Archive for April, 2008

14.04.2008 von Dilek Zaptcioglu
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“Verzeih uns Giuseppina”

von Dilek Zaptcioglu

Sie war 33 Jahre alt und kam aus Mailand. Eine junge italienische Künstlerin, die quer durch Südeuropa und den Nahen Osten nach Jerusalem trampte – als eine “Performance für den Frieden”, im weißen Brautkleid: “Brides on Tour”.

Sie ist hinter Istanbul gutgläubig in einen kleinen Lastwagen eingestiegen, dessen Fahrer Murat K. sie vergewaltigte, tötete und im Wald verscharrte. Als er ihr Handy benutzte, hatte die Polizei ihn. Nach kurzer Vernehmung gestand der Mann die Tat. “Ich habe sie ermordet, weil sie nicht mit mir sein wollte”, soll der Mörder, ein vorbestrafter zweifacher Familienvater, gesagt haben. “Mit mir sein wollte!” Was für ein höflicher Ausdruck…

Betroffenheit und Scham dominieren in der Türkei…angesichts der Erkenntnis, daß ein Frauenleben hier immer wertloser wird? “Es hätte überall passieren können”, sagen manche. Aber es ist in den fünf Ländern, durch die sie schon trampte, nicht passiert, sondern hier.

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Giuseppina Pasqualino di Marineo, mitweiter lesen

08.04.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Fenerbahçe gegen Chelsea- 20.45 Uhr dt. Zeit / Star-TV

von Dilek Zaptcioglu

Keine großen Worte mehr: In wenigen Stunden, 21.45 Uhr türkische Zeit, fängt das Rückspiel Fenerbahce gegen Chelsea in London an. Star TV überträgt das Spiel www.startv.com.tr ab 21.30 Uhr. Das Spiel kommentiert Ertem Sener.

Fenerbahce hat in Istanbul 2:1 gewonnen.

Wenn sie heute abend in London unentschieden spielt oder gewinnt, kommt sie ins Halbfinale in der Champions League. Erstmals! Und “schreibt Geschichte”, wie die Istanbuler Zeitungen heute titelten.

Eine relativ kleine Fangemeinde wird heute in London die Mannschaft moralisch unterstützen. istanbulblog grüßt Josef Mühlbauer, den Besitzer des Deutsch-Türkischen Buchladens in Tünel / Istanbul – er ist als glühender Fener-Anhänger mit dabei in London. So ist das mit dem Fußball.

Haydi Fener!  

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08.04.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Zeki Müren in Beirut oder Was wäre das Leben ohne die Poesie?

von Dilek Zaptcioglu

Ich las heute abend ein Gedicht von Kücük Iskender (Alexander der Kleine – nennt sich einer der größten zeitgenössischen Poeten der Türkei). Es fing so an:

“Du operierst der Rose das Gehirn heraus. Bitte tue es nicht.”

Im selben Heft der Literaturzeitschrift “Kitap-lik”, die vom Yapi Kredi Verlag herausgegeben wird (erhältlich im Buchladen an der Ecke in Galatasaray – ein wunderbarer Ort), stieß ich auf ein Reisetagebuch. Hier die Übersetzung einer schönen Passage daraus, die ich mit Euch teilen will. Geschrieben hat den Text eine Frau namens Sevgi Ünal – bemerkenswert!

Zeki Müren in den Bergen des Libanon

Er streckte seine Hände ohne jedes Staunen in Richtung Golf aus und sagte: “Beirut!” Dort, wo er hinzeigte, breitete sich ein nur aus Ruinen bestehender Ort entlang der Küste über eine weite Strecke. In seinem Lächeln entdeckte ich einen gar nicht so bekümmerten Aspekt: So ist Beirut nunmal. Eine zerstörte und blasse Stadt. Wir… weiter lesen