28.10.2010 von Claudia Mussotter

Foto: Ángel García, Alicante
Der Kürbis hat Generationen begleitet: Wer erinnert sich nicht an Linus mit der Schmusedecke aus den „Peanuts“, der jedes Jahr an Halloween auf den Großen Kürbis wartet? Ein Kürbis diente auch als Maskottchen „Ruperta“ in der spanischen Unterhaltungssendung schlechthin: „Un, dos, tres“ lief über 20 Jahre. Dagegen wurde vor noch gar nicht so langer Zeit der Kürbis in Deutschland verächtlich an Schweine verfüttert oder ins Einmachglas verdammt – zugegeben, in Sachen Geschmack hat er nicht gerade hinreißende Qualitäten. Doch als man in den vergangenen Jahren wieder auf seine gesundheitlichen Vorzüge aufmerksam wurde und kreative Köche ihn mit raffinierter Würze neu präsentierten, erfuhr der Vertreter der Gattung „Cucurbita“ einen ungeahnten Boom.
Was nicht zuletzt mit der Halloween-Tradition zusammenhängen mag, einem Brauchtum, das irische Emigranten, die im 19. Jahrhundert vor der großen Hungersnot in ihrer Heimat nach Amerika flüchteten, seinerzeit mitnahmen und das nun wieder auf unseren Kontinent… weiter lesen
15.10.2010 von Claudia Mussotter

„Frühstücken wie ein König, zu Mittag essen wie ein Edelmann und zu Abend wie ein Bettelmann“, das Sprichwort kennt jeder, doch nur die wenigsten halten sich daran. Dabei gilt, ein guter Start am Morgen gibt den richtigen Kick und hilft, mit dem Rest des Tages fertig zu werden. Und, wie Studien beweisen, wer regelmäßig frühstückt, ist nicht so anfällig für das leidige Übergewicht.
Leider hapert’s bei der Ausführung oft daran, dass man wieder mal in Eile ist – oder noch nicht ganz wach. Was letztendlich auf den Frühstückstisch kommt, ist von Land zu Land verschieden und unterscheidet sich in Gestaltung, Zeitpunkt, Dauer und vor allem Umfang erheblich.
Das traditionelle englische „breakfast“ beispielsweise ist eine komplette Mahlzeit und wohl eher für hart arbeitende Bergleute als den Büromenschen gedacht; trotzdem erfreut es sich gleichbleibender Beliebtheit: Speck und Würstchen, Tomaten, Pilze, Eier und Baked Beans, Bohnen,… weiter lesen
04.10.2010 von Claudia Mussotter

Wenn einen schon beim bloßen Gedanken ans Kochen schaudert. Wenn der Reis grundsätzlich übergart ist. Wenn nichts zum Braten kommt, sondern nur vor sich hin köchelt. Wenn man nicht einmal eine Kastanie identifizieren kann – dann ist Zeit für einen Kochkurs. Denn die Geheimnisse des Herds sind nicht nur Profis und Hausfrauen vorbehalten.
Vergessen wir die Angst vor der Pfanne, schließlich kann man alles lernen, in Kochschulen beispielsweise, den escuelas de cocina. Die findet man zwar eher in größeren Städten. Aber auch kleinere Gemeinden bieten im Rahmen der Erwachsenenschule, escuela de adultos, Kochkurse an, die vom Basiswissen für Anfänger bis zum Kochen für Vegetarier alles im Programm haben.
Waren es früher Hausfrauen, die solche Kurse besuchten, so sind es heute junge Paare, gelangweilte Pensionäre, die kochen lernen wollen, oder Singles beiderlei Geschlechts, die es satt haben, außer Haus zu essen; ebenso interessierte Jugendliche oder der Sohn, der… weiter lesen
24.09.2010 von Claudia Mussotter
Halbmondförmig, praktisch, gut. Das ist die spanische Antwort auf schwäbische Maultaschen, Frühlingsrollen oder Piroggen…, kurz: gefüllte Teigtaschen, die auf der ganzen Welt beliebt sind. Empanadillas gehören zum kulinarischen Standardrepertoire Spaniens und sind von der Mittelmeerküste nicht wegzudenken. Kalt, von der Hand in den Mund, sind sie ideale Begleiter zum Wein, für zwischendurch und unterwegs; frisch herausgebacken, dazu ein kleiner Salat, ergeben sie auch ein leichtes Abendessen.
So vielfältig der Inhalt der Teigtäschchen, so verschieden auch die Zubereitung seiner Verpackung. Die Teige sind auszuprobieren; der Griff in die Kühltheke des Supermarkts nicht verboten: „Obleas“ heißen die ausgerollten Teigplättchen, die es abgepackt in der Kühltheke gibt. Noch einfacher ist zwar der Griff zu Tiefgefrorenem oder gleich der Gang zum Bäcker, doch was ist das gegen eigene neue Kreationen aus der Versuchsküche, die ganz frisch auf den Tisch kommen?
Wie’s geht?
Empanadillas lassen sich prima vorbereiten. Nicht nur der Teig… weiter lesen
17.09.2010 von Claudia Mussotter
„Pan con tomate“ ist ein Klassiker. Auf katalanischen Gehöften soll es irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts von findigen Bauern ausgedacht worden sein, um ihr Brot appetitlicher zu machen, denn schnell waren die ersten Scheiben des Laibes ausgetrocknet, und so oft wurde nicht gebacken.
Vielleicht war in jenem Jahr die Tomatenernte ja allzu reichlich ausgefallen. Dazu kam noch ein Quäntchen Glück, eine Portion Hunger und – ganz wichtig – Sensibilität für die kleinen Details. Die machen nämlich die Einzigartigkeit eines Rezeptes aus, das weder teure Zutaten noch komplizierte Techniken braucht, um einfach fantastisch zu sein. „Pan con tomate“ war geboren.
Das „Pan con tomate“ ist wirklich einfach zuzubereiten. Trotzdem gilt es ein paar Dinge zu beachten. Das Brot sollte ein guter, runder Bauernlaib sein, am besten nicht ganz frisch und in Scheiben von etwa eineinhalb Zentimetern geschnitten. Die Tomaten müssen sehr rot mit kompaktem Fruchtfleisch sein und dürfen keinesfalls gelbe… weiter lesen
10.09.2010 von Claudia Mussotter
Der Sofrito – von sofreir, langsam in Fett braten – ist eine Grundzubereitung, ein küchentechnisches Verfahren, um das man in der mediterranen Küche nicht herumkommt. Zahlreiche Varianten des Sofrito existieren, doch die Technik ist immer dieselbe: Zuerst werden Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter, Tomaten, auch Paprikaschoten usw. in Olivenöl auf kräftigem Feuer angebraten, damit die Flüssigkeit einkocht und das Ganze an der Oberfläche karamellisiert. Dann auf kleinem Feuer weiterköcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist; ein guter Sofrito soll nicht vom Löffel herunterlaufen. Er kann am Ende auch einer Marmelade oder einem Kompott gleichen.
Man erhitzt Olivenöl auf lebhaftem Feuer, es kann auch eine Mischung aus Schweineschmalz und Olivenöl sein. Nun werden die von Hand sehr klein gehackten Zwiebeln zugefügt, und gerade wenn sie anfangen weich zu werden und Farbe zu nehmen, gibt man fein geschnittenen Knoblauch dazu. Hitze verringern und unter ständigem Rühren das Ganze braten, bis die Zwiebel die… weiter lesen
30.08.2010 von Claudia Mussotter
Nudelsalat – Standard bei Partys, Grillfesten, kalten Buffets, eigentlich zu jeder Gelegenheit und vor allem im Sommer, das hat heute schon etwas Altbackenes, das schmeckt nach vergangenem Jahrhundert, nach fünfziger und sechziger Jahren, nach Dosenerbsen, gekochtem Schinken und Gewürzgurke und vor allem nach Mayonnaise – wenn es sich um einen deutschen Nudelsalat handelt. In Spanien hat man ihn auch schon immer zubereitet, aber anders. Mit frischem Gemüse, Kräutern, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten, allenfalls Thunfisch, Sardellen oder Kapern kommen aus der Dose. Mayonnaise wird meist durch das geliebte Olivenöl ersetzt.
Gerne wird der Nudelsalat lauwarm serviert, so könnte man überhaupt alle leckeren Pasta-Gerichte, ob mit Pesto oder Pisto, Parmesan und Rucola, Tomate, Fisch und Fleisch kalt oder lauwarm an den heißen Tagen einsetzen – und hat damit alles, was der Körper braucht.
Für einen perfekten Nudelsalat sollte man Pasta aus Hartweizengrieß und von guter Qualität kaufen und kurze Nudeltypen… weiter lesen
20.08.2010 von Claudia Mussotter
Wenn man es recht betrachtet, war die Erfindung von Eis eine kollektive Sache. Ohne den Einfall des Eroberers Alexander des Großen, seinen Wein zu kühlen, ohne den Entdecker Marco Polo, der Meldungen über den neuen Luststoff Eis nach Venedig brachte, und ohne den römischen Imperator Nero, der schon mal Stafettenläufer Richtung Berge in Marsch setzte, wenn es ihn nach einer Erfrischung gelüstete, kurz: ohne die Leidenschaft der Menschen für Gekühltes hätte Eis wohl nie seinen Siegeszug um die Welt angetreten.
Caterina de Medici hat wahrscheinlich die Verbreitung des Speiseeises in ganz Europa ausgelöst, als sie 1533 mit ihrem Gefolge – darunter ein italienischer Gelatiere – nach Frankreich ging, um den französischen Thronfolger zu heiraten. Die benötigte Kälte wurde damals erzielt, indem gefrorenem Wasser Salz zugesetzt wurde und so niedrigere Temperaturen erzeugt werden konnten. Doch bis zur revolutionären Erfindung der Kühlmaschine sollte es noch eine Weile dauern.
Hier an der Küste… weiter lesen
06.08.2010 von Claudia Mussotter
Wenn das Thermometer über den Appetit entscheidet, gilt es sich an der hiesigen Küche zu orientieren und sich mit viel frischem Obst und Gemüse der Saison Flüssigkeit und Vitamine zuzuführen. Zum Beispiel in Form eines kalten Süppchens wie dem Gazpacho, der heute in schöner Eintracht mit Paella und Tortilla zu den beliebtesten Gerichten im Land zählt.
Der Gazpacho basiert, seit die Neue Welt mit all ihren Schätzen entdeckt wurde, in erster Linie auf Tomaten. Enthalten sind in der traditionellen Variante grüne Paprika, Gurke, Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Olivenöl, Essig und vor allem Brot und auch eiskaltes Wasser.
Typisch ist, eine klein gewürfelte Garnitur mit zu servieren, in der Regel noch mal dasselbe, was in der Suppe ist. Nur der Knoblauch wird durch Zwiebeln ersetzt. Die Zusammensetzung der Zutaten macht aus jedem Gazpacho ein Unikat, gibt es doch so viele verschiedene Varianten, wie Köche ihn mixen. Ab Beginn der warmen… weiter lesen
09.07.2010 von Claudia Mussotter
Das Vergnügen zu kochen lässt mit steigender Hitze nach. Nicht selten treibt einen schon der Gedanke an den eigenen Herd zur Imbissbude. Dabei lassen sich eine Reihe leckerer Mahlzeiten in weniger als zehn Minuten herstellen – die Zeit, die das Wasser bis zum Kochen braucht, natürlich nicht mitgerechnet. Wenn’s also so heiß ist, dass selbst dem findigsten Koch nichts mehr einfällt: Im Folgenden ein paar Anregungen. Ein bisschen Vorstellungskraft oder auch ein paar Abänderungen – und flugs ist ein Gericht gezaubert, das allemal besser ist als vom Takeaway um die Ecke. Und man muss nicht einmal aus dem Haus.
– In viel Olivenöl eine Menge in Scheiben geschnittenen Knoblauch mit etwa sechs Sardellenfilets und ein bis zwei Chilischoten anschwitzen. Unter gekochte Pasta mischen.
– Ein Sechs-Minuten-Ei kochen: sanft simmern lassen, unter kaltem Wasser abspülen. Mit gedünstetem grünem Spargel servieren.
– Eine Dose oder ein Glas weiße Bohnen öffnen, mit Olivenöl, Salz, kleinen Garnelen, gehacktem Knoblauch und Thymianblättern in eine Pfanne geben, unter… weiter lesen