Kurz vor dem Viertelfinale, auf Büyükada: Und danach!
von Dilek ZaptciogluEin unglaubliches Spiel! Dramatischer geht es ja gar nicht.
Und: Die beste Schlagzeile, die man seit langem gelesen hat – in der taz:
Schon wieder ein türkisches Wunder
Ausgerechnet das drögeste Spiel geht in die erste EM-Verlängerung: In der 119. Minute schießt Klasnic die Führung. Doch Semih gleicht in der Nachspielzeit aus. Im Elfschießen zeigen die Kroaten Nerven.
Und:
Am Mittwoch Türkiye gegen Almanya – der Ernstfall! Die “Für-wen-bist-du-dann”-Frage!
Ich bin für Semih.
Davor hatte ich das geschrieben:
Was soll ich noch sagen? Die Insel, auf der ich bin, schwimmt immer noch vor sich hin, vor der asiatischen Küste Istanbuls, wenn sie heute abend nicht untergeht, falls die türkische Nationalmannschaft ins Halbfinale kommt. Wenn (fast) alle Bewohner der Türkei aufspringen, könnte sogar die Erde aus ihrer Umlaufbahn kommen. Ich traue das den Zuschauern heute nacht zu. Das macht mich zugegebenermassen etwas bedächtig. Dennoch will ich als zweites zugeben, dass ich es den Jungs gönne, wenn sie tatsächlich die flinken Kroaten schlagen. Denn kein Deutschländer, der bis zu dem Bürgerkrieg in Jugoslawien je durch den Balkan ”nach Hause” fuhr, hat (leider) gute Erinnerungen an diese Mitbewerber.
21.45 Uhr, abnehmender Vollmond, ich gehe in das Kaffeehaus im Hafen von Horoz Reis, da hängt ein altes Nordmende-Gerät gefährlich über den Köpfen der Canasta spielenden alten Hausfrauen und den Fischern, die jede Nacht das Lokal bevölkern.
Der Bildschirm sieht klein aus. Aber im Halbdunkel der Nacht, wenn alle gebannt darauf spannen, wächst er. Um mindestens dreissig Prozent, würde ich sagen. Plötzlich ist man fast im Stadion. Langsam beginnt das Spiel, und wenn nicht schon in den ersten fünf oder zehn Minuten ein Tor fällt, dann sitzt man da, wie eine grosse Familie, die sich nur mal so getroffen hat und nicht lange miteinander reden will, vor diesem Bildschirm. Geduldig. Gespannt. Abwartend.
Der Teemann kommt: Leise. Auch er schaut immer mal auf den Bildschirm, egal aus welchem Winkel man auch guckt, man sieht besser als im Stadion. Er verteilt die Gläser. Einer macht eine Zigarette an, der Andere streckt seine dazu, jemand ruft: Hadi ya! Wenn die Stille durchbrochen ist, gesellen sich andere Kurzkommentare dazu, man atmet aus, nimmt einen Schluck Tee, lächelt sich an, streckt seinen Arm zu einer schimpfenden oder lobenden Geste aus, sagt etwas zu Arda, Semih oder Nihat, mit jedem Vorstoss wird man ein Stück gespannter, nervöser, wartet endlich, nihayet, nihayet auf das erlösende Tor.
Ich freue mich auf dieses Spiel, “oyun”, egal wie es ausgeht. Es wird ein Erlebnis sein.
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…ein ausgefalleneres Thema hätte man sich gar nicht wünschen können…
Hallo,
und was ist mit der Kundgebung gegen einen Militaerputsch am Samstag geworden?
…man hat sie İGNORİERT…
Denn Demokratie ist für manche Menschen nicht sehr wichtig, sie bevorzugen es, das Militaer und ihre Plaene zu unterstuetzen… ist halt einfach leichter als einen Kampf für die Domokratisierung des Landes zu führen…
Wenn dieser Plan der Amerikaner und der Israelis funkionieren sollte(Das mit der Landkarte) dann wird Deutschland die Konsequenzen davon tragen müssen. Nehmen wir mal an die Kurden haben ein Kurdistan und Türkei wurde geteilt wie werden dann die Menschen in ferner Zukunft über uns Denken, wir allein zerstören diese Welt ich will und möchte auch in Zukunft diese wunderschöne Welt meinen und unseren Kindern gerne zeigen und ihnen alles lehren wie sie es für richtig halten. Im Krieg vergraben die Väter ihre Söhne, in Frieden vergraben die Söhne ihre Väter.