Und zum Abschluss ein „Pijama“

Pfirsich Melba, das kennt jeder. Der Nachtisch animierte Hausfrauen wie Köche zu immer neuen Kreationen auf der Basis eines Pfirsichs bzw. einer Pfirsichhälfte. Von den 60er bis weit in die 80er Jahre hinein in Spanien außerordentlich populär war der „Pijama“ (Pyjama), ein Dessert, das bei keiner Hochzeit, Kommunion oder häuslichen Festen fehlen durfte. Dabei handelte es sich einfach um einen fertig gekauften Pudding oder Flan, der auf den Teller gestürzt und mit einer Pfirsichhälfte aus dem Glas und vielleicht noch anderen Dosenfrüchten wie Ananas und mit Schlagsahne ausgarniert serviert wurde. Manchmal kam auch noch eine Scheibe Eis, ein sogenannter Corte, dazu.

Das letzte Gericht, das am 30. Juli im El Bulli serviert wurde, ist eine Destruktion des berühmten „Pfirsich Melba“, eine Hommage an die klassische französische Küche und deren Vater, Auguste Escoffier (1846 – 1935), der das Dessert 1893 für Nellie Melba erfand, als die australische Sopranistin im Londoner Covent Garden mit der Oper „Lohengrin“ von Wagner triumphierte.
Genau 1.846 Rezepte hat Ferran Adrià seit 1983 im katalanischen Roses kreiert – nicht 1.800 und auch nicht 1850 –, denn 1846 ist das Geburtsjahr von Escoffier. Sie werden jetzt als feiner Katalog herauskommen, um den größten Koch aller Zeiten zu ehren. Der Pfirsich Melba bildet das 1.846., also das letzte Rezept, und man kann sicher sein, dass es bei Ferran Adriàs Abschiedsvorstellung nach allen Regeln der Molekularküchenkunst zubereitet wurde.

Bon profit!

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