Archive for the ‘Jeder ist eine Insel’ Category

06.07.2009 von Dilek Zaptcioglu
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Kreta

von Dilek Zaptcioglu

Oder “Girit”, oder ”Kandiye”, wie die Insel einmal unter Osmanen hiess. Eigentlich keine Insel, sondern ein “Land” für sich, das Gegenstück zu Neverland, weil es soviel existiert, dass man selbst Teil wird dieser vollen Existenz. Es ist wahr: Die Mittelmeersonne stellt alles klar und reinigt die Seele.

Kreta in Sicht.

Einfach auf ein Boot steigen und von Marmaris nach Rhodos, Karpathos und Kreta fahren.  Das ist jedenfalls unsere Route (auf dem Hinweg) gewesen und ich beabsichtige noch ausführlicher in der Zeitung darüber zu schreiben. Deshalb hier erst einmal nur ein Paar grobe Einzelheiten.

 

Heraklion / Kandiye: Die Burg am Kai.

Von Marmaris mit einem mittelgrossen, bequemen Schiff nach Rhodos gefahren. Das kostet ca 50 Euro und dauert eineinhalb Stunden. Die Fahrten zwischen den griechischen Inseln und dem türkischen Festland sind die teuersten, weil hier nicht nur eine Grenze überschritten wird, sondern offenbar auch ein Monopol herrscht. In der Ägäis gibt es den Wettbewerb, was die… weiter lesen

08.11.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Heut ist das Wetter warm und licht…

von Dilek Zaptcioglu

…doch morgen schon ists herbstlich kalt,

Und nebelgrau die Flur, der Wald.

Die Blumen, sie entlauben sich,

Die Winde stürmen fürchterlich,

Und endlich flockt herab der Schnee,

Zu Eis erstarren Fluss und See.

Jetzt aber gibt es Winterspiele,

Vermummt erscheinen die Gefühle,

Ergeben sich dem Mummenschanz

Und dem berauschten Maskentanz.

(aus  “An die Engel” von Heinrich Heine, Neue Melodien spiel ich, Insel Verlag 1997, S. 108)

 

 

 

 

08.08.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Sommerpause vorbei: Glas halb voll

von Dilek Zaptcioglu

Bozcaada oder Tenedos, wie sie früher hiess: Wunderschön! Ich möchte dort leben!  

Endlich geht es ein wenig optimistischer weiter mit dem Leben: Trotz der heutigen Meldungen vom “Krieg im Kaukasus” herrscht Ruhe in der Türkei. Oder hängt das beides irgendwie miteinander zusammen? Bekanntlich schützt Paranoia nicht vor Verfolgung. “Kaukasus” und “Weltpolitik” hängen historisch und 

öl- und grossmachtbedingt miteinander zusammen. Und paradoxerweise sind die Menschen des Kaukasus unter den Ärmsten der Welt.

Ich denke ja auf solche Meldungen sofort: Hängt das etwa mit dem drohenden Iran-Angriff der USA zusammen? Ob das überraschende Nichtverbotsurteil des türkischen Verfassungsgerichts auch auf irgendeine nicht geahnte Weise mit dem wenn-sie-ihn-lassen-möglichen Sieg Barack Obamas im November, und dem letzten geplanten evangelistischen Coup des George Bush gegen Iran (Hand in Hand mit Tel Aviv) zusammenhängen könnte? Das Öl fliesst in meinem Gehirn prompt zusammen.

Und da hocken sie gleichzeitig alle in Peking und schauen der Eröffnung der Olympiade zu. Wer das besser durchblickt, soll uns aufklären. Aber bitte ein… weiter lesen

29.06.2008 von Dilek Zaptcioglu
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In eigener Sache: Wie findet Ihr die Umstellung?

von Dilek Zaptcioglu

Istanbulblog schliesst hiermit sein zweites Jahr ab und schreitet in ein drittes. Dabei findet eine richtig radikale Umwälzung auf www.taz.de statt. Sogar ich habe Probleme, meinen Blog wiederzufinden.

Deshalb bin ich gespannt: Habt Ihr Probleme, zum Istanbublog zu gelangen? (komische Frage: wenn Ihr das liest, dann seid Ihr ja da, aber vielleicht doch über sieben Brücken gehend?)

Neues Lesezeichen: http://blogs.taz.de/istanbulblog/

Wie findet Ihr es, daß die Kommentare nicht automatisch unten angehängt sind?

Zu den Kommentaren gelangt Ihr, indem Ihr auf der obigen Seite blogs.taz.de/istanbulblog die Überschrift meines jeweiligen Blogartikels anklickt und dieser sich auf einer neuen Seite öffnet: Darunter ist die Kommentarschlange. Mit türkischen Buchstaben hat das System offenbar Probleme…  

Dann geht es bald weiter mit dem neuen Eintrag, natürlich über den heißen summer on the floating island Büyükada, dieses Jahr mit einem wunderschönen kleinen Boot, über die Möwen und die Wellen, darüber, warum Männer kommen müssen, wenn eine Frau sie… weiter lesen

20.06.2008 von Dilek Zaptcioglu
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Kurz vor dem Viertelfinale, auf Büyükada: Und danach!

von Dilek Zaptcioglu

Ein unglaubliches Spiel! Dramatischer geht es ja gar nicht.

Und: Die beste Schlagzeile, die man seit langem gelesen hat – in der taz:

Schon wieder ein türkisches Wunder

Ausgerechnet das drögeste Spiel geht in die erste EM-Verlängerung: In der 119. Minute schießt Klasnic die Führung. Doch Semih gleicht in der Nachspielzeit aus. Im Elfschießen zeigen die Kroaten Nerven.

Und:

Am Mittwoch Türkiye gegen Almanya – der Ernstfall! Die “Für-wen-bist-du-dann”-Frage!

Ich bin für Semih.

Davor hatte ich das geschrieben: 

Was soll ich noch sagen? Die Insel, auf der ich bin, schwimmt immer noch vor sich hin, vor der asiatischen Küste Istanbuls, wenn sie heute abend nicht untergeht, falls die türkische Nationalmannschaft ins Halbfinale kommt. Wenn (fast) alle Bewohner der Türkei aufspringen, könnte sogar die Erde aus ihrer Umlaufbahn kommen. Ich traue das den Zuschauern heute nacht zu. Das macht mich zugegebenermassen etwas bedächtig. Dennoch will ich… weiter lesen

29.03.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Der Halbmond über dem Brandenburger Tor

von Dilek Zaptcioglu

Es folgt eine Passage aus dem Vorwort des Buches „Über die Türkische Revolution“ von Peyami Safa aus dem Jahre 1938. Leser werden sich an Safa erinnern – der konservative Schriftsteller und Denker hat u.a. den Roman „Fatih-Harbiye“ geschrieben, den ich vor einigen Wochen hier vorstellte.  Er tat sich immer schwer, was die Ost-West-Synthese anging, aber er gab nicht auf. Auch wenn er für die “Beibehaltung der östlichen (muslimischen) Seele” eintrat, wollte er auf den Okzident und seine inspirierende Kraft nicht verzichten.

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In diesem Buch versucht Peyami Safa die Antwort auf die Frage zu finden, was das Wesen der „Türkischen Revolution“, d.h. der Reformen Mustafa Kemals und seiner Freunde ausmacht, die 1923 die Türkische Republik gründeten. Und damit die Synthese wagten – ihre Probleme heute schmälern nicht den damaligen Erfolg. Safa beschwert sich darüber, daß vor 70 Jahren noch kein einziges Werk über die Reformen geschrieben wordenweiter lesen

28.02.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Von Katzen und Hunden, Fatih und Harbiye

von Dilek Zaptcioglu

Ich habe, wie viele Istanbuler, einen Freund: Den Kater “Maviş”, gesprochen “Mawisch”, was so viel wie “mein liebes Blaues” bedeutet (wirklich). Wir fanden ihn vor sieben Jahren auf der Prinzeninsel Büyükada unter einem Gebüsch, durchnäßt und verwaist. Als Baby hatte er blaue Augen – jetzt sind sie grün. 

Er ist im Grunde genommen ein Haus- und Straßenkater, auch wenn er in letzter Zeit lieber drin bleibt. Und er ist ein Genie. Wenn er nachts draußen war und keine Lust mehr auf seine Artsgenossen und die Hundemeute des Viertels hat, dann klingelt er. Es ist kein Witz. Es klingelt zum Beispiel um zwei Uhr nachts, und wer kommt wie ein Blitz hereingeschossen: Mavis.

Die Istanbuler lieben Katzen, ohne Frage. Die Nachbarn kaufen Katzenfutter und streuen es auf den Bürgersteig, für die Katzen unserer Straße. An Hauseingängen sind Joghurtschalen mit frischem Wasser, Katzen werden behandelt, kastriert, geimpft, Hunde übrigens auch, neuerdings kümmern sich… weiter lesen

23.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Pause

von Dilek Zaptcioglu

Ich muß eine Blogpause machen und hoffe, daß Ihr sie auch sinnvoll nutzen könnt.

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Atatürks Yacht “Savarona” in Hamburg

Artikel aus:http://www.turkinfo.at/index.php?id=1696Die Savarona ist die größte, nicht einem königlichen Besitz zugehörende Yacht, die jemals erbaut wurde. Ihre Gesamtlänge beträgt 136 m, der Mast 16 m, der Rumpf 6,1 m. Ihre höchste Geschwindigkeit liegt bei 18 Seemeilen, die Fahrtgeschwindigkeit bei 16 Seemeilen. Neben der Hauptsuite befinden sich auf ihr 17 Luxussuiten, deren Durchschnittsgröße 50 m beträgt.

Die Savarona ist die größte, nicht einem königlichen Besitz zugehörende Yacht, die jemals erbaut wurde. Ihre Gesamtlänge beträgt 136 m, der Mast 16 m, der Rumpf 6,1 m. Ihre höchste Geschwindigkeit liegt bei 18 Seemeilen, die Fahrtgeschwindigkeit bei 16 Seemeilen. Neben der Hauptsuite befinden sich auf ihr 17 Luxussuiten, deren Durchschnittsgröße 50 m beträgt.Die Savarona begann ihre Fahrten unter Emily Roebling Cadwallader, der Tochter des Architekten der Brooklyn-Brücke John Roebling. Frau Cadwallader ließ die Yacht… weiter lesen

10.01.2007 von Dilek Zaptcioglu
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Sis: Nacht und Nebel

von Dilek Zaptcioglu

Es ist Nacht und es gibt Nebel. Was für einen. So dick, daß der Bosporus und die Dardanellen alle beide dem Schiffsverkehr gesperrt sind. Nicht einmal die städtischen Fähren verkehren mehr, ja, nicht einmal die zwischen Üsküdar und Besiktas, wo die Überfahrt nur knappe 10 Minuten dauert. Die großen Tanker, die für das kaukasische Öl die Meerengen durchqueren, warten jetzt am Schwarzen Meer. Flugzeuge zum zentralen Atatürk-Flughafen werden umgeleitet und müssen nach Sabiha Gökcen auf die asiatische Seite. Da keine Schiffe durchfahren, und man das andere Bosporusufer nicht sehen kann, und auch die Brücke nicht zu finden ist, steht man wie eine taubstumme Blinde am Bogaz und staunt: Wo ist Istanbul? Verloren!

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Istanbul heute nachmittag

Hängt die außerordentliche “Bewegung” auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei mit dem Nebel zusammen? Nein. Es herrschten heute dort sehr gute Sichtverhältnisse, als plötzlich nach drei Jahren Pause schwere Awacs- und F-16 Kampfflieger anflogen.… weiter lesen

05.11.2006 von Dilek Zaptcioglu
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Heute nacht regnet es in Istanbul…

von Dilek Zaptcioglu

Heute regnet es leise und milde, der Himmel vereint sich in unsagbarer Zärtlichkeit mit der Erde.

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“Woran denkst du, Bubulina?” fragte Sorbas…

“An Alexandrien….an Beirut, an Konstantinopel….an Türken, Araber, an Scherbet, goldene Sandalen und rote Feze…..” 

Ich sah Sorbas rauchen. Ich beneidete ihn und nahm meine Pfeife zur Hand. Gerührt beobachtete ich sie: sie war dick, kostbar, englisches Fabrikat.

Alexis Sorbas (Hamburg, September 1955)