06.10.2011 von Dominic Johnson
Die Anreise ins ostkongolesische Goma über Ruandas Hauptstadt Kigali ist immer ein guter Gradmesser dafür, was sich im Verhältnis zwischen beiden Ländern möglicherweise verändert. Letztes Jahr wurde an dieser Stelle darauf hingewiesen, wie Goma gegenüber der ruandischen Zwillingsstadt Gisenyi immer weiter zurückfällt. Dieses Jahr ist Goma in einem noch schlechteren Zustand als vorher. Darauf wird noch zurückzukommen sein.
Zunächst ist aber anzumerken, daß man im ordentlichen, strebsamen, boomenden Ruanda immer mehr Dinge erlebt, die eigentlich in den Kongo gehören. Das Verhalten der Motorradtaxifahrer in Kigali beispielsweise: früher waren sie sehr brav, im Vergleich zu kongolesischen oder ugandischen Kollegen, aber je dichter der Autoverkehr in Ruandas Hauptstadt wird, desto abenteuerlicher werden die Mopedfahrer bei ihrer Suche nach dem schnellsten Weg durch den Berufsverkehr zum Ziel. Ist es vielleicht gar nicht wahr, daß in Ruanda Verstöße gegen die Verkehrsregeln so hart geahndet werden – Einzug des Verkehrsmittels, Geldstrafen in Höhe eines Monatseinkommens… weiter lesen
22.09.2010 von Dominic Johnson
Eine einfache Autofahrt von Ruanda nach Kongo macht offensichtlich: in Ruanda geht die Entwicklung stürmisch voran – im Kongo herrscht Stillstand.
Überall in Ruanda wird gebaut. Nicht nur, was inzwischen jeder weiß, in der boomenden Hauptstadt Kigali, wo inzwischen sogar glitzernde Hochhäuser in die Höhe schießen. Auch draußen auf dem Land verändert sich alles. Neue Schulen entstehen, über Dutzende Kilometer hinweg verlegen Bauarbeiter Glasfaserkabel zur Verkabelung des gesamten Landes, die Hauptstraßen werden modernisiert. Rund um das beschauliche Gisenyi an der Grenze zum Kongo füllen zu Hunderten neue Kleinhäuser mit blinkenden Wellblechdächern die Täler, in denen vor wenigen Jahren noch Bananenhaine wuchsen. Das ist keine Landflucht in die Stadt, sagt man mir: Bewohner von Gisenyi, das dank Tourismus, Methangas und Kongo-Grenzhandel reich geworden ist, kaufen sich Grundstücke auf dem Land. In anderen Dörfern gibt es mehr kleine Läden als früher, mehr Aktivität. Die staubige, verfallene Innenstadt Gisenyis wird nun auch generalüberholt,… weiter lesen