Goma wartet auf die Rebellen

Die Rebellenbewegung M23 ist bis an den Stadtrand von Goma vorgerückt. Nach drei Tagen Kämpfen standen die M23-Einheiten am Sonntag mittag in Sichtweite der Stadt, auf einem Hügel rund 8 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, in der Nähe der Straßenmautstelle der Provinzbehörden.

Bewohner von Goma berichten folgendes:
– heute hat die Regierungsarmee FARDC ihre Verteidigungsstellungen nördlich von Goma, bei Kibati und dem benachbarten Flüchtlingslager Kanyarucina verlassen und ist Richtung Westen geflohen, an Goma vorbei Richtung Sake. Mit ihnen ein Teil der Kriegsflüchtlinge aus Kanyarucina. Andere sind in die Stadt Goma geflohen
– in Goma selbst herrscht gespannte Ruhe und Stille, jeder versucht sich zu informieren und an einem sicheren Ort aufzuhalten. Massenpanik oder Massenflucht wird bisher nicht registriert
– viele Autoritäten und wichtige Persönlichkeiten haben sich bei der UN-Mission versammelt.

Man erinnere sich: Schon einmal, am 29. Oktober 2008, stand die damalige Rebellenbewegung CNDP (Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes) unter Laurent Nkunda vor den Toren Gomas. Die Armee war bereits auf der Flucht, In der Nacht begingen fliehende Regierungssoldaten zahlreiche Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung, Dutzende von Menschen wurden getötet. Die CNDP hätte damals Goma im Handstreich erobern können. Auf dringende Bitte der UNO sah Nkunda davon ab. Das bereut er seitdem.

Die M23 heute, Nachfolgearmee der CNDP, wird sich jetzt genau überlegen, ob sie sich ebenso zurückhält wie die CNDP damals. Sie wird für ein Zurückhalten eine Gegenleistung fordern, die ihr mehr bringt als die CNDP damals erzielte. Hier ist Kongos Regierung gefragt.

In der Zwischenzeit stellt sich die Frage, was heute Nacht in Goma geschieht. Wird es wieder zu Tötungen und Übergriffen kommen, weil niemand die Zivilbevölkerung vor marodierenden Soldaten schützt? Hier ist die UN-Mission Monusco gefragt.

1 Kommentar

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  1. Wie immer wird die Bevölkerung nicht geschützt werden, weil es wohl wichtigere Dinge zu geben scheint für die Regierung.
    Wieder wird man das Leid in Kongo im Rest der Welt verschweigen durch ignorieren der Taten die schon 6 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Wenn man die Bilder sieht wie kleine Kinder zerhackt wurden sieht man schon deutlich wie Leben missachtet und verachtet wird. Kein Mensch kann mir sagen, das ist eben Krieg. Ein Krieg um Profit ist all das Leid der Bevölkerung wert während sich viele die Taschen füllen ????? All das was im Kongo gelaufen ist und laufen wird geschieht unter dem Deckmantel Befreiung und noch schlimmer ist, das man behauptet auf Gottes anraten das ganze Grauen veranstalten zu sollen.

    Ich verstehe nicht, die rennen in die Kirche, geben sich als unendlich gläubig und sind dann zu solcher Grausamkeiten fähig ????????