29.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Das Efes Pilsen Blues Festival zieht bald durch das Land, und geht auch: nach Rostow am Don. Und von St Petersburg bis Belgrad, von den Russen über die Serben bis hin zu den Kurden und Kasachen. So wird Istanbul zum Zentrum der Blues-Kultur in Eurasien!
Ich habe ein bißchen geguckt und festgestellt, daß das eine sehr interessante kaukasische Stadt ist. Sie hat über eine Million Einwohner, ist die Partnerstadt von Dortmund und Antalya, und, sieh mal an, “vergleicht sich gern mit Istanbul”. Also kopieren wir unten die Infos über unser echt cooles Blues-Festival hinein, und schicken danach ein bluesiges Selam an den Don!
Efes Pilsen begrüsst im Rahmen des Bluesfestivals die… weiter lesen
26.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Eine absolut schöne Nebensache in dieser Jahreszeit ist der berühmte Istanbuler Nebel.
Als ich klein war, und zur Schule auf die andere Seite, sprich zum europäischen Ufer
fahren mußte, war der Nebel nur willkommen. Denn bei Nebel fuhren die
Fähren nicht. Es gab noch keine Brücke über dem Bosporus. Wir gingen in Kadiköy
in die Konditorei Baylan im Marktviertel, die es immer noch gibt.

Den Nebel sieht man nicht nur, sondern man hört ihn auch – die Schiffe heulen.

22.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Der absolut schöne Lückenfüller zum Ramadanfest:
Eine Fotografie des armenischen Fotojournalisten Ara Güler, dem Istanbul-Fotografen schlechthin.
Wenn ich mich nicht irre, hat er das Foto in der Selimiye-Moschee in Edirne aufgenommen. Edirne ist die langjährige “Grenzstadt” der Osmanen gewesen, eine “serhat sehri”. Der Architekt der Selimiye ist Mimar Sinan.
Montag bis Mittwoch ist das Ramadan- oder Zuckerfest. Also küssen wir den Kleinen die Augen, den Älteren die Hände, und wünschen allen ein gutes Fest. Der liebe Gott hat jedenfalls sowohl in Istanbul als auch in Berlin das schöne Wetter bereitgestellt. Was die Autorin dazu nutzte, im Café zu sitzen, nachdem sie im Jüdischen Museum die momentane Wechselausstellung “Heimat und Exil” besichtigte – jedem Berliner und Berlinbesucher heiß zu empfehlen!

Ara Güler – 50 Jahre Fotojournalismus – eine Retrospektive. Portraits und Klassiker in Duoton, Reportagen in Farbe (Gebundene Ausgabe)
von
James A Fox (Vorwort),
Maga Ilker (Herausgeber),
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18.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Die Autorin ist aus “dienstlichen Gründen” in Deutschland und wird diese Tage
ein paar absolut schöne Lückenfüller reinstellen. Ab dem 25. Oktober geht´s (öfter)
weiter – zum Beispiel mit dem “kranken Mann am Bosporus”: Hat der türkische Ministerpräsident
Epilepsie oder nicht, warum ist das einerseits seine Privatsache, und andererseits
doch unschätzbar wichtig für die Zukunft des Landes – zum Beispiel für seine eventuelle
Wahl zum Staatspräsidenten im kommenden Frühjahr, was dazu führen wird, daß das
Land erstmals eine verhüllte First Lady hat?

Osman Hamdi Bey (1842 – 1910) war nicht nur ein bedeutender Maler, sondern auch der Begründer der Kunstakademie und des Archäologischen Museums in Istanbul. Er hat sehr viel Bleibendes hinterlassen…

…und wer sind diese Menschen, was wollen sie uns sagen? Irgendwie gar nichts, oder? Gibt es überhaupt noch bleibende Dinge, die man hinterlassen kann? Könnte das zusammenhängen mit der Möglichkeit einer verhüllten First Lady in Ankara? Haben Säkulare keinen Tiefgang… weiter lesen
13.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Im türkischen Sender NTV will der Paris-Korrespondent gerade die offizielle Stellungnahme der Regierung vorlesen, da unterbricht ihn die Moderatorin: “Eine ungeheuer wichtige Meldung!” sagt sie, und wird rot. “Orhan Pamuk bekommt den Nobelpreis!” Danach ist in der Türkei nichts mehr, wie es vorher war: Das Land spaltet sich in zwei Lager…
DER VERLORENE SOHN
Von Dilek Zaptcioglu, Istanbul
In seiner Heimat gilt der neue Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk vielen als mäßig talentierter Schriftsteller und Opportunist. Mit seinen Aussagen zum Armenien-Konflikt profiliere es sich auf Kosten der Türkei, so die landläufige Meinung. Beifall kommt von einer kleinen Minderheit.
“Armenischer Schatten über dem Nobelpreis” titelt die Online-Ausgabe des Massenblattes Hürriyet, und wird damit zum Sprachrohr für Millionen von Türken. Ihr vernichtendes Urteil: Pamuk ist im Weltmaßstab nur ein durchschnittlicher Romancier. Ohne seine politischen Aussagen zum “Völkermord an den Armeniern” hätte er den höchsten Preis in der Literaturwelt nicht bekommen. Sogar der Krämer an… weiter lesen
01.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
Heute war ich im Istanbuler Ikea, um einen Sessel und diverse unvorhersehbare Dinge zu kaufen. Ikea Istanbul ist vor einem Jahr eröffnet und liegt auf der asiatischen Seite bei Ümraniye, das heißt am ärmlichen Stadtrand. Blau-gelb erhebt sich das lange und flache Gebäude auf dem Hügel, in nichts von seinen deutschen Geschwistern zu unterscheiden. Daneben wird gerade eine riesige Baugrube ausgehoben. Ein neues Einkaufszentrum entsteht neben Ikea. Das wievielte Einkaufsparadies in Istanbul? Carrefours aus Frankreich, Bauhaus, Praktiker, Migros – alles ist hier versammelt, zum Unmut der türkischen Kleinhändler, die am laufenden Band pleite gehen.
Das Istanbuler Ikea macht einen Riesenumsatz – auch mit Köfte. Mit den kleinen runden schwedischen Hackfleischbällchen. 15 Stück kosten umgerechnet nur 3 Euro. Salat für nur 40 Cent. Täglich gehen 1200 Portionen schwedische Köfte über den Tresen, am Wochenende sind es täglich 3600 Portionen. Der Direktor ist verblüfft und sagt: “Im Vergeich zu anderen Ländern ist… weiter lesen