10.03.2007 von Dilek Zaptcioglu
Stavraetos hat dafür gesorgt, daß die Türkei tagelang keinen Zugang zu You Tube hatte. Der griechische User hatte ein Video namens “Kemal Gay Turk” (für Atatürk) hereingestellt, das er inzwischen herausnehmen mußte. Aber für Ersatz ist gesorgt.
Der Youtube-User “Navarino1827″ ist seit 4.3.07 registriert und gibt als Herkunftsland United Kingdom an. Offensichtlich ist er einer der fleißigen griechischen Jungmänner, die derzeit Schmiervideos ins Netz stellen, um einen pubertären antitürkischen Kampf auszufechten, dem sich türkische User allzu gern stellen.
In “German vs. Turk” läuft ein Deutscher im Anzug, offenbar ein Geschäftsmann, über eine Straße und erzählt der Kamera etwas über die Häuser. Da kommt ihm ein Türke entgegen, bleibt stehen und guckt. Der Deutsche sagt “Hast du ein Problem?”, holt aus und knallt dem Türken eine ungeheure Ohrfeige, so daß der Mann auf dem Boden landet. Der Film ist wohl älter, denn da ist noch von D-Mark die Rede. Das Ganze ist schon bizarr und erinnert an rassistische… weiter lesen
27.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
Mit Wut und Trauer, heißt es in den Nachrufen. Mit Wut, Trauer und einem tiefen Schamgefühl liest man manchmal die Agenturmeldungen. Man schämt sich Mensch zu sein, wie ein Leser mir heute schrieb. Dieser Artikel ist nicht “mit Nebensächlichkeit” geschrieben. Wir werden alle sehen, ob diese Meldung morgen groß in den Zeitungen steht, und etwas verändern wird.
Die Leichen von sechs jungen Männern wurden gestern morgen aus der azurblauen Ägäis gezogen. Notdürftig mit Zeitungspapier verdeckt lagen sie am ägäischen Strand vor Izmir. Sie waren schwarz. Nicht durch Sonne, sondern von Natur aus.
Sie gehörten Flüchtlingen, die nach Europa wollten. Das ist nichts Neues. Das gehört in die Kategorie: “Ja, ein Jammer, aber was kann man dagegen schon tun?”
Es gibt eine Korrelation zwischen den sinkenden Asylbewerberzahlen in Deutschland und diesen sechs Leichen von heute morgen in der Ägäis. Und die griechische Küstenwache spielt dabei eine unrühmliche Rolle. Eine Rolle, für die sie sich eigentlich, nach… weiter lesen
19.09.2006 von Dilek Zaptcioglu
Eine Nachricht kursiert heute im Internet: der Chef der kurdischen PKK, Abdullah Öcalan, sei gestern nacht in seiner Gefägniszelle gestorben. An einem Herzinfarkt.
Aber der Staatsanwalt der Stadt Bursa, dem das Gefägnis Öcalans untersteht, gab eine Erklärung ab: “Öcalan ist gesund. Es gibt keine Probleme.” Erst heute morgen seien die neuesten Untersuchungsergebnisse angekommen.
Auch die eigenen, kurdischen Anwälte Öcalans dementieren die Nachricht.
Fragt sich dann: Wer streut solche Gerüchte?
Eine merkwürdige Atmosphäre der Provokation macht sich in der Türkei breit. Da ist zum Beispiel die Bombe, die vergangene Woche in Diyarbakir explodierte. Es starben dabei 10 Menschen, sieben davon waren Kinder. Die Polizei sagt: Es war die PKK. Die Bombe sei ferngezündet worden, und zwar durch ein Babyphon-System. Der Terrorist kann maximal 100 m vom Tatort entfernt gewesen sein. Die niedrige Frequenz wird nicht von außen gestört.
Der Grund: Alle fordern Frieden! Alle sind die Gewalt leid. Die Kurdenpartei DTP forderte die bewaffnete PKK… weiter lesen
30.08.2006 von Dilek Zaptcioglu
Für den Terror in den Urlaubszentren und in Istanbul scheinen die “Freiheitsfalken Kurdistans“ (TAK) verantwortlich zu sein – sie haben sich jedenfalls offiziell dazu bekannt. TAK ist eine Splittergruppe, oder ”inoffizielle Unterorganisation” der PKK - im Klartext heißen sie “Teyrebazen Azadiya Kurdistan”. Sie verstehen sich als “Kurdische Rachebrigaden” in Anlehnung an die “Türkische Rachebrigade” (TIT), die in den 1970ern auf Zypern im Bürgerkrieg gegen griechische Freischärler kämpfte. TAKs Webseite im Internet ist durch Gerichtsbeschluß gesperrt. Da das mit jeder neuen Seite passiert, lassen sie ihre Erklärungen meistens über die Nachrichtenagentur Mezopotamya in Deutschland verbreiten – die wiederum der PKK “nahe steht”. Das islamistische Wochenblatt “Aksiyon” beschrieb im April 2005 ausführlich, wie die TAK ihre Kader vor allem aus Studentenkreisen und Ex-PKKlern in den Städten rekrutiert. Es seien auch Frauen darunter. Dem Bericht nach versteht sich die TAK als eine “professionelle” Kaderorganisation, in der jeder in einer bestimmten Art von Sabotage & Angriff ausgebildet wird. Ihre Basis sind ganz offensichtlich die Großstädte. Ihr… weiter lesen
29.07.2006 von Dilek Zaptcioglu
Selten wurde in der Türkei so viel über Politik gesprochen wie in diesem Jahr. Das Ganze hatte eigentlich mit dem 11. September (2001) begonnen. Kaum jemand glaubte an einen rein muslimischen Terrorakt. Nach meinen inoffiziellen Umfragen denken heute noch mindestens 80 Prozent der Türken (und zwar nicht nur in der Türkei), dass 9/11 von „irgendwelchen fanatischen und verrückten“ Kräften innerhalb der USA (und Israel) inszeniert worden sei. Die folgenden US-Angriffe auf Afghanistan und Irak erscheinen als die schrittweise Umsetzung eines umfassenden und von langer Hand geplanten Projektes. Demnach gilt es, die amerikanische Welthegemonie zu sichern und Israel ein für alle mal eine sichere Existenz im Nahen Osten zu verschaffen.
Als die US-Außenministerin Condoleezza Rice vor einigen Tagen sagte, dass die „Zeit für einen neuen Nahen Osten gekommen“ ist, steigerte sich hier bei uns die Aufregung. Das „Greater Middle East Project“ Pentagons wird im Türkischen als… weiter lesen