Das Sandwich wurde schon vor mehr als 2.000 Jahren erfunden, doch sein goldenes Zeitalter erlebt es jetzt. Deli-Läden, Imbissketten, Bocadillo-Wettbewerbe oder etwa ein „Institut des Bocadillo und der Brotkunst“ werben für die Werte der zwei Brothälften und ihren Inhalt: Die kleine Zwischenmahlzeit ist populärer als je zuvor.
Hillel dem Älteren, einem der bedeutendsten jüdischen Schriftgelehrten (1. Jh. v. Chr.), dürfte das erste Sandwich zu verdanken sein. Er klemmte zerstoßene Walnüsse und Apfelstücke mit Gewürzen zwischen zwei dünne ungesäuerte Brotfladen (Matzen), die zu essen heute noch am Passahfest Tradition ist. Und auch im Mittelalter schätzte man die Scheibe Brot – allerdings als Teller. Man aß den Belag herunter und reichte den Rest an die Armen. Doch seinen Durchbruch hatte das Sandwich mit dem gleichnamigen vierten Earl of Sandwich, John Montagu (1718–1792), der ein überaus leidenschaftlicher Kartenspieler war und die Partie nicht einmal zum Essen unterbrechen wollte. Also hielt… weiter lesen
Archive for März, 2009
Heute ist Josefstag, Día de San José –
und gleichzeitig Vatertag. Da jede/r Zweite
José, Pepe, Fina, Pepa oder Josep heißt, gibt’s viel zu feiern, weshalb an diesem Tag in der Regel auch nicht gearbeitet wird. Und am nächsten auch nicht. Puente, Brücke, nennt sich das lange Wochenende, das die meisten ausnützen. Vielleicht fährt man raus aufs Campo und brutzelt eine Paella oder Lammkoteletts, zum Nachtisch gibt es traditionell die Crema de San José, besser bekannt als Crema catalana, zweifelsfrei das typischste Dessert Kataloniens.
Laut der Vereinigung der Pasteleros der Provinz Barcelona liegt sein Ursprung in der jüdischen Küche, denn die Hebräer seien große Liebhaber der süßen Kreationen aus Milch und Ei gewesen. Wie die Konditormeister berichten, existiert auch eine Anekdote um die beliebte Crema catalana. Sie soll sich in einem Kloster ereignet haben, wo man den Besuch des Bischofs erwartete. Um ihn gebührend zu empfangen, ließen sich die Nonnen ein gutes Mahl einfallen. Doch… weiter lesen
Sie hat nie den Ruhm einer Artischocke, zarter Bohnenkerne oder des Spargels erlangt. Und ihre Auftritte als Beilage auf den Speisekarten sind spärlich. Ihr sind keine Feste, Verkostungen oder Degustationsmenüs gewidmet. Und doch ist sie eines jener Gemüse, das in keinem Kühlschrank fehlen darf, das bei vielen Salaten, Suppen, Saucen oder Schmorgerichten auftritt: die Möhre.
Die alten Griechen schätzten die Karotte ebenso wie die Römer, bei denen sie immer eine Rolle in der Ernährung spielte. In den berühmten Rezepten des Apicius empfehlen sich zahlreiche Zubereitungsarten, die mit vielen ihrer Bestandteile von den heutigen gar nicht so weit abweichen: gebraten mit Garum-Sauce und Wein; mit Salz, Olivenöl und Essig; gekocht mit Wein oder zum Beispiel mit Kümmel – wie Möhren heute noch in Nordafrika auf den Tisch kommen. Die Araber waren es auch, die die Möhren über Andalusien nach Spanien einführten.
Die andalusischen Möhren waren weiß, gelblich oder purpurrot… weiter lesen
Wer einmal in Kantabrien war, heißt es, will zurückkehren. Die Region im Norden der Iberischen Halbinsel, Teil des so genannten grünen Spanien, das in einem weiten Bogen Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland umspannt, nimmt einfach jeden Besucher gefangen. Traumhafte Flussmündungen, schroff abfallende Steilküsten, zahlreiche weiße Strände und die typischen Fischerdörfer bilden das abwechslungsreiche Profil der kantabrischen Küste. Die üppige Landschaft im Landesinneren dominieren grüne Weiden und dichte Buchen-, Eichen und Kastanienwälder. Ein Gebirgszug mit mehr als 2.000 Meter hohen Bergen, der von den Pyrenäen bis nach Asturien reicht und in Galicien ausläuft, gipfelt in den außergewöhnlichen Picos de Europa.
Wie schon in Galicien und Asturien bestimmen mar y montaña, Meer und Berge, auch im angrenzenden Kantabrien den reichhaltigen Speiseplan.
Eigentlich kann man die Küche Kantabriens in sechs Gruppen einteilen: Da sind einmal die Eintöpfe, dann Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Käse, die Patisserie und nicht zuletzt der Schnaps.
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Salz ist vielleicht das älteste Würzmittel der Welt. Jahrtausende zurück lässt sich seine Geschichte verfolgen. Es beeinflusste kulturelle Abläufe, Brauchtum, Glaube, die Religion. Für unsere Vorfahren war Salz so wichtig wie Gold, der Preis damals so hoch wie heute für Diamanten.
Es gab Zeiten, in denen mit Salz bezahlt wurde. So entwickelten sich aus dem lateinischen „salarium“, der Salzration, die den Soldaten ausgehändigt wurde, das spanische „salario“, später „sueldo“, und auch Salär. Dem „sal“ begegnen wir täglich: in ensalada (Salat), salchicha (Würstchen), salsa (Sauce) oder auch salmorejo (kalte Tomatensuppe).
Ob in der chemischen oder Lebensmittelindustrie, in der Medizin, bei der Wasserenthärtung oder in der Küche: ohne Salz geht nichts. Salz ist lebensnotwendig für den Körper, es hält den Wasserhaushalt im Gleichgewicht. Allerdings ist auch schnell die nötige Menge überschritten. Mit Brot oder Käse, Fleisch und Wurst und all den industriegefertigten Lebensmitteln nehmen wir – oft unbewusst – meist zu… weiter lesen