Istanbul ist in diesem Sommer voller Touristen aus dem Nahen Osten. Der krisengeplagte Europäer aalt sich an den Stränden des Südens, in den schrecklichen All-Inclusive-Anlagen. Einzelne, bewußt reisende Bildungstouristen verirren sich natürlich auch in die Stadt, individuell, diese Art des Reisens ist ja wirklich so teuer geworden, daß man meint, die Branche macht selbst Harakiri.
Der “Araber”, “Arap“, wie er im Türkischen heißt )in meiner Kindheit nannten alle Erwachsenen dunkelhäutige Menschen “Arap”) spaziert in jeder Tracht durch die Istanbuler Straßen: Von voll verschleiert, d.h. mit halber Gesichtsschleier und einer schwarzen Tüllschleier im Augenbereich, bis hin zu fast europäischer Kleidung. Für türkische Augen ist das erste Look wirklich erschreckend: Nichts sieht man, nur eine schwarze Gestalt.
Oft tragen nahöstliche Touristinnen schwarze Tschador mit offenem Gesicht. Die Frauen haben auffallend teure Handtaschen, Schuhe und vor allem Sonnenbrillen. Funkelnde Steinchen, große, protzige Markenabzeichen: Ineinander verkeilte C`s oder G`s, oder einfach: Dior. Hohe Absätze sind… weiter lesen