anblick des Führers, wenn auch aus Wachs, würde die Deutschen stante pede wieder zu Nazis machen, vermutete so mancher Kommentator. Die NPD-Jugend aus Brandenburg würde vor ihrem Wachidol in den Staub fallen und Ehrenkränze niederlegen usw. usf. Bekanntermaßen kam es anders – und der größere Eklat war, dass ein Berliner mit Sinn für Humor und Symbolismus das tat, was seine Großeltern anno 1934 hätten tun sollen: Er verübte ein Attentat und zwar erfolgreich und der Kopf Hitlers rollte über den Boden bei Madame Tussauds. Man bringe mir seinen Skalp.

Nun eröffnet dieser Tage auch in Thailand eine Filiale des Wachsfigurenkabinetts und natürlich ist der berühmteste Deutsche (nein, nicht Mozart) auch dort in seiner Rolle als Gruselwesen zu bestaunen. Und zwar nicht nur in der Ausstellung, sondern auch auf den Plakaten, die die Eröffnung selbiger ankündigen.

Und nicht nur das: Zudem steht unter dem den Arm (übrigens: den Linken – das kommt halt davon, wenn man Grafiker in politischen Angelegenheiten mitmischen lässt!) “Hitler ist nicht tot”. Was die unzähligen deutschen und israelischen Touristen Thailands nicht ganz so witzig fanden. Bzw. schlichtwegs überrascht waren, von dieser eigenartigen Kehrtwende der Weltgeschichte. Aber immerhin: So hat es auch diese Eröffnung von Madame Tussauds wieder in die Presse und dieses Blog geschafft. Irgendwo in Thailand reibt sich vermutlich gerade ein PR-Berater die Hände.

Ps. In dem Blog “Thailand: Land of Smiles” war neben dieser Geschichte auch noch ein kurzer Verweis auf ein Nazi-Schulmusical in Thailand – und die zugehörigen Bilder sind wirklich sehr, sehr bizarr.

(Danke den vielen Hinweisgebern!)

08.10.2009

Zwei Quadratzentimeter

von Daniel Erk

Eine der liebsten Einsendung der Hitlerblogleser ist jene Szene aus “Le Grand Restaurant” (der auf Deutsch bizarrerweise auch “Oscar hat die Hosen voll” und “Scharfe Kurven für Madame” heißt) von Louis de Funès aus dem Jahre 1966, in der ein Schatten einem Oberkellner durch wenige, semiotische Hinzufügungen eine vollkommen andere Auftretensweise verschaffen:

Offenbar findet man auch in Israel an derartigen Scherzen Gefallen.

Theresa und Tom, die mir den folgenden Ausschnitt aus einer israelischen Sketchsendung die übersetzt “Nicht vor den Kindern” heißt, zuschickten, schreiben zum Inhalt:

“Die Beiden sitzen in einem Café, er erzählt ihr von seiner reise nach Thailand, sie sagt, sie sei in Europa gewesen. Er sagt: Ist alles okay, du siehst mich so komisch an? – Sie sagt: Du erinnerst mich an irgendjemanden… Er: Ich weiß! Robert Redford! Sie: Nein… – und den Rest versteht man auch so.”

In der Tat:

(Danke, Theresa & Tom!)

10.09.2009

Hitlerpiraten

von Daniel Erk

Wenn man sehr viele, sehr langweilige Kommentare von einfältigen 17-jährigen World-of-Warcraft-Fans haben wollen würde, dann müsste man unter dieses Bild einfach nur “Hier ist der Photobeweis: Piraten (im Bild: Bodo Theissen) sind Nazis”.

Aber wer will schon eine krakeelende Meute die immer bloß “klarmachen zum Ändern” schreibt? Eben.

Also wenden wir uns der Entstehungsgeschichte dieses Bildes zu, das aus dem Flickr-Fundus des US-amerikanischen Popduos Matt and Kim stammt. Matt and Kim haben also ihren Freund Taylor offenbar auf einer Minigolfbahn namens “Peter Pan” in South Austin, Texas, photographiert. Warum aber der Pirat auf der Peter-Pan-Bahn den Hitlergruß macht, nun, das bleibt dennoch unergründbar.

02.07.2009

Live in Europe ‘39

von Daniel Erk

Dass die Engländer eine eigenartige Obsession mit Hitler, dem dritten Reich und dem zweiten Weltkrieg haben, ist altbekannt – “don’t mention the war” etc. Welch’ absurde Blüten das treibt, zeigt dieser aktuelle Schnappschuss aus London: “Hitler – European Tour ‘39 – ‘45″ ist auf diesem Shirt zu lesen – die Karte zeigt Europa, Deutschlands Angriffskriege, die kooperierenden sowie besetzten Staaten (in grün) sowie Großbritannien und die UdSSR (in rot). Das alles unter der Fuchtel des hitlergrüßenden Adolf Hitler.

Fragt sich: Wer trägt sowas? BNP-Wähler? Englische Neonazis? David Irving?

Ja, schon richtig: “Don’t mention the war”. Aber eben vor allem, weil leider so selten Geistreiches zu zweiten Weltkrieg, drittem Reich und Holocaust gesagt wird. Auch in England.

(ich danke dem Einsender!)