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Gute Frage: Wie gesucht ist Adolf Hitler?
Dank Google Insights lässt sich das herausfinden und die Ergebnisse sind zumindest auf den ersten Blick ein wenig überraschend.
Schauen wir uns in unserem kleinen Wahlstudio erst einmal den Gesamttrend an:
Zur Erläuterung: Der Graph gibt relative Zahlen an, keine absoluten. Wenn man die Graphik also deuten will, dann scheint es so, als wären anteilig an den Internetnutzern 2005 die meisten Hitler-Interessierten auf der Suche nach dem großen Diktator gewesen – heute, mit der Konkurrenz von Justin Bieber, ist der Anteil der Hitler-Suchen und -Suchenden entsprechend geringer. Vielleicht waren aber auch die sonst so rückwärtsgewandten Nazis einfach, dem Thule-Netz sei Dank, besonders früh im Internet.
Interessant ist hier auch, dass das Interesse an Hitler immer im Frühjahr ansteigt – und zwar bis in den April, grob geschätzt den 20. April, also den Geburtstag des Führers. Da es sich um Geschenkkäufe eher… weiter lesen
Marcin Wilkowski vom sehr guten und schönen (soweit ich das beurteilen kann) polnischen Blog “Historia i Media” hatte ein paar Fragen zum Hitlerblog, zu Hitler und zur Hitlerrezeption in Deutschland und generell.
Im Folgenden ein Ausschnitt auf dem Interview – der vollständige Beitrag findet sich hier.
Can we say that Hitler has become a popculture icon of your country? Do you see this as a process of overworking the national postwar trauma and fighting with the myth (as you write in your blog), or is it a angerous direction of changes in the social memory: we prefer to see Hitler as a funny (almost fictional) comic character than to remember that he is a part of our true national histories?
We can say that Hitler has become a cartoon of himself in nearly every country of the world. But, yes, in a way. If someone wants to
Dass Wissenschaftler im Allgemeinen und solche in Deutschland und Israel im Besonderen mit der schonungs- sowie lückenlosen Aufarbeitung des Dritten Reichs und der Biographie Hitlers äußert gut beschäftigt sind, das dürfte spätestens seit der zahnmedizinischen Abschlussarbeit des letzten Jahres bekannt sein. Die Meldungen reißen nicht ab – und die neueste kommt aus Israel, wie Haaretz meldet:
Dass Hitler nicht direkt groß und blond und arisch war, das weiß jeder, der auch nur einmal ein Hitler-Photo gesehen hat. Dass aber Hitlers DNA überraschend weitgehend der DNA von europäischen Juden und nordafrikanischen Berbern ähnelt, dass ist dann doch verblüffend. Hitlers Rassismus mit den Mitteln der (na gut, na gut) Rassenforschung zu schlagen – dass muss man auch erstmal wollen.
(Dank an @neuraum)
In Prag ist, wie der RBB berichtet, derzeit ein Theaterstück zu sehen, indem Adolf Hitler gleich fünfmal in unterschiedlichen Nuancen parodiert wird – mal als Rentner in Rio, mal als Aufreißer, mal als alternder Spießbürger. Die Witze sind eher absehba, Eva Braun etwa darf sagen: “Dort hast du doch irgendein Ferienlager oder Kurort. Es muss so schön sein! Natur, ein Birkenhein, deswegen heißt es doch Brzezinka? Birkenau?”
Doch das Stück ist offenbar ein großer Publikumserfolg – und nicht nur das, auch die Schauspieler haben einige, nun, interessante Sachen zu sagen in Sachen Hitler. Zum Beispiel die Hitler-Darstellerin Magdalena Zimová:
“Es freut mich, dass es wieder so ein Erfolg war! So! Schnurrbart weg, Hitler weg. Wunderbar! Obwohl: eine kleine Weile Hitler zu sein, das hat was!”
Oder Miroslav Hanuš, ein weiterer der fünf Hitler-Darsteller:
“Es ist ziemlich einfach, Hitler zu sein. Seine Welt ist Schwarz-weiß. Mich selbst zu spielen
Wenn VW nicht ohnehin eine Idee der Nazis gewesen wäre, fast müsste man den Scherz machen, dass nur ein “Golf Göring” die bekanntesten Vertreter des “alten” und “neuen” Deutschlands auf brillantere Weise verbinden würde als die von der Berliner Grafikerin Daniela Pass gestalteten “Hitler Sport”-Tafeln. Der Witz liegt nicht in den wunderbaren Wortspielen rund um die Schokoladensorten allein, sondern in der Kombination der ästhetischen Vertreter Deutschlands: Hitler, Sport, Nussolini mit großen Nüssen und Nazipan in – keine Angst – Rot, Weiß und Schwarz. Und so ist es eben mit Deutschland, der Kalauer sei erlaubt: Hinter der Verpackung verbergen sich stets braune Inhalte.
Ich kann Sie nur warnen: Fangen Sie nicht mit diesem Hitler-Quatsch und, nein, ich meine nicht NPD-Wählerei sondern tatsächlich die Beschäftigung mit den seltsamen Auswüchsen der “Hitlers” in Kunst und Kultur, Pop und Politik, Werbung und WWW. Man kann nicht einmal mehr entspannt Musik hören ohne davon belämmert zu werden:
Phife Dawg, der durchaus ein angenehmer Musiker sein kann, spricht da in der zweiten Strophe: “It’s even colder, bitter/MC’s get kicked right in they shitter/Mut’ Ranks, more controversial than Adolf Hitler/test me, you getting cut with this here log splitter/Now who’s iller…”
“More controversial than Adolf Hitler”? – das muss entweder eine sehr US-amerikanische Sicht sein oder ein schlechter Witz. Nicht allein, dass der Hitlervergleich bei dem er, juhu, sich selbst mit Hitler vergleicht und dabei auch noch zum Schluss kommt, kontroverser als Hitler zu sein, ist bescheuert.
Aber auch die Behauptung, Hitler sei kontrovers,… weiter lesen
Dieser Text ist so ungefähr das Lustigste, was ich in langer Zeit zum Dritten Reich, zum Holocaust und zum Zweiten Weltkrieg gelesen habe (bzw., um die Kritik gleich abzuschmettern, es ist eine besonders gewitzte Parodie des Umgangs mit dem Dritten Reich. Gelacht wird über uns – nicht über die Opfer des Holocaust).
Ein Scott, offenbar SciFi-Fan, schreibt das auf, was ihn an den Zweiter-Weltkrieg-Filmen im History Channel stört: Die Protagonisten sind total eindimensional, die Geschichte macht wirre Wendungen und ist überhaupt total unglaubwürdig und schlecht erfunden:
Let’s start with the bad guys. Battalions of stormtroopers dressed in all black, check. Secret police, check. Determination to brutally kill everyone who doesn’t look like them, check. Leader with a tiny villain mustache and a tendency to go into apopleptic rage when he doesn’t get his way, check. All this from a country that was ordinary, believable, and dare I say
Brillante Überschrift bei der Frankfurter Rundschau!
(Gefunden von Mainwasser auf Twitter/Bild Quelle)







