20.11.2012 von Dominic Johnson
Der Fall Gomas an die M23 hat in mehreren Städten des Kongo zu Protesten geführt. Demonstranten werfen der Regierung vor, Goma an die “ruandischen Aggressoren” aufgegeben zu haben.
Besonders heftig waren die Proteste in der nordostkongolesischen Provinz Orientale. In der Hauptstadt Kisangani steckten die Demonstranten den Provinzsitz der Kabila-Partei PPRD (Volkspartei für Wiederaufbau und Entwicklung) und der verbündeten MSR (Sozialbewegung für Erneuerung) in Brand. Fotos zeigen dichten Rauch, der aus dem Häuserblock mit dem PPRD-Gebäude aufsteigt.
In Bunia, Hauptstadt des Distrikts Ituri, versammelten sich Demonstranten ebenfalls vor der PPRD-Zentrale sowie dem lokalen UN-Hauptquartierund bewarfen die Gebäude mit Steinen.
In Kongos Hauptstadt Kinshasa verhinderte Berichten zufolge strömender Regen, dass sich aus einigen Zusammenrottungen eine größere Protestaktion entwickelte.
Radikale “patriotische” Oppositionelle, die Kabila für einen Ruander halten und die M23 für ein gemeinsames Vehikel Ruandas und Kabilas, um den Kongo zu zerschlagen, mobilisieren jetzt mit neuer Verve. “Erinnert euch an die Losung… weiter lesen
08.11.2012 von Dominic Johnson
Es bewegt sich etwas in der offiziellen Politik der Demokratischen Republik Kongo. Bei Gouverneurswahlen in den Provinzen Bas-Congo und Orientale am 28. Oktober verlor jeweils der Kandidat des Regierungslagers. Bas-Congo, im äußersten Westen des Landes, ist ohnehin Oppositionshochburg; die Niederlage des bisherigen Vizegouverneurs Deo Nkuzu gegen Jacques Mbadu – der 2006-07 schon einmal Gouverneur aus dem Oppositionslager gewesen war, bis auf rätselhafte Weise die Mehrheit im Provinzparlament sich veränderte und einen Gouverneur aus dem Regierungslager an die Macht brachte – ist daher keine wirkliche Überraschung. Erstaunlicher hingegen ist das Ergebnis in der Province Orientale, dem nordöstlichen Landesviertel mit Kisangani als Hauptstadt und bei den Wahlen immer mit einer soliden Kabila-treuen Mehrheit. Dort setzte sich im zweiten Wahlgang mit 48 gegen 45 Stimmen im Provinzparlament der Oppositionspolitiker Jean Bamanisa gegen den von der PPRD unterstützten Kandidaten Jean Tokole durch, nachdem er im ersten Wahlgang noch deutlich hinten gelegen hatte.
Kongos… weiter lesen
09.11.2011 von Dominic Johnson
Neue Wendung im kongolesischen Wahlkampf: Heute hat Oppositionsführer Etienne Tshisekedi die Genehmigung erhalten, mit seinem Flugzeug aus Südafrika in den Kongo zu fliegen. Wie Informationsminister Lambert Mende in Kinshasa bekanntgab, wurde die Genehmigung N° AAC/DG/DNT.H./0120/2011 der Zivilen Luftfahrtbehörde AAC dem siebensitzigen Learjet ZS-LXH der südafrikanischen Gesellschaft Aeronautic Solutions jetzt erteilt. Sie sei auch erst heute beantragt worden, sagte Mende.
Hunderte von Menschen versammelten sich laut Radio Okapi am Flughafen von Kisangani in Erwartung Tshisekedis. So schnell geht es nun aber auch nicht.
Eine komplette Übersetzung des fatalen Tshisekedi-Interviews mit dem kongolesischen Sender RLTV vom 6. November liegt inzwischen vor, veröffentlicht auf Jason Stearns’ Blog Congo Siasa. Daraus geht hervor, daß die unterschiedlichen Zitate, die gestern kursierten, von unterschiedlichen Stellen des Interviews kommen. Es fällt auch der eindeutige Satz: “Ab diesem Tag bin ich das Staatsoberhaupt der DR Kongo.” Lesen Sie selbst:
http://congosiasa.blogspot.com/2011/11/transcript-of-tshisekedi-interview.html
Derweil häufen sich beunruhigende Mitteilungen über Gewaltvorfälle, Hasspropaganda,… weiter lesen
28.10.2011 von Dominic Johnson
Am 28. November wird gewählt – am 28. Oktober hat offiziell der Wahlkampf begonnen. Pasteur Ngoy Mulunda, Leiter der Wahlkommission CENI, erklärte in Kinshasa den Wahlkampf für “eröffnet” und wünschte allen “viel Glück”, als handele es sich um ein Sportturnier. Falls noch jemand daran zweifelt: die Wahlen würden stattfinden “ob es regnet oder schneit”, fügte er hinzu. Das war eine Reaktion darauf, daß die größte Oppositionspartei UDPS (Union für Demokratie und Sozialen Fortschritt) eine Verschiebung der Parlamentswahl ins Spiel gebracht hat.
Aus Kinshasa ist zu erfahren, daß schon das eine oder andere Wahlplakat aufgetaucht ist, auf dem Präsident Joseph Kabila sich selbst den Sieg “sicher zu 100 Prozent” verspricht.
Parallel dazu mehren sich die besorgten Aufrufe, der Wahlkampf möge friedlich bleiben. Zuletzt hat ein Bündnis von 41 Nichtregierungsorganisationen aus dem Kongo und weltweit “Maßnahmen zur Prävention von Gewalt” gefordert. In einer öffentlich verbreiteten Erklärung heißt es unter anderem:
“Die oberste… weiter lesen
16.07.2011 von Dominic Johnson
Der Absturz einer Boeing-727 mit mindestens 114 Insassen bei Kisangani am 8. Juli ist nicht nur eines der schwersten Flugunglücke im Kongo in den letzten Jahren gewesen, sondern läutet offenbar auch das endgültige Aus für die einst wichtigste Fluggesellschaft des Landes ein: Hewa Bora, der die Regierung jetzt alle Fluglizenzen entzogen hat.
74 bis 82 Menschen – daß die genaue Zahl noch immer umstritten ist, ist an sich schon ein Skandal – starben, als der Linienflug Kinshasa-Goma zur Zwischenlandung den Flughafen von Kisangani ansteuerte, tief im Regenwald in der Nähe des Kongo-Flusses mitten im Land. Es herrschte ein schweres Tropengewitter wie so oft über dem Kongobecken, die Maschine landete im dichten Urwald statt auf der Piste. Verfügbare Videos zeigen Leichen zwischen brennenden Wrackteilen, umgeben von nassen Bäumen.
Hewa-Bora-Präsident Stavros Papaionou, ein im Kongo sehr bekannter Unternehmer und Nachfahre einer der ersten griechischen Einwandererfamilien in die belgische Kongo-Kolonie, erhob auf einer… weiter lesen