08.11.2008 von Dilek Zaptcioglu
…doch morgen schon ists herbstlich kalt,
Und nebelgrau die Flur, der Wald.
Die Blumen, sie entlauben sich,
Die Winde stürmen fürchterlich,
Und endlich flockt herab der Schnee,
Zu Eis erstarren Fluss und See.
Jetzt aber gibt es Winterspiele,
Vermummt erscheinen die Gefühle,
Ergeben sich dem Mummenschanz
Und dem berauschten Maskentanz.
(aus “An die Engel” von Heinrich Heine, Neue Melodien spiel ich, Insel Verlag 1997, S. 108)
03.11.2008 von Dilek Zaptcioglu
…und nicht in Istanbul, denn: Sie findet 60 km westlich der Stadt mitten im Nowhere statt. In einem Ort, der sich Beylikdüzü nennt und vor gar nicht langer Zeit aus Weideland bestand.
Ich und Can fahren einen weiten Weg nach Taksim, um von dort aus den Messebus zu nehmen, ein Shuttle-Service, der uns zu der alljährlichen Buchmesse bringen soll. Die Schlange ist sehr sehr lang und vor allem, sie bewegt sich nicht. Denn der Bus kommt nur einmal in der halben Stunde. Wir zahlen umgerechnet 20 Euro, um in ein Sammeltaxi einzusteigen, der fast eine Stunde unterwegs ist. “Ich werde insgesamt 120 km gefahren sein, wenn ich zurückkomme”, sagt der junge Fahrer und erzählt dem Typen, der sich vorne plaziert hat und intellektuell tut, eine haarsträubende Geschichte über eine Frau, die neulich vor seinen Augen überfahren wurde. Mit allen Details. Genüßlich. Woher das Auto kam, wie alt die Frau war, bis… weiter lesen