19.08.2011 von Claudia Mussotter
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Und zum Abschluss ein „Pijama“

von Claudia Mussotter

Pfirsich Melba, das kennt jeder. Der Nachtisch animierte Hausfrauen wie Köche zu immer neuen Kreationen auf der Basis eines Pfirsichs bzw. einer Pfirsichhälfte. Von den 60er bis weit in die 80er Jahre hinein in Spanien außerordentlich populär war der „Pijama“ (Pyjama), ein Dessert, das bei keiner Hochzeit, Kommunion oder häuslichen Festen fehlen durfte. Dabei handelte es sich einfach um einen fertig gekauften Pudding oder Flan, der auf den Teller gestürzt und mit einer Pfirsichhälfte aus dem Glas und vielleicht noch anderen Dosenfrüchten wie Ananas und mit Schlagsahne ausgarniert serviert wurde. Manchmal kam auch noch eine Scheibe Eis, ein sogenannter Corte, dazu.

Das letzte Gericht, das am 30. Juli im El Bulli serviert wurde, ist eine Destruktion des berühmten „Pfirsich Melba“, eine Hommage an die klassische französische Küche und deren Vater, Auguste Escoffier (1846 – 1935), der das Dessert 1893 für Nellie Melba erfand, als die australische Sopranistin im Londoner Covent Garden mit der… weiter lesen

04.08.2011 von Claudia Mussotter
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Anchovis & Boquerones

von Claudia Mussotter

Boquerón, anchoa? – Da darf man sich hier an den Küsten nicht durcheinanderbringen lassen. Es handelt sich um ein und denselben Fisch: „Boquerón“ nennt sich die Sardelle, wenn sie entweder, wie etwa in Andalusien besonders beliebt, appetitlich im Teigmantel frittiert oder wie die allseits bekannte Tapa in Essig eingelegt wird. „Boquerones en vinagre“, mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie, das kennt jeder.
Wird der kleine „pescado azul“, der gesunde Fettfisch, aber als Filets schichtweise – fast wie Sauerkraut – eingesalzen und in Glas oder Dose verpackt, handelt es sich um „anchoas“, im Deutschen heißen sie „Anchovis“. Diese haltbar gemachten Sardellen sind nicht sterilisierte Halbkonserven, weshalb sie immer gekühlt aufbewahrt werden müssen.
Neuerdings schwört man – wie beim Wein! – auf längere Lagerung der Anchovis im besten Olivenöl, was laut Kennern zu ganz außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen führen soll.
Die konservierten Sardellenfilets sind quasi als Gewürz zu betrachten, man verzichtet aufs… weiter lesen

22.07.2011 von Claudia Mussotter
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Wilde Kartoffeln

von Claudia Mussotter

Patatas bravas
Für 4 bis 6 Pers.: 500 g Kartoffeln (patatas), 300 ml Olivenöl (aceite de oliva), 1 kleine Zwiebel (cebolla, fein gehackt), 1 rote Chilischote (chile, entkernt und fein gehackt), 400 g Tomaten (tomates troceados, in Stücken), 1/2 TL Zucker (azúcar), 1/2 TL Salz (sal), 1 TL Paprika (pimentón, der geräucherte „de la Vera“), 2 EL Sherryessig (vinagre de Jerez), 1 Ei (huevo), 1 zerstoßene Knoblauchzehe (diente de ajo), Schnittlauch (cebollino)
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und in zwei Zentimeter große Stücke schneiden. Ein Backblech mit zwei Esslöffeln Olivenöl in den Ofen schieben und fünf Minuten erhitzen. Dann herausnehmen, die Kartoffeln auf dem heißen Öl verteilen und 45 Minuten backen, bis sie goldfarben und knusprig sind.
In der Zwischenzeit für die Sauce zwei Esslöffel Öl auf mittlerem Feuer in einem Topf mit schwerem Boden erhitzen und die Zwiebel etwa sieben Minuten anschwitzen, bis sie… weiter lesen

22.07.2011 von Claudia Mussotter
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Kulinarisches Wörterbuch für unterwegs

von Claudia Mussotter

Endlich ist es seit diesem Monat auf dem Markt, das kulinarische Wörterbuch für unterwegs, das die “Dieta mediterránea” eine Weile vom Bloggen abgehalten hat. Aber ab  jetzt soll sich an dieser Stelle sowieso einiges ändern; angestrebt sind kürzere Beiträge und viel mehr Rezepte, originelle, aus der Mode gekommene, typisch spanische eben, wie man sie auch in dem praktischen Taschenwörterbuch findet.

Es soll allen Genießern helfen, die kulinarischen Freuden der Iberischen Halbinsel zu entdecken: Kurze Kapitel informieren zunächst in kompakter Form über das Wichtigste zu den Regionen und ihren jeweiligen Spezialitäten. Der sich anschließende ausführliche lexikalische Teil erlaubt schnelles Nachschlagen und gibt fundiertes Vokabelwissen an die Hand.
Sicherlich wird das Büchlein im handlichen Format für unterwegs bei der Wahl einer bestimmten Käsesorte, eines Weins, einer Tapa, eines Tagesmenüs, beim Einkauf und beim Lesen und Nachkochen von Rezepten, wo auch immer, behilflich sein.

“Essen und Trinken in Spanien. Das kulinarische Wörterbuchweiter lesen

08.07.2011 von Claudia Mussotter
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Zum 65. Geburtstag des Zweiteilers: Bikini-Pizza

von Claudia Mussotter

Vielleicht weil auch eine Art Zweiteiler, nennt man in Katalonien ein Bocadillo bzw. diagonal durchgeschnittenes Sandwich mit Schinken und Käse von der Plancha einen „Bikini“. Die Plancha ist im spanischen Haushalt eine meist elektrisch betriebene heiße Platte, es würde sich aber auch ein Sandwichmaker anbieten.

Das folgende Rezept ist eine Mischung aus Pizza und Bikini.
Für 2 Stück: 4 Scheiben Toastbrot, 1 Büffelmozzarella, 6 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, 2 Champignons, ein paar frische Basilikumblätter, Olivenöl virgen
Mozzarella in Scheiben, Champignons blättrig schneiden.
Das Brot zuerst mit Mozzarella belegen, dann die ganzen eingelegten Tomaten draufgeben, anschließend die Champignons.
Mit Olivenöl beträufeln,  zum Schluss die Basilikumblätter vollenden.
Die Bikini-Pizza auf der Plancha oder im Sandwichmaker mit ein wenig Öl knusprig bräunen.

Bon profit!

01.07.2011 von Claudia Mussotter
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Gurken-Krise

von Claudia Mussotter

Da haben wir den Salat, Spanien bleibt nicht nur auf seinen Gurken sitzen. Auch Kartoffeln und zuletzt sogar Mispeln finden keinen Absatz und müssen entweder verschenkt oder vernichtet werden. Jetzt hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei (MARM) eine Kampagne mit dem Slogan „Es gibt tausend Möglichkeiten, unser Gemüse zu unterstützen. Wähl deine“ gestartet, um die spanischen Produkte zu fördern und zu versuchen, das Vertrauen der Konsumenten wiederzugewinnen.
Ob allerdings ein ordinärer Sticker mit der Aufschrift „Yo (love, Herz  aus Gurke) pepino“ – zumal im eigenen Land! – hilft, den guten Ruf  der spanischen Gurke in Europa  wiederherzustellen, kann bezweifelt werden. Die Kampagne von Ministerin Rosa Aguilar müsste zumindest außerhalb der Landesgrenzen stattfinden. Denn hier stand man großenteils hinter dem einheimischen Gemüse – an vorderster Front die Gastroblogger.
Flugs hat man via Twitter den 6. Juni zum „Día del pepino“, „Tag der Gurke“, ausgerufen, und zahlreiche Blogger… weiter lesen

06.06.2011 von Claudia Mussotter
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Was essen die Empörten?

von Claudia Mussotter

Empört euch! – das Büchlein von Stéphane Hessel gab den Namen für die Jugendlichen, Arbeitslosen, Rentner und alle anderen Unzufriedenen, die als Bewegung 15-M schon seit dem Sonntag vor der Wahl am 22. Mai auf verschiedenen Plätzen Spaniens ausharren und „Echte Demokratie jetzt!“ fordern. Höchste Zeit, sich über die Ernährung der Camper und Protestler Gedanken zu machen, dieser „Indignados“, die sich gegen Arbeitslosigkeit und Sparpolitik, gegen die Macht der Banken und großen Volksparteien, gegen Sparpolitik und Korruption auflehnen.
Das hat Mikel López Iturriaga wohl gedacht, als er in seinem vorzüglichen Kochblog „El Comidista“ in  der Zeitung „El País“ (http://blogs.elpais.com/el-comidista/) eine billige, gesunde und ausgeglichene Ernährung präsentierte, die seiner Meinung nach ebenfalls zu den Grundrechten gehören sollte. Im Folgenden ein paar Vorschläge für die „Empörten“.


Belegtes Brötchen „Ideen an die Macht“
Anstelle des üblichen Bocadillos mit Schinken und Käse, das „langweiliger ist als ein Rededuell ohne Fragen zwischen Zapatero und Rajoy“, empfiehlt er, das Brot zwar wie immer… weiter lesen

10.12.2010 von Claudia Mussotter
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Kaki im Trend

von Claudia Mussotter

Die Kaki ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt ursprünglich aus Zentralchina, wo man sie seit Urzeiten kultiviert und wo durch Kreuzungen mittlerweile über tausend verschiedene Arten existieren. Bald verbreitete sie sich in Japan, wo sie heute wie Äpfel und Mandarinen zum meistgegessenen Obst zählt. Und es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Früchte auch im Westen, im Abendland, heimisch wurden.
Die tomatenähnliche Kaki hat viele Namen: Unter anderem wird sie chinesische- oder Dattelpflaume oder Japanischer Lotus genannt, mal Persimon, in einigen Regionen Palosanto, denn sie pflegt im November, zu Allerheiligen, zu reifen: „pa los santos“.
Heute ist die klassische tomatenrote weiche „caqui tomatero“ kaum noch zu sehen. Aufgrund ihres Tanningehalts ist sie nur im überreifen Zustand genießbar, dann aber ausgesprochen süß mit einem Geschmack nach Aprikose und einem leichten Tick Vanille. Der Verzehr des butterweichen Fruchtfleischs dieser Kaki kann aber wirklich zum Problem werden.… weiter lesen

02.12.2010 von Claudia Mussotter
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Hungrig in Alicante

von Claudia Mussotter

Madre mía! Was die Provinz Alicante mit dem bekanntesten Gastrokritiker des Landes, Rafael García Santos, da auf die Beine gestellt hat, schlägt die Ausgabe des Kongresses „Lo Mejor de la Gastronomía“ (Das Beste aus der Gastronomie) vom Vorjahr um Längen: Die Messehalle IFA beim Alicantiner Flughafen El Altet platzte bei ihrem 12. Event zwischen dem 6. und 9. November buchstäblich aus allen Nähten. Auf 25 Prozent mehr Fläche tummelten sich 108.000 Besucher, die Zahl der Kongressteilnehmer erhöhte sich um mehr als das Doppelte, ebenso die der Aussteller, Workshops und Köche. Jeder wollte dabei sein, sogar die Kaufhauskette El Corte Inglés war vertreten und warb – da noch siegessicher – für Fernando Alonsos Weltmeistertitel.  Pech gehabt.
Etliches wurde zwar verbessert. Das Verkehrschaos vom vergangenen Jahr blieb aus, unzählige Helfer wiesen die richtige Richtung, doch mit Stöckelschuhen war der lange Weg bis zum Eingang trotzdem eine Tortur. „Sand oder Asphalt?“ lautete denn auch… weiter lesen

19.11.2010 von Claudia Mussotter
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Weltkulturerbe dank Pisto & Co.

von Claudia Mussotter

In allen Ländern des Mittelmeerraums kursieren Geschichten, die Aufschluss über die Entwicklung ihrer Esskultur geben, denn nicht wenige Poeten nahmen sich gastronomischer Themen an, die den jeweiligen Stand in Küchendingen vermittelten. Waren dies im Spanien des 16./17. Jahrhundert etwa Lope de Vega oder Cervantes, so ist in heutiger Zeit vor allem der katalanische Schriftsteller und Gastronom Manuel Vázquez Montalbán (1939, Barcelona – 2003, Bangkok) zu nennen, der seine Leidenschaft für die spanische und besonders katalanische Küche nicht zuletzt in seinen Kriminalromanen durch die Figur des Privatdetektivs Pepe Carvalho zum Ausdruck brachte. In den „Elogis desmesurats“ (in etwa: Maßlose Loblieder, Empúries, 1997) schreibt er: „Wenn der Mittelmeerraum irgendwann als administrative, politische, kulturelle und gastronomische Einheit existierte, müsste, wenn es nach mir ginge, die Flagge violett sein und kein anderes Symbol tragen als eine glatte, glänzende, pralle Aubergine.“
Denn was kennzeichnet besser die Gastronomie rund ums Mittelmeer als die Aubergine. Die mediterrane… weiter lesen