22.07.2011 von Claudia Mussotter
Endlich ist es seit diesem Monat auf dem Markt, das kulinarische Wörterbuch für unterwegs, das die “Dieta mediterránea” eine Weile vom Bloggen abgehalten hat. Aber ab jetzt soll sich an dieser Stelle sowieso einiges ändern; angestrebt sind kürzere Beiträge und viel mehr Rezepte, originelle, aus der Mode gekommene, typisch spanische eben, wie man sie auch in dem praktischen Taschenwörterbuch findet.
Es soll allen Genießern helfen, die kulinarischen Freuden der Iberischen Halbinsel zu entdecken: Kurze Kapitel informieren zunächst in kompakter Form über das Wichtigste zu den Regionen und ihren jeweiligen Spezialitäten. Der sich anschließende ausführliche lexikalische Teil erlaubt schnelles Nachschlagen und gibt fundiertes Vokabelwissen an die Hand.
Sicherlich wird das Büchlein im handlichen Format für unterwegs bei der Wahl einer bestimmten Käsesorte, eines Weins, einer Tapa, eines Tagesmenüs, beim Einkauf und beim Lesen und Nachkochen von Rezepten, wo auch immer, behilflich sein.
“Essen und Trinken in Spanien. Das kulinarische Wörterbuch… weiter lesen
08.07.2011 von Claudia Mussotter
Vielleicht weil auch eine Art Zweiteiler, nennt man in Katalonien ein Bocadillo bzw. diagonal durchgeschnittenes Sandwich mit Schinken und Käse von der Plancha einen „Bikini“. Die Plancha ist im spanischen Haushalt eine meist elektrisch betriebene heiße Platte, es würde sich aber auch ein Sandwichmaker anbieten.
Das folgende Rezept ist eine Mischung aus Pizza und Bikini.
Für 2 Stück: 4 Scheiben Toastbrot, 1 Büffelmozzarella, 6 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, 2 Champignons, ein paar frische Basilikumblätter, Olivenöl virgen
Mozzarella in Scheiben, Champignons blättrig schneiden.
Das Brot zuerst mit Mozzarella belegen, dann die ganzen eingelegten Tomaten draufgeben, anschließend die Champignons.
Mit Olivenöl beträufeln, zum Schluss die Basilikumblätter vollenden.
Die Bikini-Pizza auf der Plancha oder im Sandwichmaker mit ein wenig Öl knusprig bräunen.
Bon profit!
01.07.2011 von Claudia Mussotter
Da haben wir den Salat, Spanien bleibt nicht nur auf seinen Gurken sitzen. Auch Kartoffeln und zuletzt sogar Mispeln finden keinen Absatz und müssen entweder verschenkt oder vernichtet werden. Jetzt hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei (MARM) eine Kampagne mit dem Slogan „Es gibt tausend Möglichkeiten, unser Gemüse zu unterstützen. Wähl deine“ gestartet, um die spanischen Produkte zu fördern und zu versuchen, das Vertrauen der Konsumenten wiederzugewinnen.
Ob allerdings ein ordinärer Sticker mit der Aufschrift „Yo (love, Herz aus Gurke) pepino“ – zumal im eigenen Land! – hilft, den guten Ruf der spanischen Gurke in Europa wiederherzustellen, kann bezweifelt werden. Die Kampagne von Ministerin Rosa Aguilar müsste zumindest außerhalb der Landesgrenzen stattfinden. Denn hier stand man großenteils hinter dem einheimischen Gemüse – an vorderster Front die Gastroblogger.
Flugs hat man via Twitter den 6. Juni zum „Día del pepino“, „Tag der Gurke“, ausgerufen, und zahlreiche Blogger… weiter lesen
06.06.2011 von Claudia Mussotter
Empört euch! – das Büchlein von Stéphane Hessel gab den Namen für die Jugendlichen, Arbeitslosen, Rentner und alle anderen Unzufriedenen, die als Bewegung 15-M schon seit dem Sonntag vor der Wahl am 22. Mai auf verschiedenen Plätzen Spaniens ausharren und „Echte Demokratie jetzt!“ fordern. Höchste Zeit, sich über die Ernährung der Camper und Protestler Gedanken zu machen, dieser „Indignados“, die sich gegen Arbeitslosigkeit und Sparpolitik, gegen die Macht der Banken und großen Volksparteien, gegen Sparpolitik und Korruption auflehnen.
Das hat Mikel López Iturriaga wohl gedacht, als er in seinem vorzüglichen Kochblog „El Comidista“ in der Zeitung „El País“ (http://blogs.elpais.com/el-comidista/) eine billige, gesunde und ausgeglichene Ernährung präsentierte, die seiner Meinung nach ebenfalls zu den Grundrechten gehören sollte. Im Folgenden ein paar Vorschläge für die „Empörten“.
Belegtes Brötchen „Ideen an die Macht“
Anstelle des üblichen Bocadillos mit Schinken und Käse, das „langweiliger ist als ein Rededuell ohne Fragen zwischen Zapatero und Rajoy“, empfiehlt er, das Brot zwar wie immer… weiter lesen
15.10.2010 von Claudia Mussotter

„Frühstücken wie ein König, zu Mittag essen wie ein Edelmann und zu Abend wie ein Bettelmann“, das Sprichwort kennt jeder, doch nur die wenigsten halten sich daran. Dabei gilt, ein guter Start am Morgen gibt den richtigen Kick und hilft, mit dem Rest des Tages fertig zu werden. Und, wie Studien beweisen, wer regelmäßig frühstückt, ist nicht so anfällig für das leidige Übergewicht.
Leider hapert’s bei der Ausführung oft daran, dass man wieder mal in Eile ist – oder noch nicht ganz wach. Was letztendlich auf den Frühstückstisch kommt, ist von Land zu Land verschieden und unterscheidet sich in Gestaltung, Zeitpunkt, Dauer und vor allem Umfang erheblich.
Das traditionelle englische „breakfast“ beispielsweise ist eine komplette Mahlzeit und wohl eher für hart arbeitende Bergleute als den Büromenschen gedacht; trotzdem erfreut es sich gleichbleibender Beliebtheit: Speck und Würstchen, Tomaten, Pilze, Eier und Baked Beans, Bohnen,… weiter lesen
04.10.2010 von Claudia Mussotter

Wenn einen schon beim bloßen Gedanken ans Kochen schaudert. Wenn der Reis grundsätzlich übergart ist. Wenn nichts zum Braten kommt, sondern nur vor sich hin köchelt. Wenn man nicht einmal eine Kastanie identifizieren kann – dann ist Zeit für einen Kochkurs. Denn die Geheimnisse des Herds sind nicht nur Profis und Hausfrauen vorbehalten.
Vergessen wir die Angst vor der Pfanne, schließlich kann man alles lernen, in Kochschulen beispielsweise, den escuelas de cocina. Die findet man zwar eher in größeren Städten. Aber auch kleinere Gemeinden bieten im Rahmen der Erwachsenenschule, escuela de adultos, Kochkurse an, die vom Basiswissen für Anfänger bis zum Kochen für Vegetarier alles im Programm haben.
Waren es früher Hausfrauen, die solche Kurse besuchten, so sind es heute junge Paare, gelangweilte Pensionäre, die kochen lernen wollen, oder Singles beiderlei Geschlechts, die es satt haben, außer Haus zu essen; ebenso interessierte Jugendliche oder der Sohn, der… weiter lesen
17.09.2010 von Claudia Mussotter
„Pan con tomate“ ist ein Klassiker. Auf katalanischen Gehöften soll es irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts von findigen Bauern ausgedacht worden sein, um ihr Brot appetitlicher zu machen, denn schnell waren die ersten Scheiben des Laibes ausgetrocknet, und so oft wurde nicht gebacken.
Vielleicht war in jenem Jahr die Tomatenernte ja allzu reichlich ausgefallen. Dazu kam noch ein Quäntchen Glück, eine Portion Hunger und – ganz wichtig – Sensibilität für die kleinen Details. Die machen nämlich die Einzigartigkeit eines Rezeptes aus, das weder teure Zutaten noch komplizierte Techniken braucht, um einfach fantastisch zu sein. „Pan con tomate“ war geboren.
Das „Pan con tomate“ ist wirklich einfach zuzubereiten. Trotzdem gilt es ein paar Dinge zu beachten. Das Brot sollte ein guter, runder Bauernlaib sein, am besten nicht ganz frisch und in Scheiben von etwa eineinhalb Zentimetern geschnitten. Die Tomaten müssen sehr rot mit kompaktem Fruchtfleisch sein und dürfen keinesfalls gelbe… weiter lesen
10.09.2010 von Claudia Mussotter
Der Sofrito – von sofreir, langsam in Fett braten – ist eine Grundzubereitung, ein küchentechnisches Verfahren, um das man in der mediterranen Küche nicht herumkommt. Zahlreiche Varianten des Sofrito existieren, doch die Technik ist immer dieselbe: Zuerst werden Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter, Tomaten, auch Paprikaschoten usw. in Olivenöl auf kräftigem Feuer angebraten, damit die Flüssigkeit einkocht und das Ganze an der Oberfläche karamellisiert. Dann auf kleinem Feuer weiterköcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist; ein guter Sofrito soll nicht vom Löffel herunterlaufen. Er kann am Ende auch einer Marmelade oder einem Kompott gleichen.
Man erhitzt Olivenöl auf lebhaftem Feuer, es kann auch eine Mischung aus Schweineschmalz und Olivenöl sein. Nun werden die von Hand sehr klein gehackten Zwiebeln zugefügt, und gerade wenn sie anfangen weich zu werden und Farbe zu nehmen, gibt man fein geschnittenen Knoblauch dazu. Hitze verringern und unter ständigem Rühren das Ganze braten, bis die Zwiebel die… weiter lesen
20.08.2010 von Claudia Mussotter
Wenn man es recht betrachtet, war die Erfindung von Eis eine kollektive Sache. Ohne den Einfall des Eroberers Alexander des Großen, seinen Wein zu kühlen, ohne den Entdecker Marco Polo, der Meldungen über den neuen Luststoff Eis nach Venedig brachte, und ohne den römischen Imperator Nero, der schon mal Stafettenläufer Richtung Berge in Marsch setzte, wenn es ihn nach einer Erfrischung gelüstete, kurz: ohne die Leidenschaft der Menschen für Gekühltes hätte Eis wohl nie seinen Siegeszug um die Welt angetreten.
Caterina de Medici hat wahrscheinlich die Verbreitung des Speiseeises in ganz Europa ausgelöst, als sie 1533 mit ihrem Gefolge – darunter ein italienischer Gelatiere – nach Frankreich ging, um den französischen Thronfolger zu heiraten. Die benötigte Kälte wurde damals erzielt, indem gefrorenem Wasser Salz zugesetzt wurde und so niedrigere Temperaturen erzeugt werden konnten. Doch bis zur revolutionären Erfindung der Kühlmaschine sollte es noch eine Weile dauern.
Hier an der Küste… weiter lesen
09.07.2010 von Claudia Mussotter
Das Vergnügen zu kochen lässt mit steigender Hitze nach. Nicht selten treibt einen schon der Gedanke an den eigenen Herd zur Imbissbude. Dabei lassen sich eine Reihe leckerer Mahlzeiten in weniger als zehn Minuten herstellen – die Zeit, die das Wasser bis zum Kochen braucht, natürlich nicht mitgerechnet. Wenn’s also so heiß ist, dass selbst dem findigsten Koch nichts mehr einfällt: Im Folgenden ein paar Anregungen. Ein bisschen Vorstellungskraft oder auch ein paar Abänderungen – und flugs ist ein Gericht gezaubert, das allemal besser ist als vom Takeaway um die Ecke. Und man muss nicht einmal aus dem Haus.
– In viel Olivenöl eine Menge in Scheiben geschnittenen Knoblauch mit etwa sechs Sardellenfilets und ein bis zwei Chilischoten anschwitzen. Unter gekochte Pasta mischen.
– Ein Sechs-Minuten-Ei kochen: sanft simmern lassen, unter kaltem Wasser abspülen. Mit gedünstetem grünem Spargel servieren.
– Eine Dose oder ein Glas weiße Bohnen öffnen, mit Olivenöl, Salz, kleinen Garnelen, gehacktem Knoblauch und Thymianblättern in eine Pfanne geben, unter… weiter lesen