Archive for the ‘Geschichte’ Category

06.07.2009 von Dilek Zaptcioglu
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Kreta

von Dilek Zaptcioglu

Oder “Girit”, oder ”Kandiye”, wie die Insel einmal unter Osmanen hiess. Eigentlich keine Insel, sondern ein “Land” für sich, das Gegenstück zu Neverland, weil es soviel existiert, dass man selbst Teil wird dieser vollen Existenz. Es ist wahr: Die Mittelmeersonne stellt alles klar und reinigt die Seele.

Kreta in Sicht.

Einfach auf ein Boot steigen und von Marmaris nach Rhodos, Karpathos und Kreta fahren.  Das ist jedenfalls unsere Route (auf dem Hinweg) gewesen und ich beabsichtige noch ausführlicher in der Zeitung darüber zu schreiben. Deshalb hier erst einmal nur ein Paar grobe Einzelheiten.

 

Heraklion / Kandiye: Die Burg am Kai.

Von Marmaris mit einem mittelgrossen, bequemen Schiff nach Rhodos gefahren. Das kostet ca 50 Euro und dauert eineinhalb Stunden. Die Fahrten zwischen den griechischen Inseln und dem türkischen Festland sind die teuersten, weil hier nicht nur eine Grenze überschritten wird, sondern offenbar auch ein Monopol herrscht. In der Ägäis gibt es den Wettbewerb, was die… weiter lesen

28.10.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Los geht’s wieder – Istanbulblog vom Feinsten

von Dilek Zaptcioglu

Liebe Blogleser,

spreche ich Euch diesmal ausnahmsweise mal wie in einem Brief an.  Lange habe ich nichts schreiben können, aber das Leben…geht jetzt weiter. Denn: Das Leben geht immer weiter! Und wie soll man wissen, daß das Erlebnis echt ist, wenn es nicht schwarz auf weiß niedergeschrieben steht?

Dabei gehört doch unser Blog zu den wirksamsten 10 Webpräsenzen “mit Migrantenbackground” in Germany. Unsere Meinung ist nicht unwichtig, wenn ich das richtig verstehe. Ich habe Euch sehr vermißt.

Gleich mache ich auf mit weiterer Eigenwerbung und einer netten Predigt – nein, einer echten Predigt von Pfarrer Stefan Mai, den ich von hier aus herzlich grüßen möchte. Denn er hat, wie ich erst heute gesehen habe, schon vor drei Jahren in seiner Predigt zur Erstkommunion der Kinder in einer Kirche in Süddeutschland aus meinem Vorwort zu der “Geschichte des Islam” gelesen. So fanden meine Istanbuler Erinnerungen Zugang zu Menschen, die auf einer Kirchenbank… weiter lesen

29.03.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Der Halbmond über dem Brandenburger Tor

von Dilek Zaptcioglu

Es folgt eine Passage aus dem Vorwort des Buches „Über die Türkische Revolution“ von Peyami Safa aus dem Jahre 1938. Leser werden sich an Safa erinnern – der konservative Schriftsteller und Denker hat u.a. den Roman „Fatih-Harbiye“ geschrieben, den ich vor einigen Wochen hier vorstellte.  Er tat sich immer schwer, was die Ost-West-Synthese anging, aber er gab nicht auf. Auch wenn er für die “Beibehaltung der östlichen (muslimischen) Seele” eintrat, wollte er auf den Okzident und seine inspirierende Kraft nicht verzichten.

                      ottomantshirts.jpg

In diesem Buch versucht Peyami Safa die Antwort auf die Frage zu finden, was das Wesen der „Türkischen Revolution“, d.h. der Reformen Mustafa Kemals und seiner Freunde ausmacht, die 1923 die Türkische Republik gründeten. Und damit die Synthese wagten – ihre Probleme heute schmälern nicht den damaligen Erfolg. Safa beschwert sich darüber, daß vor 70 Jahren noch kein einziges Werk über die Reformen geschrieben wordenweiter lesen

23.02.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Es war bestimmt Zufall!?!

von Dilek Zaptcioglu
SPIEGEL ONLINE – 23. Februar 2007, 16:56
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,468108,00.html

NUMERATOR

Moschee-Baumeister waren westlichen Mathematikern 500 Jahre voraus

Von Holger Dambeck An orientalischen Gebäuden aus dem 15. Jahrhundert haben Physiker raffinierte Muster entdeckt, die Mathematiker eigentlich erst seit 30 Jahren kennen. Was steckt hinter den komplexen Ornamenten: Genialität morgenländischer Künstler oder schlichter Zufall? Wissenschaftler fristen ein mühsames Dasein: Den ganzen Tag zerbrechen sie sich den Kopf, gehen Irrwege, scheitern, müssen von vorne anfangen. Und wenn sie schließlich doch mal einen großen Schritt vorangekommen sind, dann hat womöglich der Kollege aus Übersee genau dieselbe Idee gehabt – nur eben ein paar Monate früher.

Quasi-Kristalle: Die faszinierende Geometrie des Orient

Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (8 Bilder) Besonders bitter ist jedoch, wenn man eine Erkenntnis als neu präsentiert, die schon Jahrhunderte alt ist. Dies könnte unfreiwilligerweise auch dem britischen Mathematiker Roger Penrose passiert sein,

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20.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Armenier und Türken

von Dilek Zaptcioglu

In seiner Eigenschaft als Chefredakteur der armenischen Wochenzeitung “Agos” lernte Hrant seine eigenen Leute besser kennen. Viele, die bisher als muslimische Türken lebten, kamen und outeten sich als Armenier. Hrant schätzte zuletzt die Zahl der konvertierten Armenier in der Türkei auf 500 000 Menschen. Es gab auch viele, die unbemerkt kamen, um ihre Heimat zu besuchen.

Eines Tages bekam er einen Anruf aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Sivas in Ostanatolien. Der Dorfvorsteher rief die Armenierzeitung in Istanbul an, um mitzuteilen, daß eine armenische Touristin in ihr Dorf gekommen und dort plötzlich gestorben sei. Niemand kannte sie und man wußte auch nicht, wie man ihre Verwandten erreichen konnte.

Nach wenigen Telefonaten, sagte Hrant, fand er die Identität der Frau heraus. Eine Tochter wurde gefunden. Von ihr erfuhr man, daß die 70jährige eigentlich in Frankreich lebte.  

Es stellte sich heraus, daß die Frau als Kind von ihrem Heimatdorf vertrieben worden war. Obwohl sie in Frankreich groß… weiter lesen

10.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
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9/11: Nichts anderes als Terror

von Dilek Zaptcioglu

9/11 verfolgten wir in Istanbul genauso wie alle Anderen außerhalb New Yorks: Im Fernsehen. Zwei Jahre später waren aber Explosionen live zu hören: Im November 2003 starben hier in Istanbul bei gewaltigen Anschlägen innerhalb einer Woche insgesamt 67 Menschen, es gab über 600 Verletzte.Am 15. November 2003 explodierten Autobomben vor den Synagogen Neve Schalom und Beth Israel. Es waren Selbstmordattentate, zu denen sich erst die türkische Islamistengruppe Ibda-C bekannte. Aber die Experten sagten, daß die Organisation nicht dazu fähig war. Nach fünf Tagen wurden wieder zwei mächtige Anschläge verübt: Am 20. November 2003 gingen die Bomben vor dem Britischen Konsulat in Beyoglu und vor der HSBC-Bank in Levent hoch. Der englische Konsul Roger Short war unter den Toten. Zu allen Anschlägen bekannte sich letztendlich die Gruppe der Abu Hafs Al Misri Brigaden.Als ich über den Terror berichten, zu den Tatorten, vor die Synagogen fahren musste, die Spuren der gewaltigen Explosionen sah,weiter lesen

06.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
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Die Franziskaner in Istanbul

von Dilek Zaptcioglu

 

Meine Lieblingskirche in Istanbul heißt “Santa Maria Draperis” und ist eine der ältesten der Stadt. Zugleich ist sie das einzige Gotteshaus der Franziskaner hier. Wenn man im Stadtteil Beyoglu die überfüllte Istiklal Caddesi Richtung Taksim heraufläuft, kommt sie gleich nach dem russischen Konsulat rechts.  

Zuert sieht man ein großes eisernes Tor. Dahinter sind breite Treppen verborgen, und unten die schöne Fassade dieser versteckten und neben der prominenten Saint Antoine eher unbekannt gebliebenen Kirche. Sie ist oft leer. Am Tor sind die monatlichen Termine aufgelistet. Im Vorraum rechts sind wunderschöne Kerzen.

Die Bettelmönche kamen im 13. Jahrhundert nach Istanbul und gründeten den ersten christlichen Orden außerhalb der Orthodoxen Kirche. Die Kirche wurde 1678 erbaut, brannte aber im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ab. Ihren heutigen Endzustand soll sie 1789 erreicht haben. Hinter dem Altar ist eine wertvolle Ikone, die von Clara Bertola Draperis gestiftet worden ist. Der Architekt heißt Semprini.

stemarie.jpg 

Geöffnet… weiter lesen

05.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
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Türkische Soldaten in den Libanon

von Dilek Zaptcioglu

 

Die Abstimmung im türkischen Parlament war kurz & schmerzvoll:

340 Ja, 192 Nein-Stimmen – ein Einziger enthielt sich!

Die Türkei schickt also Truppen in den Libanon…

In das Gebiet, das sie zu Zeiten des Osmanischen Reiches, 1516 “eroberte” und

jahrhundertelang ziemlich seinem Schicksal überließ. Damals gab es kaum Schiiten

im Libanon. Angesichts bürgerkriegsähnlicher Zustände mußte der Sultan später, schon

zum “Kranken Mann am Bosporus” mutiert, der Entsendung “europäischer Friedenstruppen”

in die Region zustimmen. Am 5. September 1860, also fast auf den Tag genau vor 146 Jahren

unterzeichnete der Sultan das diesbezügliche Protokoll! Einige Wochen später, schreibt der Populärhistoriker

Murat Bardakci, tauchten je 5 britische und französische, zwei russiche und ein österreichisches

Kriegsschiff vor der libanesischen Küste auf. Obwohl sie überhaupt nicht gefragt waren, kamen

bald auch die Spanier und Griechen nach, um nichts zu verpassen.

 

Frankreich ließ sofort 6000 Soldaten an Land gehen. Nach einigen Monaten verlangten die

europäischen Mächte die Einsetzung eines Politischen… weiter lesen