Die humanitäre Koordinationsstelle der Vereinten Nationen (OCHA) hat in einer Reihe von Berichten die neuesten Daten zur humanitären Situation der kongolesischen Bevölkerung zusammengetragen – vor allem in den wieder von Krieg betroffenen Kivu-Provinzen, aber auch anderswo. Möglich wurde dieser Überblick dadurch, dass der OCHA-Chef für den Kongo die Kivu-Provinzen besuchte und daher die lokalen Stellen sich besondere Mühe gaben, die bestehenden Informationen zusammenzutragen und zu vervollständigen. Daraus ergeben sich einige erschütternde Erkenntnisse.
— Die Welle neuer Fluchtbewegungen und Vertreibungen in Nord-Kivu geht über die von Medien gemeldeten Flüchtlingsströme an den Stadtrand von Goma sowie über die Grenzen nach Ruanda und Uganda hinaus. Im Urwalddistrikt Walikale, der größtenteils unter Kontrolle entweder der ruandischen FDLR-Miliz oder lokaler kongolesischer Milizen steht, sind zahlreiche Dörfer nahezu leer: 70 Prozent der Bevölkerung von Binyampuri, Bitumbi, Brazza, Kasuka, Kibua, Kitika, Mera, Ndorumo, Nsindo, Rubonga, Ruvungi und Tchobu seien in den Busch geflohen. Weitere befänden sich… weiter lesen
Archive for Mai, 2012
Im Gebiet zwischen der Distrikthauptstadt Rutshuru und der ugandischen Grenze toben seit Donnerstag abend schwere Kämpfe. Die Regierungsarmee FARDC ist gegen die Rebellen der M23 von Sultani Makenga in die Offensive gegangen. Militärische Erfolge verzeichnet sie dabei offenbar noch nicht, aber mehrere tausend Zivilisten haben im strömenden Regen die Flucht ins nahe Uganda sowie nach Ruanda ergriffen.
Während sich die internationale Aufmerksamkeit auf diesen Showdown konzentriert, spielen sich auch tiefer im Landesinneren der Provinz Nord-Kivu Greuel ab. Wie der UN-finanzierte Rundfunksender Radio Okapi heute meldet, wurden im Dorf Upamando 2 im Distrikt Masisi am Freitag 11. Mai vier Kinder in ihrer Hütte bei lebendigem Leibe verbrannt; ihr Vater, der sie retten wollte, wurde mit Kugeln durchsiebt. Die lokale Zivilgesellschaft machte Milizionäre der ruandischen Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) für den Überfall verantwortlich, der auf den Überfall auf ein Nachbardorf folgte. Die FDLR seien auf der Flucht vor… weiter lesen
Die Ostermeuterei der Soldaten, die loyal zu General Bosco Ntaganda stehen, hat sich ein Gesicht als militärische Bewegung gegeben, und zwar in direkter Nachfolge der einstigen CNDP-Rebellion. Ein Kommuniqué, datiert auf 6. Mai, verkündet die Gründung einer “Bewegung M23″, benannt nach dem Friedensabkommen zwischen CNDP und Kongos Regierung vom 23. März 2009, durch das Militärkommando der ANC (Armée Nationale Congolaise) – der einstige Name des bewaffneten Flügels der RCD-Rebellion, die Ostkongo von 1998 bis 2003 regierte. Hier der englische Originalwortlaut des Kommuniqués, das Kongo-Echo vorliegt.
“Members of the Military High Command of the Congolese National Army (ANC) met in an extraordinary session this Sunday, May 6, 2012, in Rutshuru, Province of North Kivu. One single item was on the special meeting’s agenda: the evaluation of the peace process negotiated with the Government of the Repulic in January 2009 at the Ihusi hotel in Goma leading to the January 16 Official… weiter lesen