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	<title>Hitler-Blog &#187; Lea Rosh</title>
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	<description>Hitler, Hitler, Hitler: Ob Film und Fernsehen, Literatur und Lifestyle oder Pop und Politik, längst ist Adolf Hitler zum "GröPAZ", dem größe Popstar aller Zeiten. George Tabori hat über den Mythos Hitler einmal gesagt: »Es gibt Tabus, die zerstört werden müssen, wenn wir nicht ewig daran würgen sollen.« Die endgültige Zerstörung des Mythos Hitler - das ist die Aufgabe des Hitler-Blogs.</description>
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		<title>Unser Hitler soll schöner werden (oder: Kann man den Führer so stehen lassen?)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 09:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Erk</dc:creator>
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<p>Der Trubel um die Eröffnung von Madame Tussauds in Berlin zeigt: Auch als Wachsfigur wird Adolf Hitler noch allerhand zugetraut.<span id="more-674"></span></p>
<p>Wer mit einer öffentlichen Veranstaltung in die Presse will, der lädt sich einen Stargast ein. Und wer auf die Titelseiten will, der wählt jemanden zum Stargast, der zumindest umstritten, wenn nicht gar verhasst ist. Insofern muss man der neuen Berliner Dependance der traditionell Londoner Wachsfigurenschau von Madame Tussauds zumindest unter Gesichtspunkten der Öffentlichkeitsarbeit professionelle Arbeit zugute halten. Im Fokus der deutschen Medien war die Eröffnung in den letzten Tagen jedenfalls zur genüge und das allein wegen eines, zudem längst toten Mannes: Adolf Hitler.</p>
<p>Selbst wenn die allgemeine Ereiferung nicht von langer Hand kalkuliert war, sie war immens. Johannes Tuchel, immerhin Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, hält es „für überflüssig und geschmacklos, Hitler in einem Wachsfigurenkabinett zu zeigen.&#8221; Der CDU-Kulturpolitiker Michael Braun will eine „Geschmacklosigkeit sondergleichen“ ausgemacht haben während Lea Rosh, die Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas, meint: „Die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte darf nicht zu Konsum und Unterhaltung werden.“ Und Madame Tussauds? Hat bereits zugesagt, jede Berührung oder Photographie des Führers aus Wachs zu unterbinden.</p>
<p>Das klingt zunächst sehr hehr und aufrichtig, beantwortet die Frage, worin die Geschmacklosigkeit denn nun bestehe, allerdings nicht. Dem Bohai liegen nämlich zunächst gleich zwei Missverständnisse zu Grunde: Zum einen, dass es sich bei Madame Tussauds Figurensammlung um eine Ahnengalerie, ein wächsernes Walhalla handele (was dann auch hinsichtlich Walter Ulbricht oder Otto von Bismarck Fragen aufwürfe, die aber stellt keiner). Vor allem aber, dass die Tabuisierung Hitlers einen positiven Effekt hätte.</p>
<p>Das aber darf bezweifelt werden und nicht allein, weil sowohl auf Provokation versessene Halbstarke als auch eingefleischte Hitlerfaschisten, durch die bloße Abwesenheit des Wachsführers bessere Menschen würden. Und auch dass zuvor grunddemokratische und antifaschistische Mitbürger beim zudem verzweifelt zusammengesunkenen Tussauds-Gröfaz zu glühenden Neonazis würden: reichlich unwahrscheinlich.</p>
<p>Wie dem Sujet stattdessen und wesentlich souveräner umgegangen werden kann, zeigt derweil eine Kunstschau in London. In der White Cube Galerie 13 präsentieren die durchaus auf Krawall gebürsteten Brüder Jake und Dinos Chapman – neben Damien Hirst aktuell <em>die</em> Stars der englischen Kunst – nazideutsche Massakerszenerien an deren Rand Adolf Hitler Aquarelle malt – alles en Miniatur. Noch spektakulärer: Für umgerechnet rund 147.000 Euro hatte die Galerie die Originalaquarelle aus dem künstlerischen Oeuvre Hitlers erworben und an denen machten sich die Brüder Chapman dann zu schaffen. Ein Bild der Wiener Karlskirche wurde mit einer psychedelisch leuchtende Sonne, eine Blumenstudien Hitlers mit Sternchen und die Landschaftsbilder Hitlers mit Regenbögen verziert. Die Schau heißt folgerichtig „If Hitler Had Been a Hippy How Happy Would We Be“, der Wert der Bilder ist bereits auf den sechsfachen Wert gestiegen.</p>
<p>Während in Berlin Ekel und Faszination vorherrschen (eine repräsentative Befragung im Auftrag von Madame Tussauds soll immerhin ergeben haben, dass die Besucher Hitler sehen wollen) und man den weiterhin bekanntesten Politiker Deutschlands lieber unter den Teppich kehren oder, wenn überhaupt, mit Pinzetten anfassen mag, geht man die Thematik in England frontal an. Die Zeichen Nazideutschlands werden, ganz im Sinne des französischen Zeichentheoretiker Roland Barthes, schlichtweg entstellt. Von soviel Respektlosigkeit aber ist Berlin, ist Deutschland weit entfernt. Zumindest dann, wenn die Mikrophone der Presse an sind.</p>
<p>Immerhin Julius H. Schoeps, Leiter des Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums, attestiert, man müsse sich nicht über jeden Schwachsinn aufregen. Vor allem da Adolf Hitler im Hamburger „Panoptikum“ längst als Wachskamerad zu sehen ist. Seit 1948.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt">(Dank an Frederic/<a href="http://www.netzeitung.de/kultur/1041098.html">via</a>)</p>
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