Für Menorca bedeutete das 18. Jahrhundert eine turbulente Zeit. Mal war die Baleareninsel britisch, mal von den Franzosen besetzt, dann wurde sie wieder England zugesprochen, das sich erst 1802 gänzlich zurückzog, obwohl Menorca längst an Spanien gegangen war. In diesen Kriegswirren ist der Ursprung der Mayonnaise womöglich anzusiedeln. Behaupten die Spanier.
Viel wurde über die „Königin der Saucen“ geschrieben, Doch Genaues weiß man bis heute nicht. Wurde sie von der Hauptstadt Mahón nach Frankreich gebracht, wo sich die mahonnaise flugs zur mayonnaise wandelte? Wann entstanden wirklich die Verse über die „Sauce Mayonnaise“, die ein gewisser Lancelot geschrieben haben soll? Stammt der Name vielleicht vom altfranzösischen Wort für Eigelb, moyeu, ab, oder wurde er von manier, rühren, abgeleitet? Oder hat das französische Mayenne damit zu tun, wie die Franzosen das gerne hätten? Diese und mehr Fragen haben eine Reihe berühmter Autoren, Köche und Sprachwissenschaftler, unter ihnen auch den spanischen Nobelpreisträger José Camilo Cela, dazu getrieben,… weiter lesen
Archive for Juli, 2007
¡Ay, qué calor! – Was für eine Hitze! Ein Ausspruch, der zu dieser Jahreszeit ein ums andere Mal zu hören ist. Besonders dann, wenn man sich mit dem Essen befassen muss. Eine Suppe? – Daran mag man in diesen Hundstagen nicht mal denken! Seit Jahrtausenden schlürft der Mensch seine Suppe dampfend, direkt vom Feuer. Das ist so tief verwurzelt, dass man schon beim Anblick eines Suppenlöffels automatisch etwas Heißes erwartet. Doch die jetzt servierten köstlichen kalten Süppchen aus Früchten und Gemüsen, Mandeln und mehr bringen überraschend große Erfrischung – und Flüssigkeit, die der Körper dringend braucht.
Durch den Tourismus international bekannt geworden sind die kalten ländlichen Suppen wie Gazpacho oder Ajoblanco aus dem Süden des Landes, eine elegantere Version ist die hierzulande längst eingebürgerte, ursprünglich französische Vichyssoise, ein kalte Lauch-Kartoffel-Suppe. Nur musste für die Erfindung dieser kühlen Durstlöscher erst einmal die Neue Welt entdeckt werden.
Mit bis dahin… weiter lesen
In allen Ländern des Mittelmeerraums kursieren Geschichten, die Aufschluss über die Entwicklung ihrer Esskultur geben, denn nicht wenige Poeten nahmen sich gastronomischer Themen an, die den jeweiligen Stand in Küchendingen vermittelten. Waren dies im Spanien des 16./17. Jahrhundert etwa Lope de Vega, Cervantes oder Quevedo, so ist in heutiger Zeit vor allem der katalanische Schriftsteller und Gastronom Manuel Vázquez Montalbán (1939, Barcelona – 2003, Bangkok) zu nennen, der seine Leidenschaft für die spanische und besonders katalanische Küche nicht zuletzt in seinen Kriminalromanen durch die Figur des Privatdetektivs Pepe Carvalho zum Ausdruck brachte. In den „Elogis desmesurats“ (in etwa: Maßlose Loblieder, Empúries, 1997), die zuerst in der katalanischen Tageszeitung AVUI veröffentlicht wurden, schreibt er: „Wenn der Mittelmeerraum irgendwann als administrative, politische, kulturelle und gastronomische Einheit existierte, müsste, wenn es nach mir ginge, die Flagge violett sein und kein anderes Symbol tragen als eine glatte, glänzende, pralle Aubergine.“
In einem… weiter lesen
Mit steigenden Außentemperaturen ist leichter Genuss gefragter denn je. Speziell am Mittag wirkt ein knackiger Salat belebend, hält fit für den restlichen Tag, ohne Kalorienbudget oder Organismus zu sehr zu belasten. Er strotzt nur so vor wichtigen Inhaltsstoffen, die den Organismus gesund halten. Duft- und Aromastoffe und eine fantasievolle Präsentation tragen zum „Erlebnis Essen“ bei.
Kreativität ist gefragt bei der Zusammenstellung der bunten Teller und ein gutes Händchen bei der Wahl des Dressings. Sparen ist hier fehl am Platz, denn nur eine einzige mittelprächtige oder gar minderwertige Zutat degradiert unsere Salatkomposition im Nu zu nichts weiter als einem Haufen Chlorophyll.
Mit den altbekannten Klassikern beispielsweise geht man kein Risiko ein. Meist sind sie mediterranen Ursprungs wie der gute alte griechische Bauernsalat, der berühmte Salade niçoise aus Südfrankreich, der nordafrikanische Taboulé oder die valencianische Variante aus Römersalat, Zwiebel, Tunfisch, Tomaten, Oliven und Ei.
Einer aber ist ganz… weiter lesen
In Streifen geschnittener Römersalat, Tomate, Zwiebelscheiben und selbst eingelegte, gewöhnungsbedürftige, weil bittere grüne Oliven, das sind die Zutaten eines typischen valencianischen Salats, den jedes anständige Lokal führt. Um den Preis zu rechtfertigen, wird meist noch mit Tunfisch und hart gekochtem Ei oder auch zusätzlich einer Stange Spargel ausgarniert. Wer ihn zum ersten Mal vorgesetzt bekommt, ist ratlos. Hübsch angerichtet, entbehrt die “ensalada valenciana” doch jeglicher Begleitung. Denn die erhält der Salat erst am Tisch. Wer opfert sich nun, übernimmt die verantwortungsvolle Aufgabe des Anmachens? Und trifft hoffentlich den Geschmack der ganzen Runde, denn Salat isst man schließlich – immer vorneweg! – mit einer Gabel gemeinsam von der Platte.
Dass jeder seinen eigenen Teller hat, das gibt es nicht, genauso wenig wie getrenntes Bezahlen. Also bestellt man eine “ensalada” für zwei, drei oder vier Personen – bei mehr, wenn man am langen Tisch sitzt, werden Gott sei Dank meist zwei… weiter lesen