Archive for the ‘Morgen die ganze Welt’ Category

27.01.2012 von Daniel Erk
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Schettino, Auschwitz, Herrenmenschen

von Daniel Erk

Ich bin nun wirklich kein Experte für italienische Medien, aber wenn mich nicht alles trügt, dann ist die einst von Berlusconi persönlich verlegte Zeitung “Il Giornale” im groben das, was für Deutschland die “Bild-Zeitung” ist: ein rechtes, aufgeregtes Kampfblatt ohne Anstand und Stil.

Vielleicht hätte es mich daher also auch nicht so sehr überraschen oder fast schockieren sollen, dass so ein Blatt am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein solches Titelblatt wagt:

Das heißt übersetzt: “Für uns Schettino, für sie Auschwitz” und zieht im zugehörigen Artikel (auf Italienisch, natürlich) sehr explizit einen direkten Vergleich zwischen dem Schiffsunglück und dem Vernichtungslager, hetzt gegen den “Spiegel” und seinen – übrigens deutsch-italienischen – Chefredakteur Georg Mascolo und ruft schließlich zur wütenden Beschwerde auf des Spiegels Facebook-Seite auf (mit irren, wirren, wütenden und oftmals rassistischen Auslassungen der Giornale-Leser).

Man muss bei all dem Bedenken,… weiter lesen

21.10.2011 von Daniel Erk
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Die Endkloϟung

von Daniel Erk

Ach, Miroslav. Dass Latio Rom ein Verein ist, der viele, viele Faschisten als Fans hat, das weiß man doch. Dass die sich über einen deutschen Natioanlspieler bzw. dessen Tore freuen – geschenkt. Und dass die überdies, siehe oben, die Erster-Weltkriegs-Losung “Gott mit uns” mit deinem Nachnamen und einer ϟiegrune kombinieren und im Stadion hochhalten. Das darf dich doch weder überraschen noch wütend machen.

Aber was macht der Miro Klose? Statt klipp und klar zu sagen, dass Faschismus ein Verbrechen ist und das für dich, als Sohn von Polen, eine schmerzhafte Beleidigung und Respektlosigkeit ist, sagst du: Politik gehört nicht ins Stadion. *kotz*

20.10.2011 von Daniel Erk
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Sein Bauch gehört ihm

von Daniel Erk


Hitler! Schwanger! Mit einem Furz! Na hoppla, da habt das chinesische Theater aber einen fabelhaften Einfall gehabt, wie man in der FAZ nachlesen kann:

Hitler als Taichi-praktizierender chinesischer Rentner mit dem Vogelkäfig an der Hand, Hitler beim Rock ’n’ Roll mit Eva Braun, Hitler schwanger: All das ist im Pekinger „Pionier-Theater des Ostens“ unweit der zentralen Einkaufsmeile Wangfujing zu sehen, aufgeführt von Meng Jinghui, einem der bekanntesten Bühnenregisseure Chinas. Doch zur Annahme, dass Peking jetzt die Berliner Volksbühne in punkto subversivem Trash womöglich überholt, besteht kein Anlass. Hitler kommt in Mengs jüngstem Stück „Hitlers Bauch“ als historische Gestalt nämlich eigentlich gar nicht vor; von Ideologie und Verbrechen ist hier überhaupt keine Rede. Es geht bloß um sein Logo – den Schattenriss mit Haartolle und Bärtchen, dessen Projektion das Bühnenbild abgibt, die Uniform, das Rumgebrülle –, und vor dieser Folie werden dann launige Scherze mit der chinesischen Gegenwart

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18.10.2011 von Daniel Erk
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Wer war der Hitlervergleichshitler – vor Hitler?

von Daniel Erk

Quiztime! Wir schreiben das Jahr 17…, egal: Wir schreiben irgend ein Jahr vor 1933. Ein Mensch will einen anderen verunglimpfen, mit viel Schmackes und mit maximaler Beleidigung. Mit wem wir diese andere Person verglichen?

  1. Napoleon Bonaparte
  2. Der biblische Pharao (der Mose und die Juden nicht gehen lässt)
  3. Judas
  4. Pontius Pilatus
  5. Josef Stalin
  6. König Leopold II. von Belgien (verantwortlich für die Gräul im Kongo)
  7. Die Jungtürken (die den Genozid an den Armeniern beschlossen)

Die richtige Antwort lautet: alle bis auf Stalin, Leopold und die Jungtürken. Zumindest behauptet dies ein offenbar recht fundiert recherchierter Artikel des amerikanischen Gesellschaftsmagazins Slate.com zu eben jener Frage:

Today, the Führer is universally recognized as the embodiment of evil and the most convenient example of a truly terrible human being. Before World War II, who was the rhetorical worst person in history?

Interessant ist, dass in der Geschichte der Rhetorik bis vor recht kurzer… weiter lesen

27.09.2011 von Daniel Erk
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By all means mention the war!

von Daniel Erk

Two World Wars and one World Cup, doo dah, doo dah singen englische Fußballfans. Don’t mention the war wussten Monty Python John Cleese (jajaja). Bloß: Woher kommt die englische Nazi-Obsession? Weil die Engländer lieber an England’s finest hour denn an die späten Kolonialjahre erinnert werden wollen? Oder ist es die nationale Unsicherheit des Landes, wie ein englischer Journalist in einem an Beispielen nicht gerade armen Artikel vermutet?

Der Guardian-Kolumnist Simon Jenkins schreibt da:

In 2000 there were 380 English-language titles on the Third Reich, adding to some 30,000 with the word Hitler in the title. We might have hoped that the new century would see this phase of Germany’s past set in some historical context. It was not to be. Last year the tally of Hitler books rose by 850. Some 80% of these were written by Britons and published in Britain.

Das ist verblüffend – aber… weiter lesen

23.09.2011 von Daniel Erk
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Shake, Reich’n'Roll!

von Daniel Erk

Neulich in Glasgow…

Das ist schon groß: In der Sprache Francos anzählen, dann das Hakenkreuz mit “Reich’n'Roll” zum Tanzen bringen, aber eh’ klar: Letztlich ist “love the message” – irgendwo zwischen Abrüstung, Zivildienst und Sven Väth. Da-da-da … Dada. Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei. Super, Mäx!

(Danke, Lukas!)

12.09.2011 von Daniel Erk
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So viel Hitler war selten

von Daniel Erk

»Immer sorgloser gehen wir mit Hitler um: Auf Magazinen, in der Werbung, im politischen Streit – überall sind der »Führer« und die Symbole des Dritten Reichs präsent. Daniel Erk dokumentiert und kommentiert, welche Folgen es hat, wenn das Schreckliche seinen Schrecken verliert. Ein kluges, pointiertes und sehr aktuelles Buch!« – meint der Verlag jedenfalls.

Ein Auszug aus dem Buch ist mittlerweile auf Zeit Online erschienen. Ab sofort ist es in jedem Buchladen zu kaufen oder zu bestellen.

Wenn Sie in Sachen Buch auf dem Laufenden bleiben mögen, können Sie gerne “Fan” des Buches auf Facebook werden. Dafür werde ich im Gegenzug auch nicht andauernd im Blog für das Buch werben, versprochen.

Daniel Erk: Soviel Hitler war selten. Die Banalisierung des Bösen oder warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist.
Heyne Verlag, München 2012. 240 S. 9,99 Euro.

11.06.2011 von Daniel Erk
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Warum die Firma wohl “Volkswagen” heißt

von Daniel Erk

Kleine Geschichtsstunde: Was haben VW, Hugo Boss, Siemens, Bayer und IBM gemeinsam?

Richtig: Sie alle machten unter bzw. mit den Nazis gute Geschäfte. Folgender Ausschnitt über das Engagement von IBM, ein Ausschnitt aus der Dokumentation “The Corporation”, ist gleichsam bedrückend wie erhellend:

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Wen’s interessiert, das US-amerikanische Satiremagazin Cracked hat einen interessanten Überblick über die oben genannten Firmen – auch wenn der Tonfall und die Aufbereitung des Themas arg albern bis bigott sind.

03.06.2011 von Daniel Erk
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Der 8 Million Dollar Baby Holocaust

von Daniel Erk

Was klingt wie das Mash-Up eines Clint Eastwood- und eines Steven Spielberg-Film, ist tatsächlich ein Kommentar in meinen aktuellen Lieblingsblog “Literally Unbelievable”. “Literally Unbelievable” sammelt nämlich Zeugnisse von fehlendem Humor-Verständnis – am Beispiel “The Onion” aus den Vereinigten Staaten. “The Onion” ist das amerikanische Satire-Medium und gibt sich, anders als beispielsweise die “Titanic” immerhin ästhetisch als seriöse Nachrichtensendung aus; zumindest im Vergleich mit den Sendung von vor allem “Fox News”, die oft am Rande zu unfreiwilligen Satire arbeiten.

Wobei: das muss man auch erst einmal wollen und schaffe, so einen Beitrag (die Bildunterschrift!) für bare Münze zu nehmen. Aber nun gut.

Interessant ist das nicht nur, weil sich hier eben jenes Publikum versammelt, von dem man befürchten muss, dass sie nicht unr in Sachen Obama und Abtreibung, sondern auch in allen Deutschland und Hitler betreffenden Angelegenheiten nicht zwischen Witz und Wirklichkeit unterscheiden können.… weiter lesen

30.05.2011 von Daniel Erk
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The Furred Reich

von Daniel Erk

The barking-mad pet-lover believed the animals were almost as intelligent as humans and hoped they’d learn to communicate with their SS masters.

He set up a school to train them to talk, read and spell in the belief they could act as concentration camp guards – freeing up more soldiers to fight.

Nichts fasziniert die Britische Presse mehr als abwegige Geschichten aus dem Dritten Reich. Das Buch “Amazing Dogs: A Cabinet of Canine Curiosities” des an der Uni Cardiff arbeitenden Schweden Jan Bondeson ist der englischen “Sun” und der englischen “Daily Mail” da ein willkommener Anlass, einmal mehr das Abscheuliche und das Absonderliche wild zu mischen.

Die “Sun” schreibt beispielsweise:

The barking-mad pet-lover (gemeint ist: Hitler; Anm. DE) believed the animals were almost as intelligent as humans and hoped they’d learn to communicate with their SS masters.

He set up a school to train

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