Archive for August, 2009

31.08.2009 von Claudia Mussotter
blogavatar

Von Pauken und Trommeln, Schinken und Wein

von Claudia Mussotter

Aragón liegt eingebettet zwischen Frankreich im Norden, Katalonien im Osten, Castilla y León, Castilla-La Mancha, La Rioja und Navarra im Westen sowie Valencia im Süden. Römer, Westgoten, Araber, Franken beherrschten das Land im Norden der spanischen Halbinsel, bevor sich Aragón und Katalonien zusammenschlossen und nach und nach auch Pyrenäenlandschaften, Valencia und die Balearen dominierten. Durch die Heirat Ferdinands II. von Aragón mit Isabella von Kastilien im Jahr 1469 wurden die zwei mächtigsten Königshäuser des Landes vereinigt; der Weg war bereitet für Entdeckungsfahrten in die Neue Welt und die erfolgreiche Beendigung der Reconquista, die vollständige Vertreibung der Mauren.
Sie alle haben ihre Spuren in zahlreichen Kunstwerken und steinernen Monumenten hinterlassen: Römische Ruinen, gotische Kathedralen, barocke Paläste, Burgen, Klöster und vom Mudéjar-Stil beeinflusste Bauwerke bilden eine überraschend kontrastreiche Architektur.
Ebenso abwechslungsreich sind die Landschaften Aragoniens. Die höchsten Gipfel der Pyrenäen im Norden, das weite Ebrotal im Zentrum und das Iberische… weiter lesen

21.08.2009 von Claudia Mussotter
blogavatar

Die Durstlöscher

von Claudia Mussotter

„Königin des Sommers“ wird sie oft genannt. Und hat nicht wenige Künstler inspiriert. Ein wenig bekanntes Werk des valencianischen Malers Joaquim Sorolla (1863 – 1923) beispielsweise, „Junge, der eine Wassermelone isst“, ist eine typische Szene aus dem mediterranen Sommer. In der Tat ist die Wassermelone eine der besten Erfrischungen und aus der heißen Jahreszeit nicht wegzudenken. Das rote Fruchtfleisch ist süß und saftig und zergeht auf der Zunge wie ein duftendes Sorbet. Wassermelonen scheinen pures Wasser zu sein, was fast richtig ist, denn sie bestehen zu 93 Prozent daraus. Indes, auch Zwiebeln, Spargel, Salat, Blumenkohl oder Tomaten weisen ähnlich viel Wasser auf – doch niemand käme auf die Idee, zwischen einem halben und zwei Kilogramm davon zu konsumieren.
Man isst also mit Genuss das nötige Trinken in Form eines oder mehrerer Stücke Wassermelone, durchspült damit die Nieren, führt sich gleichzeitig wertvolle Vitamine und Mineralien zu – und muss bei… weiter lesen

14.08.2009 von Claudia Mussotter
blogavatar

Auf den Spuren Don Quijotes

von Claudia Mussotter

„Eintopf mit etwas mehr Rind als Hammel und an den meisten Abenden Salpikon, an den Samstagen Rührei mit etwas Speck, Wurst und Hirn, am Freitag Linsen, sonntags vielleicht ein Täubchen als Beigabe, das schluckte fast die ganze Habe.“
Will man etwas über das Leben und die Küche Castilla-La Manchas erfahren, empfiehlt sich die Lektüre des „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes, der die Region mit seinem Roman berühmt gemacht hat. Auf der ausgeschilderten „Ruta de Don Quijote“ in den weiten Ebenen der Mancha scheint der Geist des „Ritters von der traurigen Gestalt“ noch heute zwischen den Windmühlen herumzuspuken. Die Schafherden, gegen die Quijote einst vergebens kämpfte, sind so präsent wie die unzähligen Weinberge, die seinem getreuen Begleiter Sancho Panza den begehrten Rebensaft zu seinem Queso manchego lieferten.
Im dünn besiedelten Castilla-La Mancha herrscht ein extremes Klima mit langen, heißen Sommern und rauen, sehr kalten Wintern und extremen Temperaturschwankungen. Weshalb… weiter lesen

07.08.2009 von Claudia Mussotter
blogavatar

Die rote Verführung

von Claudia Mussotter

Ein Leben ohne Tomaten – wer mag sich das heute noch vorstellen? Nudeln ohne Tomatensauce, Pommes ohne Ketchup, Pizza ohne Tomate oder Salat ohne die erfrischenden bunten Tomatenstücke? Don Pomodoro nennt man denn auch in Italien bezeichnenderweise einen Menschen, der überall dabei sein muss.
Sie gab schon immer Anlass zu Spekulationen. Pomme d’amour, Liebesapfel, Pomodoro, Goldapfel, oder Paradiesapfel – in Österreich heute noch Paradeiser – wurde die ursprünglich kleine helle Tomate genannt. In ihrer Heimat, den Anden, hieß sie bei den Azteken wiederum zweideutig Tomatl (Schwellfrucht) – denn man schrieb den prallen Früchten eine aphrodisierende Wirkung zu. Entdeckt wurde die Pflanze von spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert. Ihren Weg auf den europäischen Kontinent fanden die Samen mit Hernán Cortés über Mexiko – wo Tomaten wie in Peru ein Symbol des Glücks sind und deshalb in all ihren pikanten Variationen bei keinem Hochzeitsbankett fehlen dürfen.

Obwohl im Mittelmeerraum die Frucht… weiter lesen