23.09.2007 von Dilek Zaptcioglu
Die Welt verändert sich täglich schneller und konfrontiert uns viel rapider als wir glauben mit neuen “Tatsachen”. Nicht nur der Klimawandel – auch der “Mensch”, wie wir ihn bisher kannten, verändert sich.
Die Nachahmung und Veränderung der Materie ist relativ einfach. China, schreibt die Milliyet, überschreitet die Grenzen. Eine Baufirma namens Zhejiang Guangsha hat in der Stadt Hangz eine kleine Kopie der französischen Hauptstadt errichtet. Luxusappartments in Häusern im Pariser Stil, eine nur um ein Drittel kleinere Kopie des Eiffelturms und eine kleinere Ausgabe der Arc de Triomphe sollen den chinesisch-französischen Stadtteil zieren. Eine Oberschicht hat sich dort niedergelassen. In den Vororten von Istanbul baut ein Unternehmen neuerdings richtige kleine Schösser im pseudo-klassischen, amerikanischen Stil. Eklektische, große Steinvillen mit Säulenportal und großen Gärten. In China machen aufhellende Hautcremes 60 Prozent des gesamten Kosmetikumsatzes aus. Die Chinesin möchte am liebsten wie eine weiße Europäerin aussehen. Japanerinnen lassen sich übrigens auch gerne ihre Augen operieren. In der Türkei, schrieb mal… weiter lesen
09.09.2007 von Dilek Zaptcioglu
Nach dem überaus heißen Sommer in Istanbul dachten alle, daß der Herbst gar nicht kommen und der Winter sehr mild sein würde. Jetzt ist es so kühl, daß man (als Istanbuler!) abends nicht mehr draußen am Wasser sitzen kann, ohne sich ein leichtes Jäckchen überzuziehen.
Gestern nacht kam auf einmal ein monsunartiger Regen herunter – genauso wie in dem Film “The Year of Living Dangerously” (auf Deutsch leider “Ein Jahr in der Hölle”), einem meiner Lieblingsfilme. Man sitzt draußen, es kommen zuerst nur ein paar dicke Tropfen herunter und der Regen folgt so heftig, daß man in wenigen Minuten total naß wird.

Foto: Gökhan ÇANCILAR
Der Film von Peter Weir spielt in Indonesien, kurz vor dem Bürgerkrieg.
1965 wird der junge australische Rundfunkkorrespondent Guy Hamilton (Mel Gibson) in die indonesische Hauptstadt Djakarta geschickt. Der einheimische, kleinwüchsige Kameramann Billy Kwan (gespielt von der Schauspielerin Linda Hunt) versucht, ihm die Augen… weiter lesen
05.09.2007 von Dilek Zaptcioglu
Sogar ich stelle die “Wahrheit” über den 11. September in Frage
- sagt Robert Fisk am 25. August 2007 in The Independent
Lesenwert.
Jedes Mal, wenn ich im Ausland einen Vortrag über den Nahen Osten halte, ist jemand im Publikum – nur einer – den ich den “Phantasten” nenne. An dieser Stelle bitte ich alle Männer und Frauen um Verzeihung, die mit klugen und angebrachten Fragen zu meinen Vorträgen kommen – für mich als Journalisten oft demütigende Fragen – die zeigen, dass Sie ein wesentliche besseres Verständnis der Tragödie im Nahen Osten haben, als die Journalisten, die darüber berichten. Aber der “Phantast” ist Wirklichkeit. Er hat sich Stockholm und in Oxford materialisiert, in Sao Paulo und in Eriwan, in Kairo, in Los Angeles, und in weiblicher Form in Barcelona. Gleich welches Land, es wird überall ein “Phantast” auftauchen.
Seine – oder ihre – Frage lautet folgendermaßen: Wenn… weiter lesen