Archive for Dezember, 2010

19.12.2010 von Dominic Johnson
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TP Mazembe wird nicht Weltmeister!

von Dominic Johnson

Der Höhenflug des besten kongolesischen Fußballvereins ist gestoppt. Tout-Puissant Mazembe aus Lubumbashi verlor am Samstag in Abu Dhabi das Endspiel der Klub-WM, ein weltweiter Wettbewerb der Fußballvereine, mit 0:3 gegen Inter Mailand.

In Katangas Hauptstadt Lubumbashi, wo TP Mazembe herkommt, war die Enttäuschung groß. Wütende Fans griffen chinesische Einrichtungen und Geschäfte an, darunter die Zentrale der im Kongo aktiven chinesischen Telefongesellschaft CCT. Die Polizei griff mit Warnschüssen ein, wobei dummerweise auch die Großbildleinwand im Stadtzentrum beschädigt wurde, auf der die Fans das Spiel verfolgt hatten.

Wieso Chinesen? Weil der Schiedsrichter ein Japaner war, und nach Meinung der kongolesischen Fans hatte er Mazembe benachteiligt. Japaner und Chinesen sehen aus Sicht von Kongolesen gleich aus.

17.12.2010 von Dominic Johnson
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Chebeya-Prozeß: General Numbi bleibt ungeschoren

von Dominic Johnson

Das Militärgericht in Kinshasa hat am Donnerstag verfügt, dass das Verfahren um die Ermordung des Menschenrechtlers Floribert Chebeya nicht an das Oberste Militärgericht der Demokratischen Republik Kongo hochgegeben wird. Es lehnte damit einen Antrag der Nebenkläger, darunter die einst von Chebeya geführte Organisation VSV (Voix des Sans-Voix), ab.

Damit bleibt der derzeit suspendierte Polizeichef General John Numbi ungeschoren. Er kann aufgrund seines Ranges nur vor dem Obersten Militärgericht angeklagt werden, nicht vor dem der Hauptstadt Kinshasa.

Immerhin lehnte das Gericht auch einen Antrag der Verteidiger der wegen Mordes angeklagten Polizisten ab, die Angeklagten auf freien Fuß zu setzen. Der Prozeß wird am 23. Dezember fortgesetzt.

10.12.2010 von Dominic Johnson
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Gerechtigkeit für Floribert Chebeya

von Dominic Johnson

Am internationalen Tag der Menschenrechte besucht Dolly Ibefo Berlin, der Leiter der kongolesischen Menschenrechtsorganisation VSV (Voix des Sans-Voix – Stimme der Stimmlosen) aus Kinshasa. Der brutale Mord an Ibefos Vorgänger Floribert Chebeya Anfang Juni hatte die Weltöffentlichkeit aufgeschreckt. Chebeya war von einem Termin mit Kongos Polizeichef John Numbi am Abend des 1. Juni nicht mehr zurückgekehrt; seine Leiche wurde am nächsten Tag von der Polizei in seinem Auto gefunden. Nachdem die Polizei den Toten zunächst versteckte und erst nach mehreren Tagen widerwillig die von Folterspuren gekennzeichnete Leiche zur Teilbesichtigung freigab, wurde klar, dass Chebeya ermordet worden war. Einer der schärfsten und dauerhaftesten Kritiker von Rechtlosigkeit in Zaire und später in der Demokratischen Republik Kongo war zum Schweigen gebracht worden. Die Trauer um Chebeya überschattete sogar die Feierlichkeiten zum 50. Unabhängigkeitsjahrestag des Kongo am 30. Juni.

Ibefo berichtet nun vom laufenden Prozess vor dem Militärgericht von Kinshasa gegen die als mutmaßliche… weiter lesen

07.12.2010 von Dominic Johnson
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“Kinshasa, erhebe Dich und leuchte”: Kardinal Monsengwos Bombe

von Dominic Johnson

Noch vor Oppositionsführer Etienne Tshisekedi, dessen Rückkehr nach Kinshasa nun für Mittwoch 8. Dezember vorgesehen ist, hat eine andere historische Figur jener hitzigen Zeit der früheren 1990er Jahre, als das damalige Zaire zwischen Diktatur und Demokratie schwankte und schließlich von Mobutu zerrissen wurde, eine glorreiche Rückkehr nach Kinshasa vollzogen. Mgr Laurent Monsengwo, höchster Würdenträger der katholischen Kirche des Kongo und damit der wichtigste christliche Führer der kongolesischen Nation, kehrte am 1. Dezember als frischgekürter Kardinal aus Rom nach Kinshasa zurück und ließ sich von Zehntausenden Anhängern begeistert feiern. Am vergangenen Sonntag 5. Dezember hielt er vor 80.000 Gläubigen eine aufsehenerregende Predigt-cum-Rede im großen “Stadion der Märtyrer” im Stadtzentrum, Stätte der wichtigsten nationalen Feierlichkeiten des Kongo.

“Kinshasa, erhebe Dich und leuchte im Angesicht Christi!” rief er der versammelten Menge zu, und im Angesicht des Elends der 10 Millionen “Kinois” konnte man das durchaus als politischen Aufruf verstehen. “Indem er mich bestellt… weiter lesen