19.08.2011 von Claudia Mussotter
Pfirsich Melba, das kennt jeder. Der Nachtisch animierte Hausfrauen wie Köche zu immer neuen Kreationen auf der Basis eines Pfirsichs bzw. einer Pfirsichhälfte. Von den 60er bis weit in die 80er Jahre hinein in Spanien außerordentlich populär war der „Pijama“ (Pyjama), ein Dessert, das bei keiner Hochzeit, Kommunion oder häuslichen Festen fehlen durfte. Dabei handelte es sich einfach um einen fertig gekauften Pudding oder Flan, der auf den Teller gestürzt und mit einer Pfirsichhälfte aus dem Glas und vielleicht noch anderen Dosenfrüchten wie Ananas und mit Schlagsahne ausgarniert serviert wurde. Manchmal kam auch noch eine Scheibe Eis, ein sogenannter Corte, dazu.
Das letzte Gericht, das am 30. Juli im El Bulli serviert wurde, ist eine Destruktion des berühmten „Pfirsich Melba“, eine Hommage an die klassische französische Küche und deren Vater, Auguste Escoffier (1846 – 1935), der das Dessert 1893 für Nellie Melba erfand, als die australische Sopranistin im Londoner Covent Garden mit der… weiter lesen
10.12.2010 von Claudia Mussotter
Die Kaki ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt ursprünglich aus Zentralchina, wo man sie seit Urzeiten kultiviert und wo durch Kreuzungen mittlerweile über tausend verschiedene Arten existieren. Bald verbreitete sie sich in Japan, wo sie heute wie Äpfel und Mandarinen zum meistgegessenen Obst zählt. Und es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Früchte auch im Westen, im Abendland, heimisch wurden.
Die tomatenähnliche Kaki hat viele Namen: Unter anderem wird sie chinesische- oder Dattelpflaume oder Japanischer Lotus genannt, mal Persimon, in einigen Regionen Palosanto, denn sie pflegt im November, zu Allerheiligen, zu reifen: „pa los santos“.
Heute ist die klassische tomatenrote weiche „caqui tomatero“ kaum noch zu sehen. Aufgrund ihres Tanningehalts ist sie nur im überreifen Zustand genießbar, dann aber ausgesprochen süß mit einem Geschmack nach Aprikose und einem leichten Tick Vanille. Der Verzehr des butterweichen Fruchtfleischs dieser Kaki kann aber wirklich zum Problem werden.… weiter lesen
21.05.2010 von Claudia Mussotter
April und Mai sind die Monate für Nísperos, Mispeln, das erste Baumobst, das nach dem Winter geerntet werden kann und den Frühling ankündigt. Da bleibt wenig Zeit, die sensiblen Früchtchen zu pflücken. Die besten mit geschützter Herkunftsbezeichnung kommen von der Costa Blanca: aus Callosa d’En Sarrià in der Marina Baixa. Nur die saftigen Mispeln aus dem fruchtbaren Algar-Tal im Hinterland bekommen ein Gütesiegel vom „Consejo Regulador“, eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die Herkunft und Qualität der feinen Früchtchen garantiert.
Ein Meer von Mispelbäumen breitet sich rund um die Flüsse Guadalest und Algar aus, ein windgeschütztes Gebiet, das mit warmen Temperaturen und reichlich Feuchtigkeit ein ideales Mikroklima für die „Japanische Mispel“, so ihr botanischer Name, bietet.
Während der Erntezeit geht in Callosa nichts seinen gewohnten Gang. Jede Hand muss mithelfen. Der Ort ist voller neuer Gesichter, die sich bei der Erntearbeit verdingen, schließlich stellt Callosa den Großteil der spanischen Produktion.
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30.12.2009 von Claudia Mussotter
Ihr Ursprung ist in der Grapefruit und der Mandarine zu suchen – heute machen die Orangen Dreiviertel aller in der Welt kultivierten Zitrusfrüchte aus. Wenn das keine erfolgreiche Kreuzung ist. Auf Anerkennung musste die Orange allerdings lange warten.
Während des zehnten Jahrhunderts kamen die Zitrusfrüchte zwar aus Asien, und die Araber verbreiteten die hübschen Pflanzen mit ihren duftenden Blüten im Mittelmeergebiet. Doch die Bitterorangen oder Pomeranzen waren ziemlich sauer, weshalb man sich eher der blattreichen Bäumchen in so genannten Orangerien erfreute und die Früchte für medizinische Zwecke verwendete.
Man ist sich bis heute nicht sicher, wie die süßen Orangen zu uns gelangten. Portugiesische Seefahrer jedenfalls sollen sie, von Indien kommend, im 16. Jahrhundert von ihren Reisen mitgebracht haben.
Der Orangenbaum ist einer der am meisten verbreiteten Obstbäume der Welt. Hauptproduzenten sind Brasilien, die USA, Spanien, Italien, Mexiko, Indien, Israel, Argentinien und China. Spanien nimmt in der Produktion nicht den… weiter lesen
05.10.2009 von Claudia Mussotter
Der September ist in Spanien der Monat, in dem die Schule anfängt und der für viele die leidige Rückkehr zur Arbeit nach den Ferien bedeutet, aber er ist auch der Monat so genannter Tafeltrauben, die noch immer überreichlich auf dem Markt sind. Trauben zählen – neben dem Apfel – zu den ältesten Kulturpflanzen und am weitesten verbreiteten Obstsorten der Welt.
Doch neben dem Konsum der frischen oder getrockneten Beeren oder der Verarbeitung der Trauben zu Wein lässt sich der Rebstock auch anderweitig verwerten. Agrest oder Verjus aus unreifen Trauben, Sauerwein, wurde schon im Mittelalter in der Küche eingesetzt – noch heute wird das beispielsweise in Navarra praktiziert.
Traubensaft aus reifen Beeren ist ein hervorragendes Getränk. Es lassen sich aber auch mit der Stärke aus den Trauben Desserts herstellen wie im Ebro-Tal immer noch üblich. Und wenn wir den Most erhitzen, ergibt sich ein Sirup, mit dem man Früchte konfitieren… weiter lesen
21.08.2009 von Claudia Mussotter
„Königin des Sommers“ wird sie oft genannt. Und hat nicht wenige Künstler inspiriert. Ein wenig bekanntes Werk des valencianischen Malers Joaquim Sorolla (1863 – 1923) beispielsweise, „Junge, der eine Wassermelone isst“, ist eine typische Szene aus dem mediterranen Sommer. In der Tat ist die Wassermelone eine der besten Erfrischungen und aus der heißen Jahreszeit nicht wegzudenken. Das rote Fruchtfleisch ist süß und saftig und zergeht auf der Zunge wie ein duftendes Sorbet. Wassermelonen scheinen pures Wasser zu sein, was fast richtig ist, denn sie bestehen zu 93 Prozent daraus. Indes, auch Zwiebeln, Spargel, Salat, Blumenkohl oder Tomaten weisen ähnlich viel Wasser auf – doch niemand käme auf die Idee, zwischen einem halben und zwei Kilogramm davon zu konsumieren.
Man isst also mit Genuss das nötige Trinken in Form eines oder mehrerer Stücke Wassermelone, durchspült damit die Nieren, führt sich gleichzeitig wertvolle Vitamine und Mineralien zu – und muss bei… weiter lesen
26.06.2009 von Claudia Mussotter
Der Pfirsich (Prunus persica) stammt aus China und kam im 12. Jahrhundert mit den Arabern an die Levante-Küste. Sein Aroma ist unvergleichlich, der Geschmack köstlich – nur beim Hautkontakt scheiden sich die Geister, reagiert doch manch einer darauf allergisch. Die Pfirsichfamilie ist groß, beim Einkauf unterscheidet man aber hauptsächlich zwischen Pfirsichen mit gelber oder roter Haut. Die der gelben Sorten ist flaumiger, das Fruchtfleisch ebenfalls gelb – wir kennen sie aus Glas oder Dose, wo der Großteil von ihnen landet. Gelbe Pfirsiche werden auch für Marmelade, Saft, Likör und mehr verwendet.
Der meist kleinere rote Pfirsich, Wasser- oder weißer Pfirsich genannt, ein typischer Tafelpfirsich mit weißem, gelbem oder rötlichem Fruchtfleisch, wird mehr und mehr von den immer noch größer gezüchteten gelben Exemplaren verdrängt, obwohl die roten Sorten saftiger, aromatischer und süßer sind. Ein besonderer Pfirsich, nur leider schwer zu bekommen, ist der Weinbergpfirsich, eine alte Sorte mit rotem, delikatem Fruchtfleisch,… weiter lesen
31.10.2008 von Claudia Mussotter
Ob Apfel- oder Birnenquitte: die gelbe, glänzende, stark duftende Frucht der Gattung „Cydonia“ ist kein Obst, das roh auf den Tisch kommt. Ziemlich verbeult kommt sie daher, bedeckt von Flaum. Das Fruchtfleisch ist hart und von herbem Geschmack, der ein pelziges Gefühl auf der Zunge hinterlässt. Doch reich an Pektin, das geliert, eignet sich die Quitte vorzüglich zur Herstellung von Gelee, Kompott, Konfitüre und Chutney und lässt sich auch zu Sirup und Likör verarbeiten. Traditionell und beliebt ist das Paar Carne oder auch Dulce de Membrillo (Quittenfleisch bzw. -süßigkeit) und Frischkäse aus Burgos, das in den Kühltheken der Supermärkte deshalb auch gleich nebeneinander ausliegt.
Aus der gebratenen Quitte lässt sich etwa ein Mus herstellen oder sie kann – in Anlehnung an den Bratapfel – mit Honig gefüllt werden, was wiederum großartig zu Wild passt. Es soll sogar eine Variante von Alioli geben, bei der zerkleinertes Quittenfleisch den Knoblauchgeschmack mildert.
Die Quitte hat wenig Zucker und… weiter lesen