Ich habe, wie viele Istanbuler, einen Freund: Den Kater “Maviş”, gesprochen “Mawisch”, was so viel wie “mein liebes Blaues” bedeutet (wirklich). Wir fanden ihn vor sieben Jahren auf der Prinzeninsel Büyükada unter einem Gebüsch, durchnäßt und verwaist. Als Baby hatte er blaue Augen – jetzt sind sie grün.
Er ist im Grunde genommen ein Haus- und Straßenkater, auch wenn er in letzter Zeit lieber drin bleibt. Und er ist ein Genie. Wenn er nachts draußen war und keine Lust mehr auf seine Artsgenossen und die Hundemeute des Viertels hat, dann klingelt er. Es ist kein Witz. Es klingelt zum Beispiel um zwei Uhr nachts, und wer kommt wie ein Blitz hereingeschossen: Mavis.
Die Istanbuler lieben Katzen, ohne Frage. Die Nachbarn kaufen Katzenfutter und streuen es auf den Bürgersteig, für die Katzen unserer Straße. An Hauseingängen sind Joghurtschalen mit frischem Wasser, Katzen werden behandelt, kastriert, geimpft, Hunde übrigens auch, neuerdings kümmern sich… weiter lesen