Archive for the ‘Armenisch’ Category

20.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Täter gefaßt – ein Jugendlicher

von Dilek Zaptcioglu

Der mutmaßliche Mörder von Hrant Dink, dem armenischen Minderheitenvertreter, ıst gefaßt, ın Samsun am Schwarzen Meer. Dıe Fernsehanstalten sendeten gerade dıe Bılder von der Festnahme.

Er heißt Ogün S. und ist 17 Jahre alt. Er stammt aus Trabzon am östlichen Schwarzen Meer. Hier wurde im vergangenen Jahr von einem schizophrenen Jugendlichen der örtliche italienische Priester ermordet.

Ogün S. sagte vor drei Tagen seinem Vater, daß er für einige Tage nach Istanbul fahren wird. Seine Eltern ließen sich scheiden. Ihr Zuhause wurde im letzten Jahr durch einen Erdrutsch zerstört, die Familie lebt in einer Notunterkunft.

——————————————————– 

Türkische Polizei nimmt mutmaßlichen Mörder Dinks fest 
Vierte Zusammenfassung  

         Nach Veröffentlichung von Fahndungsfotos – Kritik an 
mangelndem Schutz für türkisch-armenischen Journalisten 
Von Benjamin Harvey
   Istanbul (AP) Die Polizei hat den mutmaßlichen Mörder des 
armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink festgenommen. Die 
Fahnder entdeckten den Verdächtigen nach einem Hinweis von dessen weiter lesen

20.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Foto des Attentäters für Hinweise

von Dilek Zaptcioglu

Hier die Fotos des Attentäters von Hrant Dink, dem armenischen Publizisten und Minderheitenvertreter.

2585951.jpg

Man hat die weiße Mütze des Täters gefunden, damit wohl auch DNA-Spuren.

Wenn man ihn bereits identifiziert hätte, wäre er wohl namentlich gesucht. Vielleicht

hält sich die Polizei auch bedeckt. Jedenfalls hat man ersmals ein Foto des Attentäters.

Die Istanbuler Polizei nimmt Hinweise entgegen, auch aus dem Ausland.

Die Telefonnummern sind:

(0090) 212 636 29 50 und 212 636 12 53.
155@iem.gov.tr

webmaster.tem@iem.gov.tr

 

20.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Keine Fortschritte bei den Ermittlungen

von Dilek Zaptcioglu

Zuerst die Information: Hrant Dink wird am Dienstag nachmittag in Istanbul beerdigt. Die Bestattungsfeier findet in der armenischen Kirche Meryem Ana (Heilige Maria) in Kumkapi statt. Hant wird anschließend auf dem armenischen Friedhof Balikli Istanbul bestattet.    

Seine Bestattungsfeier wird zu einer Massendemonstration für das friedliche Zusammenleben der Türken und Armenier.

In Istanbul gibt es nach dem Attentat an dem armenischen Minderheitenvertreter Hrant Dink keine Fortschritte in den Ermittlungen. Acht Festgenommene wurden wieder freigelassen. Das ist jetzt das Wichtigste: Die Aufklärung dieses hinterhältigen politischen Mordes. Die Festnahme aller Hintermänner. Die Aufklärung der Umstände.

Von dem Attentäter existieren Aufnahmen. Was im Fernsehen gesendet wurde: Wie er mit der Waffe in der rechten Hand wegläuft. Er ist schlank, athletisch, trägt eine Jeansjacke, ca 30 Jahre alt. Die Polizei erklärte, daß es auch Aufnahmen von ihm an einem Geldautomaten gibt. Frontal. Er sei darauf gut zu erkennen. Sein Name wird mit M.B. abgekürzt – aber ob das… weiter lesen

20.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Armenier und Türken

von Dilek Zaptcioglu

In seiner Eigenschaft als Chefredakteur der armenischen Wochenzeitung “Agos” lernte Hrant seine eigenen Leute besser kennen. Viele, die bisher als muslimische Türken lebten, kamen und outeten sich als Armenier. Hrant schätzte zuletzt die Zahl der konvertierten Armenier in der Türkei auf 500 000 Menschen. Es gab auch viele, die unbemerkt kamen, um ihre Heimat zu besuchen.

Eines Tages bekam er einen Anruf aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Sivas in Ostanatolien. Der Dorfvorsteher rief die Armenierzeitung in Istanbul an, um mitzuteilen, daß eine armenische Touristin in ihr Dorf gekommen und dort plötzlich gestorben sei. Niemand kannte sie und man wußte auch nicht, wie man ihre Verwandten erreichen konnte.

Nach wenigen Telefonaten, sagte Hrant, fand er die Identität der Frau heraus. Eine Tochter wurde gefunden. Von ihr erfuhr man, daß die 70jährige eigentlich in Frankreich lebte.  

Es stellte sich heraus, daß die Frau als Kind von ihrem Heimatdorf vertrieben worden war. Obwohl sie in Frankreich groß… weiter lesen

19.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Ein politisches Attentat: Hrant Dink ist tot

von Dilek Zaptcioglu

Unbekannte haben heute nachmittag den armenischen Publizisten und Minderheitenvertreter Hrant Dink in Istanbul, vor seiner Wochenzeitung “Agos” ermordet.

hrant dink.jpg

Hrant Dink 1954-2007

Das politische Attentat gilt in erster Linie dem Mann, dessen Leben es gefordert hat. Ein streitbarer Mann, ein armenischer Anatolier, ein emotionaler Streiter für armenische Belange in der Türkei, mit dem man nicht hundertprozentig übereinstimmen mußte um ihn zu mögen. Er selbst liebte seine Heimat über alles und wußte, daß er nicht woanders leben wollte. Auf die Vorwürfe, daß “die Armenier mit Völkermord-Vorwürfen türkisches Territorium einfordern”, sagte er: “Ja, die Armenier wollen türkisches Land, nicht um darauf zu leben, sondern um darin begraben werden zu können.” Hrant wurde während der “Armenierkonferenz” in Istanbul vor zwei Jahren zur Zielscheibe der extrem nationalistischen Presse. Warum er jetzt, wo es um ihn relativ still geworden war, ermordet wird, ist eines der Rätsel. 

Hrant Dink war neben dem Patriarchen das heimliche Obrhaupt der Armenier. Die Mörder wollen alle Diskussionen über die Vertreibung und Massaker… weiter lesen

22.10.2006 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

ASL (2): Iyi Bayramlar

von Dilek Zaptcioglu

Der absolut schöne Lückenfüller zum Ramadanfest:

Eine Fotografie des armenischen Fotojournalisten Ara Güler, dem Istanbul-Fotografen schlechthin.

Wenn ich mich nicht irre, hat er das Foto in der Selimiye-Moschee in Edirne aufgenommen. Edirne ist die langjährige “Grenzstadt” der Osmanen gewesen, eine “serhat sehri”. Der Architekt der Selimiye ist Mimar Sinan.

Montag bis Mittwoch ist das Ramadan- oder Zuckerfest. Also küssen wir den Kleinen die Augen, den Älteren die Hände, und wünschen allen ein gutes Fest. Der liebe Gott hat jedenfalls sowohl in Istanbul als auch in Berlin das schöne Wetter bereitgestellt. Was die Autorin dazu nutzte, im Café zu sitzen, nachdem sie im Jüdischen Museum die momentane Wechselausstellung “Heimat und Exil” besichtigte – jedem Berliner und Berlinbesucher heiß zu empfehlen!

 180796.jpg

Ara Güler – 50 Jahre Fotojournalismus – eine Retrospektive. Portraits und Klassiker in Duoton, Reportagen in Farbe (Gebundene Ausgabe)
von James A Fox (Vorwort), Maga Ilker (Herausgeber), weiter lesen

10.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

9/11: Nichts anderes als Terror

von Dilek Zaptcioglu

9/11 verfolgten wir in Istanbul genauso wie alle Anderen außerhalb New Yorks: Im Fernsehen. Zwei Jahre später waren aber Explosionen live zu hören: Im November 2003 starben hier in Istanbul bei gewaltigen Anschlägen innerhalb einer Woche insgesamt 67 Menschen, es gab über 600 Verletzte.Am 15. November 2003 explodierten Autobomben vor den Synagogen Neve Schalom und Beth Israel. Es waren Selbstmordattentate, zu denen sich erst die türkische Islamistengruppe Ibda-C bekannte. Aber die Experten sagten, daß die Organisation nicht dazu fähig war. Nach fünf Tagen wurden wieder zwei mächtige Anschläge verübt: Am 20. November 2003 gingen die Bomben vor dem Britischen Konsulat in Beyoglu und vor der HSBC-Bank in Levent hoch. Der englische Konsul Roger Short war unter den Toten. Zu allen Anschlägen bekannte sich letztendlich die Gruppe der Abu Hafs Al Misri Brigaden.Als ich über den Terror berichten, zu den Tatorten, vor die Synagogen fahren musste, die Spuren der gewaltigen Explosionen sah,weiter lesen

29.07.2006 von Dilek Zaptcioglu
blogavatar

Kommt der Krieg zu uns?

von Dilek Zaptcioglu

middle east vorher.jpg middle east nachher.jpg  

Selten wurde in der Türkei so viel über Politik gesprochen wie in diesem Jahr. Das Ganze hatte eigentlich mit dem 11. September (2001) begonnen. Kaum jemand glaubte an einen rein muslimischen Terrorakt. Nach meinen inoffiziellen Umfragen denken heute noch mindestens 80 Prozent der Türken (und zwar nicht nur in der Türkei), dass 9/11 von „irgendwelchen fanatischen und verrückten“ Kräften innerhalb der USA (und Israel) inszeniert worden sei. Die folgenden US-Angriffe auf Afghanistan und Irak erscheinen als die schrittweise Umsetzung eines umfassenden und von langer Hand geplanten Projektes. Demnach gilt es, die amerikanische Welthegemonie zu sichern und Israel ein für alle mal eine sichere Existenz im Nahen Osten zu verschaffen.

Als die US-Außenministerin Condoleezza Rice vor einigen Tagen sagte, dass die „Zeit für einen neuen Nahen Osten gekommen“ ist, steigerte sich hier bei uns die Aufregung. Das „Greater Middle East Project“ Pentagons wird im Türkischen alsweiter lesen