Monsterhausen

Im Haus der Monster liegen klare weiße Kacheln aus. Das Haus der Monster hat sechs Zimmer und zwei lange Flure. Im Haus der Monster gibt es zwei Betten, eine Matratze und drei Tücher, die als Betten dienen auf den Kacheln. Im Haus der Monster wohnen sechs Monster auf zwei Etagen.

Auf dem Weg von unten nach oben steht ein goldener Dildo. Es ist dieser:

In der Küche steht ein rotes, hohes Heptagon, auf dem eine Katze sitzt. Es ist diese hier:

Shankar ist gar kein Monster. Malayka ist auch keines.

Das Haus der Monster ist gar kein Monsterhaus, aber sie nennen es so. Sie sind die Männer, die sich abends verkleiden, die sich Masken schminken, also die schönsten Masken, die ich je gesehen habe, und die sich, zum Beispiel, Mangrovenästchen in die Bärte flechten.

So schön sieht, zum Beispiel, Shankar aus, wenn sie verkleidet ist:

So schön sieht, zum Beispiel, Malayka aus, wenn sie verkleidet ist:

Schluss mit Kartoffeln. Genug Kartoffeln. Wir kochen, aber Spaghetti mit Soße. Wir reden über die Nächte, wenn im Ancora do Marujo die Drag Queen-Wettbewerbe beginnen.

‚Warum nennt ihr Euch Monster, obwohl Ihr so schön seid?‘

„Weil wir das Andere sind, das diese Stadt sonst verstecken will“, sagt Malayka.

Martin Kaul, Jahrgang 1981, ist Deutschbrasilianer und taz-Redakteur für soziale Bewegungen. Von Mitte Januar bis Mitte März 2017 ist er als Robert-Bosch-Fellow Gastresident im Goethe-Institut in Salvador da Bahia. Salvador da Bahia gilt als kulturelles Zentrum der afrobrasilianischen Geschichte. Mit der „Vila Sul“-Residenz in Salvador da Bahia fördert das Goethe-Institut den Austausch und die Auseinandersetzung mit dem globalen Süden.

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.